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Schnell & schonend – 11 Hybrids im großen Saitentest

Wie gut sind moderne ­Hybridsaiten? Bevor der Saitentest 2015 von tennis MAGAZIN diese Frage beantworten konnte, galt es zu klären, was diese Kombinationen leisten sollten. Im Idealfall ergänzen sich die unterschiedlichen Längs- und Quersaiten so, dass dem Spieler von beiden Saitengattungen die jeweiligen Vorteile zugute-kommen. Was die Eigenschaften angeht, legen immer mehr Spieler weniger Wert allein auf eine lange Haltbarkeit – ein Trend, der mit dem Aufkommen der monofilen (einfaserigen) Polyestersaiten in den letzten Jahren seinen Höhepunkt erreichte. Mittlerweile wünschen sich viele Aktive mehr Gefühl und eine bessere  Armschonung, ohne dabei zwangsläufig auf die Vorteile einer Poly zu verzichten. Genau für diese Zielgruppe sind Hybridsaiten eine attraktive Alternative.

Mixturen mit Darmsaiten landeten weit vorne

Saitentest

BUNTE MISCHUNG: 11 Hybrids aus unterschiedlichsten Saitengattungen wurden getestet.

Modern heißt aber auch, dass sich die Saiten dem aktuellen, sehr spinlastigen Spiel angepasst haben und eine entsprechende Unterstützung liefern. Wenn eine Saite armschonend, spinfördernd und dabei auch noch „touchy“ ist, schnitt sie in dem Test gut ab. Unter diesen Voraussetzungen mutet es überraschend an, dass zwei Mischungen mit einer Quersaite aus Naturdarm weit vorne landeten – schließlich sind Darmsaiten der älteste Saitentyp überhaupt und gelten bei vielen eher als altbacken, nicht als modern. Doch die großen Stärken von Saiten aus Naturdarm – unübertroffene Elastizität und hohe Lebendigkeit – entfalten sich in den Kombinationen mit monofilen Polyestersaiten zu einem fast unschlagbaren Doppel.

Den Testsieg sicherte sich die „Poly Gut Hybrid“ von Pacific, einem deutschen Hersteller mit langer Naturdarmtradition. Die Darmsaite gemixt mit einer runden, soften Poly erwies sich in Sachen Gefühl, Komfort und Power als beste Saite im Test. Über­raschend: Auch die Spinunter­stützung war überdurchschnittlich. Womit ein gängiges Vorurteil widerlegt ist: Auch Saiten ohne Profil, also ohne scharfe Kanten, können genügend Spin generieren. Wichtiger als viele Ecken, die sich in den Ball beißen sollen, ist der „Snapback-Effekt“ für das Spinpotenzial einer Saite. Schnelles Zurückschnappen in die Ausgangsposition nach dem Treffpunkt bringt den meisten Drall auf den Ball.

Auch günstige Hybrids liefern tolle Spieleigenschaften

Für die Profis sind Hybrids aus Darm und Poly das Nonplusultra; die Mehrheit der Stars vertraut auf diesen Mix. Für Freizeitspieler sind die Kosten (doppelt so hohe Preise wie für Poly/Poly-Mixturen!) oft der Grund, lieber zu Hybrids zu greifen, die ausschließlich aus synthetischen Materialien bestehen. Auch wenn die günstigeren Varianten in unserem Test in Sachen Komfort und Power den beiden Saiten mit Naturdarm-Komponente knapp unterlegen waren, bieten auch sie zum Teil bestens aufeinander abgestimmte Gesamtpakete für zeitgemäße Spielweisen. Überzeugend waren vor allem der „Tour Bite“-Mix von Solinco, die „Gravity Hybrid“ von Head und die Komposition von Gamma, bestehend aus „Moto 17“ und „iO Soft 17“. Für Cheftester Jens Barthelmes, Gründer des Webportals saitenforum.de, waren aber auch Hybrids wie die „Latigo 465°“ von Peppersäck oder die „Spin Effect Hybrid“ von Wilson „Prototypen moderner Hybridsaiten, weil sie durch ihre perfekten Gleiteigenschaften von Längs- und Quersaiten sehr ausgewogene Gesamteigenschaften bieten.“ Fazit: Mit modernen Hybridsaiten – egal, ob mit oder ohne Darm – lässt sich das eigene Spiel optimieren.

Jetzt downloaden: Alle Ergebnisse der elf getesteten Hybridsaiten gibt es hier (PDF-Download für 2 Euro!) Saitentest 2015: Schnell & Schonend

So lief der Saitentest 2015: Alle Infos zu unserem größten Test gibt es auf der folgenden Seite!!!

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  1. Markus

    Und die wohl auf der Tour am weitesten verbreitete Champions Choice Hybrid wurde nicht getestet – tolle Leistung! Ein Test dieser Saite im Vergleich zu den anderen wäre sehr interessant gewesen…

    • Tim Böseler

      Ja, das stimmt! Welche Saite in den Test kommt, bestimmen aber die Hersteller. Wir setzen die Rahmenbedingungen, Wilson und all die anderen Firmen dürfen dann eine Saite ihrer Wahl einschicken.

  2. Eugen

    Leider muss man sagen, dass bei TM irgendwo Fehler unterlaufen! Wo dieser Fehler gemacht werden, kann man als Außenstehender nur vermuten!
    Leider werden die Fehler aber auch nicht korrigiert. Somit kommen wir weg von einer Fachzeitschrift

    Bsp.: Rahmenhärte (Stiffness von der letztem TM 2015) hier wurde ein Werteunterschied von 4 gemessen. Zum Beispiel 64 unbesaitet und 60 besaitet.
    Diese Messung stelle ich in Frage. Ich selbst messe sehr viel in dieser Beziehung und zu 99% habe ich hier einen unterschied von Wert 2.

    Ebenso wurde in einem TM Bericht davon berichtet, dass 310 mm Balance Kopf lastig sei..
    Bei mir rief es nur Kopfschütteln hervor. Ein Berichtigung fand trotz einer schriftlich Eingabe nie statt.

    Ich möchte nicht sagen, das solche Sachen mit Vorsatz geschehen. Aber zumind. wird nicht gut genug kontrolliert…

  3. Felix Grewe

    Hallo Eugen,

    auf welche Schläger beziehen sich deine Beispiele?
    Wie kommst du darauf, dass wir die Rahmenhärte sowohl besaitet als auch unbesaitet angeben? Der Wert in Klammern ist immer die Angabe des Herstellers, die gelegentlich von unserer Messung abweicht.

    Beste Grüße


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