Roger Federer

Roger Federer: „Zverev muss mental einen anderen Ansatz finden“

In der aktuellen Ausgabe des tennis MAGAZIN spricht Roger Federer über die Rückkehr an die Spitze, die French Open, den hohen Stellenwert der Grand Slams und Alexander Zverev.

Federer

Federer über die Rückkehr zur Nummer eins:

„Die Nummer eins ist auch ein Dank an meine ganzen Coaches über all die Jahre. Sie alle haben mich nach vorne gepusht, mir geholfen, mich inspiriert und motiviert – genauso wie meine Frau und meine Fans. Es ist einfach für alle ein Moment, bei dem man noch einmal ganz oben auf dem Treppchen steht, das ist sehr speziell. Und es ist auch ein weiterer Rekord. Ich wusste vorher gar nicht, dass es ein Rekord im gesamten Tennis ist. Ich hätte aber auch ohne diesen Rekord sehr gut leben können.“

Federer über einen Start bei den French Open:

„Es könnte sein. Ich kann weder sagen ‘nie wieder’ noch ‘auf jeden Fall’. Ich muss es mir gut überlegen und darauf hören, was mir mein Team rät und wie sich mein Körper anfühlt. Letztes Jahr war Sand nicht in meiner Planung vorgesehen. Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich ein Grand Slam-Turnier nicht gespielt habe, obwohl ich fit war. Das war eine harte Entscheidung. Sollte ich dieses Jahr spielen, werde ich vielleicht Paris mit noch einem oder maximal zwei Turnieren koppeln.”

Über Alexander Zverev:

„Ich habe das Gefühl, dass er sich zu hohe Ziele setzt. Er geht ins Turnier und denkt sich: ‘Ich sollte vielleicht mal ein Grand Slam gewinnen, nachdem ich bereits in Rom und Montreal siegreich war.’ Das ist eine normale und logische Denkweise, aber wenn du dich schon mit dem Finale beschäftigst, wenn du in der zweiten Runde stehst und mit Breakball hinten liegst, dann ist das eine Belastung. Man ist im Kopf zu weit weg, anstatt sich auf den Punkt zu konzentrieren, der gerade ansteht. Das gleiche Problem hatte ich auch zu Beginn meiner Karriere. In Wimbledon und Paris verlor ich sang- und klanglos in drei Sätzen in der ersten Runde. Das ging so lange so, bis ich gemerkt habe, dass ich mich Satz für Satz, Spiel für Spiel und Punkt für Punkt konzentrieren muss. Man darf träumen, aber man darf nicht schon mental an einem Punkt sein, der längst noch nicht eingetreten ist. Sascha wird dies herausfinden, denn er ist ein zu guter und intelligenter Spieler, als dass er diesen Schluss nicht ziehen könnte. Er muss mental einen anderen Ansatz finden und sich selbst hinterfragen. Ich glaube aber nicht, dass dies längerfristig ein Problem sein wird.”

Über den großen Stellenwert der Grand Slams:

„Ich probiere da immer, ein bisschen gegen anzukämpfen. Ich glaube, es hat angefangen mit Pete Sampras, der den Grand Slam- Rekord unbedingt wollte und das auch klar kommuniziert hat (Sampras gewann bei den US Open 2002 einen 14. Grand Slam-Titel, d. Red.). Das hat den Status der Grand Slams weiter nach oben gehoben. Aber Sampras redet nicht für alle, sondern hat vor allem für sich selbst geredet. Ich habe immer gesagt, dass die Grand Slams zwar schön sind, aber eben nur vier von zwanzig Turnieren, die ich im Jahr spiele. Es geht mir nicht nur um die Grand Slams. Zu jedem Turnier habe ich eine spezielle Beziehung, egal, ob es die ATP-WM, der Davis Cup oder der Laver Cup ist. Du musst für dich entscheiden, was wichtig ist. Dass die Presse heute denkt, es gehe nur noch um vier Veranstaltungen und der Rest ist egal, finde ich schade.”

Das vollständige Interview mit Roger Federer lesen Sie in der April-Ausgabe von tennis MAGAZIN.

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