2016 US Open – Day 1

„Rosinenpickererei“: DTB wirft Brown & Co aus Davis Cup-Team

Der Deutsche Tennis-Bund (DTB) schließt die „abtrünnigen“ Profis Dustin Brown, Mischa Zverev und Tobias Kamke für ein Jahr vom Davis Cup-Team aus. Alle drei hatten dem DTB im Vorfeld des Relegationsspiels ab Freitag in Berlin gegen Polen abgesagt. Dies berichtete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom Donnerstag.



Außerdem hat der DTB den zum Jahresende auslaufenden Vertrag mit Teamchef Michael Kohlmann trotz des möglichen Abstiegs aus der Weltgruppe vorzeitig bis 2017 verlängert. „Wir haben großes Vertrauen in Michael Kohlmann“, sagte Vize-Präsidenz Dirk Hordorff der SZ vor der DTB-Präsidiumssitzung am Mittwoch in Berlin, auf der das weitere Engagement des früheren Doppelspezialisten einstimmig beschlossen wurde: „Wir wollen auch ein Zeichen setzen, gerade an Spieler, die sich zuletzt in der Presse und im Internet kritisch geäußert hatten, dass wir weiter auf Kohlmann setzen.“

Hordorffs Kritik richtete sich vor allem an Brown, der sich mit Kohlmann eine öffentliche Auseinandersetzung geliefert hatte. Brown zieht es vor, nach seiner Verletzungspause wieder Weltranglisten-Punkte zu sammeln und bei einem Challenger-Turnier in Stettin anzutreten. „Das ist Rosinenpickerei“, sagte Hordorff, „wenn man bei strahlenderen Erstrundenpartien dabei ist und sich dann dem Abstiegskampf verweigert.“

Keine Sanktionen müssen dagegen Alexander Zverev und Philipp Kohlschrieber befürchten. Beide hätten aus „für den DTB nachvollziehbaren Gründen“, so die SZ, ihre Teilnahme abgesagt. Kohlschreiber macht nach wie vor eine Fußverletzung zu schaffen, Alexander Zverev störte sich an dem Termin und an der Wahl des Belags (Sand).

Brown reagierte via Social Media-Kanäle giftig. „Wenn ich früher auf den DTB gewartet hätte, gäbe es heute Tennisspieler Dustin Brown nicht“, schrieb der 31-Jährige.

Gegen die Polen fehlen neben Brown, Alexander Zverev und Philipp Kohlschreiber auch Mischa Zverev, Alexanders älterer Bruder, und Tobias Kamke. Beide waren von Kohlmann, der seit 2015 Teamchef ist, als Ersatzkräfte angefragt worden, doch zogen es laut Hordorff vor, ebenso bei Challenger-Turnieren anzutreten. „Wir werden diese Spieler eine Saison lang nicht mehr für den Davis Cup berücksichtigen“, kündigte Hordorff an, „wir wollen Spieler, die sich ganz mit dem DTB-Team identifizieren.“

Gegen Polen sollen Florian Mayer, Jan-Lennard Struff, Daniel Brands und Daniel Masur den ersten Abstieg seit 13 Jahren vermeiden.

SID/Red

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  1. Alex

    Völliges Unverständnis ob dieser DTB-Aktion. Gerade Brown hat sich in der Vergangenheit oft genug angeboten und wurde ignoriert.
    Aber das fing ja schon bei der Wahl des Belags für das Polen-Spiel an.
    Dämlicher Aktionismus vom DTB!

  2. Josef

    Muß mich ebenfalls über den DTB wundern angesichts der nntäuschenden Absagen von Zverev und Kohlschreiber. Daß man Letzteren immer noch aufstellen will, ist mir sowieso schon lange ein Rätsel. – Ich erinnere mich noch an den von Kohlschreiber angezettelten Streit mit dem ehemaligen langjährigen Davis Cup Kapitän Patrik Kühnen…

    Kohlschreiber gehört m.E. nicht mehr aufgestellt, und Zverev, wenn er nochmals so einen „Klopper“ bringt, ebenfalls nicht mehr.

  3. Josef

    Muß mich ebenfalls über den DTB wundern angesichts der entäuschenden Absagen von Zverev und Kohlschreiber. Daß man Letzteren immer noch aufstellen will, ist mir sowieso schon lange ein Rätsel. – Ich erinnere mich noch an den von Kohlschreiber angezettelten Streit mit dem ehemaligen langjährigen Davis Cup Kapitän Patrik Kühnen…

    Kohlschreiber gehört m.E. nicht mehr aufgestellt, und Zverev, wenn er nochmals so einen „Klopper“ bringt, ebenfalls nicht mehr.

  4. Alex

    Ich finde es durchaus richtig, dass der DTB etwas unternimmt. Ich wäre auch dafür speziell Brown nicht ständig Wildcards hinterherzuwerfen. Die anderen beiden werden eh nicht sonderlich bevorzugt bei deutschen Turnieren.
    Bei Alexander Zverev hat man nichts gemacht, weil man meint ihn noch zu brauchen in der Zukunft. Allerdings sollte man dies in den nächsten 2 Jahren genau beobachten. Immerhin ist er nicht zu kaputt in der kommenden Woche für Antrittsgeld in St. Petersburg anzutreten. Er hat sich in den letzten Monaten nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Da kann man noch so auf seinen Manager verweisen, am Ende fällt es auf ihn zurück.
    Es stimmt, dass Kohlschreiber in der Vergangenheit oft Ärger gemacht hat, aber für dieses Mal würde ich Ihn schon entschuldigen. Was ich dagegen nicht verstehen kann ist eine wiederholte Ignoranz deutscher TV-Sender.


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