Angelique Kerber

Podcast aus Paris: „Kerber hat Bertens einfach machen lassen“

Foto: Frank Molter

Während der French Open aus Paris werden die Kollegen von meinsportradio.de jeden Tag eine Zusammenfassung zum Nachhören liefern. Die Tennis-Experten Philipp Joubert und Andreas Thies, die gemeinsam auch das Tennis-Magazin „Chip & Charge“ produzieren, geben ihre Eindrücke vom Sandplatz-Highlight im Podcast aus Paris auch täglich bei uns preis.

Der dritte Turniertag der French Open wurde von der Niederlage Angelique Kerbers überschattet. Joubert und Thies widmen in ihrer Zusammenfassung diesem Match auch die größte Aufmerksamkeit. Sie gehen der Frage nach, woran es letztlich gelegen hat, dass Kerber nach ihrem Triumph in Melbourne gleich in der ersten Runde von Roland-Garros scheiterte. Joubert sah den Hauptgrund in Kerbers Gegnerin Kiki Bertens. „Sie ist groß, athletisch, nicht ganz so beweglich, kann aber perfekt die Bälle verteilen“, analysiert Joubert, der zudem darauf verweist, dass sich die Niederländerin in den letzten Wochen klar verbessert präsentierte.

Kerber

ZU SELTEN AGGRESSIV: Kerber während ihrer Niederlage gegen Bertens. (Foto: Frank Molter)

Ein zweiter Grund für Kerbers Pleite: „Sie hat Bertens machen lassen, ihr zu oft die Initiative überlassen und war zu sehr auf Sicherheit im eigenen Spiel bedacht.“ Dadurch entstand eine für Kerber äußerst gefährliche Mischung: Sie händigte einer vor Selbstbewusstsein strotzenden Gegnerin die Match-Hoheit aus. Bertens nutzte das ideal aus, spielte klug ihre Stärken aus, überpowerte nicht und variierte viel.

Hier der Podcast aus Paris vom dritten Turniertag:

Welche Auswirkungen Kerbers Niederlage hat, zeigte sich gestern in den sozialen Medien. Einige User sprachen ihr das Format einer Weltklassespielerin ab. Dem aber widersprechen Joubert und Thies vehement. „Melbourne war fantastisch, jetzt ist sie früh in Paris ausgeschieden, aber in Wimbledon kann sie wieder um den Titel spielen“, argumentiert Joubert. Thies ergänzt: „Eine Saison ist mehr als nur die vier Grad Slam-Turniere!“ Ein Hinweis drauf, dass Kerber – mit Ausnahme der Australian Open – bei den Majors zuletzt eher unterdurchschnittlich abschnitt, aber bei vielen anderen WTA-Turnieren die bestimmende Spielerin war. „Es ist schade, dass immer mehr Fans die Leuchtturm-Events von Melbourne, Paris, Wimbledon und New York mit der kompletten Tour verwechseln“, fügt Joubert noch an. Für beide ist klar: Die Niederlage in Paris von Angelique Kerber war keine Sensation, wie es nun viele meinen. Und Kerber gehört auch weiterhin fest zur Weltspitze im Damentennis.

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