Reichel wird einiges an Arbeit und Investment abverlangt

Neuer Rothenbaum-Chef Reichel: „Es ist einiges zu tun“

Hamburg – Das Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum wird dem künftigen Lizenzinhaber Peter-Michael Reichel einiges an Arbeit und Investment abverlangen. Das prophezeite der 64-jährige Österreicher im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt. Bei seinem Besuch im Juli habe er „schon einen kleinen Schreck bekommen, was ich da gesehen habe“, sagte Reichel: „Es ist hier einiges zu tun.“



In das Turnier müsse dringend investiert werden. „Einerseits in ein attraktiveres Teilnehmerfeld, Alexander Zverev zum Beispiel wäre ein Wunschspieler, andererseits in die Gestaltung der Anlage“, sagte Reichel.

Ab 2019 für fünf Jahre

Reichel übernimmt ab 2019 für zunächst fünf Jahre die Lizenz vom bisherigen Ausrichter und Turnierdirektor Michael Stich. „Wir werden uns sobald wie möglich mit ihm zusammensetzen, sofern er es möchte, und dann alles klären“, kündigte Reichel an. Dass er möglicherweise schon 2018 und damit ein Jahr früher als geplant am Rothenbaum einsteigt, hält Reichel für „eigentlich nicht denkbar“.

Er sei allerdings „überzeugt, dass sich der Rothenbaum wieder zu einem bedeutenden Sportevent ausbauen lässt“, sagte der Österreicher, der mit seiner Agentur Matchmaker die Damenturniere in Linz und Nürnberg organisiert. Seine Tochter Sandra Reichel ist sowohl in Linz als auch beim Nürnberger Versicherungscup Turnierdirektorin. Auch in Hamburg würde Reichel „gerne ein Damenturnier dazunehmen, um die ganze Veranstaltung auf zwei Wochen auszubauen“.

Definitiv plane man mit dem DTB ein weiteres Damenturnier in Deutschland, sagte Reichel: „Theoretisch kann das unsere Nürnberger Lizenz sein, theoretisch könnte das auch eine neue, sehr theoretisch auch meine Linzer Lizenz sein.“ Er sei „absolut“ überzeugt, dass sich größere Investments in den Rothenbaum irgendwann rechnen werden.

Planungen aus Sand ausgerichtet

Mit der Spielervereinigung ATP wird zunächst geklärt, „was künftig möglich ist, was den Termin und was den Belag betrifft“. Momentan sei geplant, „das Turnier auf Sand auszurichten und auch dort, wo es jetzt ist“. Natürlich löse das Thema Hartplatz im Sommer „Fantasien aus, weil nach Wimbledon die Spieler die Hartplatztour in Nordamerika schon in ihren Köpfen haben. Wenn die ATP mitspielen würde, wäre das eine Überlegung wert“, sagte Reichel.

Der Standort Hamburg ist dabei nicht in Stein gemeißelt. „Wir haben in unserem Angebot klar festgelegt, dass wir uns nicht fix auf Hamburg verpflichten, allerdings auf den Standort Deutschland, da der DTB unser Partner ist“, sagte Reichel. Man müsse jetzt abwarten, wie die anstehenden Gespräche mit der Stadt laufen werden: „Sowohl der Club an der Alster als Hauptmieter und Verwalter der Anlage als auch die Stadt sind zu befragen, was sie sich in der Zukunft wünschen, in welche Richtung sich die Sportstadt Hamburg entwickeln will.“

Hamburg soll ins Stadtmarketing investieren

Er wolle aber keine Subventionen aus dem Stadtsäckel, sondern „dass die Stadt in ihr Standortmarketing investiert. Will Hamburg das? Will die Stadt ein Turnier unterstützen, das auf der ganzen Welt präsent ist, das in 130 bis 150 Ländern im Fernsehen zu sehen und praktisch in der ganzen Welt in der medialen Berichterstattung vertreten sein wird?“

Die Pläne des Clubs an der Alster für den Abriss des Rothenbaum-Stadions und den Bau einer neuen Multifunktionsarena kenne er nicht, behauptet Reichel. Grundsätzlich stehe er aber „jeder Investition in eine moderne, zukunftsträchtige Anlage sehr positiv gegenüber“.

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