TENNIS-DAVIS-CAN-GBR

Nach Ball im Gesicht – Schiedsrichter Arnaud Gabas wohlauf

Im Davis Cup-Spiel zwischen Großbritannien und Kanada schoss Denis Shapovalov vor Wut in Richtung Zuschauer und traf dabei Schiedsrichter Arnaud Gabas mit dem Ball im Gesicht.

Shapovalov entschuldigte sich

Arnaud Gabas trug am Sonntag eine dunkle Sonnenbrille, als er sich zwei Eisbeutel an der Rezeption des Fairmont Hotels im kanadischen Ottawa abholte. Sein linkes Auge war noch immer rot und geschwollen. „Als ich den Platz verließ, sah ich aus wie Rocky Balboa“, sagte der erfahrene Tennis-Schiedsrichter.

Denis Shapovalov, der durch seinen Wutanfall für den Abbruch der Davis Cup-Partie zwischen Großbritannien und Kanada und das geschwollene Auge des Schiedsrichters sorgte, entkam mit einer Geldstrafe von 7000 US-Dollar. Der internationale Tennisverband ITF, der das Urteil verkündete, begründete die Entscheidung damit, dass Shapovalov den Ball nicht absichtlich ins Gesicht von Arnaud Gabas geschossen habe. Außerdem hat er den Schiedsrichter nach dem Vorfall in seinem Büro aufgesucht, um sich bei ihm zu entschuldigen.

Ball im Gesicht

Stuhlschiedsrichter Arnaud Gabas hat nach dem Volltreffer von Denis Shapovalov einen deutlichen Abdruck im Gesicht.

Gabas vergibt Shapovalov

Doch es hätte schlimmer ausgehen können. Arnaud Gabas sah, wie Shapovalov zum Schlag ausholte und drehte seinen Kopf, um zu sehen, wo das Geschoss einschlagen würde. Dass er den Ball selbst ins Gesicht bekommen könnte, damit hatte er nicht gerechnet. „Ich konnte sehen, wie wütend er war und das etwas passieren würde, doch ich hätte nie gedacht, dass er mich treffen würde.“ Umher fliegende Bälle sind für Gabas keine Neuigkeit. „Wir müssen während der Saison öfter mal einem Ball ausweichen, doch bei diesem hatte ich keine Chance. Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Momentan nehme ich Schmerzmittel. Wenn ich nach Hause komme, habe ich einen Termin bei einem Spezialisten. Ich war gestern Abend zwei Stunden im Krankenhaus. Als Shapovalov sich bei mir entschuldigte, war er reumütig und schockiert.“

Nachdem Denis Shapovalov sich beim Schiedsrichter entschuldigt hatte, zeigte er sich auf der Pressekonferenz ungewohnt reif für einen 17-Jährigen. Der Vorfall sei für ihn „unglaublich beschämend und peinlich“. In einem schriftlichen Statement versicherte er anschließend, dass er „daraus lernen werde und so etwas nicht wieder vorkommt.“

Britischer Kapitän glaubt an Shapovalov

Warum die ITF keine Sperre gegenüber Shapovalov verhängte, fragte der frühere Schiedsrichter Richard Ings via Twitter. „Wenn ich noch auf der ATP-Tour im Einsatz wäre und es wäre bei einem ATP-Event passiert, ich hätte dich vier Wochen lang gesperrt.“ Leon Smith, der britische Teamchef meinte, er sei mit dem Urteil einverstanden. „In der Tat könnte der Vorfall anderen Spielern helfen, ihre Frustration in Zukunft zu kontrollieren. Ich glaube nicht, dass er ein Verbot benötigt, um zu realisieren, dass man so etwas nicht macht. Er war die ganze Woche über ein netter Junge. Er war höflich und gutmütig. Was gestern passiert ist, hätte nicht passieren dürfen und wird auch wohl nicht wieder passieren, weil es schlimme Auswirkungen hat“, sagte Smith.

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