Australia v Ukraine – Fed Cup

#nextgenfemale: Ashleigh Barty – Im zweiten Anlauf in die Weltspitze

Die ATP hat es mit einer ausgeklügelten Marketingstrategie über einen längeren Zeitraum gepackt, die junge Spielergeneration medial dauerhaft zu pushen. Doch eine ,NextGeneration‘ gibt es ebenfalls auf der Damentour. Auf tennismagazin.de stellen wir Ihnen in den kommenden Tage die Spielerinnen vor, die in Zukunft die WTA-Tour ausschlaggebend mitprägen könnten. Heute Ashleigh Barty, die mit 18 Jahren vom Profitennis zurücktrat und im letzten Jahr ein fulminantes Comeback hinlegte.

„Ich war Opfer meines eigenen Erfolges. Es passierte einfach alles zu schnell.“– Ashleigh Barty

Schon früh in ihrem Leben war alles auf Tennis ausgerichtet. Als junger Teenager dominierte Barty sämtliche australischen Junioren-Events und machte schnell international auf sich aufmerksam. Nur zwei Monate nach ihrem 15. Geburtstag gewann sie 2011 in Wimbledon den Junioren-Titel.

Auch bei den Damen stellten sich zügig erste Erfolge ein. Nach fünf Siegen bei den inneraustralischen Wildcard-Playoffs stand sie überraschend im Hauptfeld der Australian Open 2012, wo sie gegen Anna Tatishvili verlor. Bei ihrem Debüt im Fed Cup ein Jahr später sicherte sie mit einem Sieg gegen die Schweizerin Stefanie Vögele den Klassenerhalt ihres Landes. Im selben Jahr erreichte sie mit Casey Dellacqua im Doppel bereits drei Mal das Finale eines Grand Slam-Turniers.

Rücktritt und Cricket-Karriere

Abstecher zum Cricket: Multitalent Ashleigh Barty spielte 2015/16 für die Brisbane Head. © Queensland Cricket

Doch der Aufstieg ging für die Australierin zu schnell: „Ich war jemand völlig Unbekanntes und wenige Monate später wurde ich auf einmal von allen auf der Straße erkannt.“ Der Druck war zu groß. Mit 18 nahm Barty sich eine Auszeit vom professionellen Tennis und trat zurück. „Ich habe den Sport geliebt, aber ich fühlte mich wie ein Roboter. Ich hatte den Spaß und die Leidenschaft am Tennis verloren“, sagte sie später.

Stattdessen spielte sie eine Saison für die „Brisbane Heat“ in der australischen Cricket-Liga. Die Auszeit tat ihr gut und die Leidenschaft fürs Tennis kehrte zurück.

Rückkehr und Turboaufstieg

Mitte 2016 gab sie nach eineinhalb Jahren ihr Comeback bekannt. „Ich habe jetzt eine bessere Sicht auf das Leben und auf Tennis“, schilderte Barty damals. Sie wolle nun ihren eigenen Weg gehen. Sie musste wieder ganz von vorne anfangen, auf ein „Geschütztes Ranking“ hatte sie keinen Anspruch. Über kleine ITF-Turniere spielte sie sich langsam wieder hoch.

Zu Beginn des Jahres 2017 stand Barty auf Rang 271. Dann begann der rasante Aufstieg. Mit ihrem variablen Spiel erreichte sie bei den Australian Open die dritte Runde. Kurz darauf gewann sie als Qualifikantin in Kuala Lumpur ihr erstes WTA-Turnier. Nach einer durchwachsenen Sandplatzsaison zeigte sie auf Rasen wieder ihre Qualitäten und musste sich kurz vor Wimbledon in Birmingham nur Petra Kvitova geschlagen geben.

Ashleigh Barty im Finale von Birmingham. (Photo by Nathan Stirk/Getty Images)

Der ganz große Durchbruch bei den Grand Slams blieb aber noch aus. In Wimbledon scheiterte sie nach schwerer Auslosung in der ersten Runde an Elina Svitolina und bei den US Open verlor sie in der dritten Runde gegen die spätere Siegerin Sloane Stephens. Abseits der Grand Slams lief es aber weiterhin gut. In Wuhan erreichte sie das Finale und besiegte auf dem Weg dorthin mit Johanna Konta, Karolina Pliskova und Jelena Ostapenko gleich drei Top-10-Spielerinnen. Nach einem guten Auftritt bei der WTA Elite Trophy beendete sie das Jahr auf Weltranglisten-Platz 17.

Die 1,66 Meter große Australierin verfügt über ein sehr breites Repertoire an Schlägen. Durch ihre Doppelerfahrungen hat sie ein großartiges Gefühl für Volleys und rückt gerne ans Netz vor. Im Damentennis ist dies eher selten zu sehen. Ihre größte Stärke ist aber ihre Vorhand, mit der sie extreme Winkel spielen kann und ihre Gegnerinnen durch ihren Spin immer wieder vor Probleme stellt. Obwohl Barty relativ klein ist, verfügt sie über einen guten ersten Aufschlag. Im letzten Jahr schlug sie in 44 Spielen 216 Asse.

Barty nimmt sich ihre Auszeiten

Ashleigh Barty nach dem verlorenen Finale in Sydney (Photo by Mark Metcalfe/Getty Images).

Das Jahr 2018 begann für sie mit einem kleinen Dämpfer. In Brisbane scheiterte sie in der ersten Runde an der Ukrainerin Lesia Tsurenko. Danach zeigte sie sich aber stark verbessert, kam beim Turnier in Sydney bis ins Finale und galt sogar als Geheimfavoritin für die Australian Open. In Melbourne scheiterte sie jedoch in der dritten Runde an Naomi Osaka.

Im Fed Cup sorgte Barty mit zwei Einzelsiegen und einem Triumph im Doppel nahezu im Alleingang dafür, dass Australien die Ukraine besiegte. Nach dem Fed Cup-Wochenende legte sie erst mal eine Pause ein und spielte bis Indian Wells kein Turnier. Das zeigt den Reifeprozess bei der 21-Jährigen. Bloß nicht wieder zu früh zu viel wollen.

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