Juan Martin del Potro steht im Viertelfinale der US Open

Matchbälle abgewehrt: Del Potro gewinnt Krimi gegen Thiem

New York (SID) – Der Argentinier Juan Martin del Potro hat nach einem wahren Krimi und der Abwehr von zwei Matchbällen das Viertelfinale der US Open erreicht. Der Flushing-Meadows-Sieger von 2009 bezwang den an Position sechs gesetzten Dominic Thiem trotz eines 0:2-Satzrückstandes in einer mitreißenden Partie mit 1:6, 2:6, 6:1, 7:6 (7:1), 6:4. 



Nach 3:36 Stunden profitierte del Potro, olympischer Silbermedaillen von Rio 2016, bei seinem zweiten Matchball von einem Doppelfehler des Österreichers. 

Im vierten Satz hatte der Weltranglisten-28. del Potro vor dem Aus gestanden, doch zwei Matchbälle von Thiem beim Stand von 5:6 aus Sicht des Argentiniers wehrte er mit zwei Assen nervenstark ab.

„Ich war zwei Tage krank. Aber ich habe für die tollen Zuschauer hier gekämpft. Es wäre schön, wenn ich jetzt schon den Siegerpokal gewonnen hätte“, sagte del Potro, der sich nach dem Triumph breitbeinig auf den Court stellte, beide Arme in den Abendhimmel riss und sich dann bekreuzigte.

Auf dem Grandstand herrschte eine Stimmung wie im Fußball-Stadion. Die zahlreichen Gaucho-Fans feuerten ihren Volkshelden, der in seiner Karriere unter anderem von drei Operationen am Handgelenk und Depressionen zurückgeworfen worden war, immer wieder frenetisch mit „Delpo“-Sprechchören an. 

In seinem fünften US-Open-Viertelfinale seit 2008 trifft die ehemalige Nummer vier der Welt am Mittwoch entweder auf Major-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) oder den Augsburger Philipp Kohlschreiber (Nr. 32). 

Vor acht Jahren hatte del Potro das Endspiel beim letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres in fünf Sätzen gegen Federer gewonnen.  

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  1. Stefan Höfel

    Durch das Aus von Thiem ist klar, dass sich Alexander Zverev auf Platz 4 der neuen Weltrangliste verbessern wird! Und das obwohl er nie die Runde der letzten 8 bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hat!

  2. Nils

    Diese Tatsache ärgert mich auch sehr. Es zeigt, wie Reformbedürftig das Ranking-System ist. Herrn Zverev und sein Management wird die Nummer 4 sicherlich freuen, denn er kann aufgrund der hohen Platzierung im Ranking bei Turnieren höhere Antrittsgelder verlangen, weil sich der ‚Wert‘ des Spielers ja gesteigert hat. Eine falsche Entwicklung.

  3. Christian

    Über die Bewertung der Weltrangliste kann man natürlich trefflich diskutieren. Dazu aber nur zwei Fragen

    1. Wer sollte denn aktuell vor Zverev stehen?
    2. Wie soll den ein „gerechtes“ Punktesystems aussehen.

    Zu 1. Nadal und Federer sind klar vorne und stehen somit auch vor Zverev in der Rangliste. Dazwischen steht noch Murray. Von den anderen Top-Spielern hat in diesem Jahr keiner wirklich große Leistungen gebracht, so dass einer dieser es eher verdient hätte vor ihm zu stehen. Ich will jetzt nicht alle durchgehen, aber nur das Kriterium der Grand-Slams ist halt auch nur sehr einseitig. Bei den 1000er Events spielen auch alle Top-Spieler mit und da hat Sascha sehr gut abgeschnitten.

    Zu 2. ein wirklich „gerechtes“ Ranglistensystem wird es meiner Ansicht nach nie geben können. Die Grand-Slams sind schon deutlich höher bewertet. Würden sie noch höher bewertet, gäbe es mit Sicherheit auch eine Konstellation, bei der ein Spieler mit Fleiß aber auch etwas Glück (z.B. Carrena-Busta aktuell), so weit nach vorne gespült, dass dies dann von anderen auch wieder als „ungerecht“ empfunden werden kann.
    Was mir einfallen würde, wäre, dass die Punkte eines Jahres nicht über das gesamte Jahr voll zählen, sondern z.B. nach 6 Monaten nur noch die Hälfte. Dies kann noch weiter untergliedert werden (z.B. nach 3 Monaten nur noch 75% etc.). Dies würde dann eher die aktuelle Form widerspiegeln. Wie die Rangliste dann aussehen würde, wäre natürlich die Frage, ich vermute aber nicht wesentlich anders (del Potro mit Sicherheit weiter vorne, aber Zverev wäre vermutlich auch noch weit vorne). Wirklich transparenter und verständlicher macht das die Angelegenheit aber auch nicht und die Kritiker kämen dann aus dieser Richtung.

  4. Stefan Höfel

    Hallo Christian,
    es stimmt, dass Zverev bei den 1.000er Turnieren gut war, denn er gewann als einziger Spieler zwei dieser Turniere auf unters. Belägen (Rom, Montreal). Da er noch vier weitere Turniersiege in der Wertung hat, drei aus 2017, einen noch aus 2016, ist Platz 4 bzw. wohl bald Platz 3 vor Murray, ja irgendwie auch ok, da viele andere Spieler verletzt sind bzw. nicht konstant genug spielen. Ich freue mich jetzt schon auf die Au. Open, da die Rückkehrer wohl niedriger gesetzt werden, als sie es gewohnt sind, weshalb es schon früh Klassiker geben kann.
    Die Weltrangliste ist ja schon häufig verändert worden. Mein Vorschlag: Punkte aus dem aktuellen Jahr zäählen voll, die aus dem Vorjahr nur zu 50%. So würde die aktuelle Form stärker berücksichtigt werden.


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