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Stebe verliert Auftakt gegen Tomic

Hamburg (SID) –



Das Wetter in der Heimat des Deutschen Tennis Bundes (DTB) passte zur Gemütslage in der Nationalmannschaft. Grau, trostlos und bedrückend hing der Himmel über der Anlage am Hamburger Rothenbaum. Die Querelen um das Davis-Cup-Team wollen nicht abreißen, selbst am ersten Tag des wichtigen Relegationsspiels gegen Australien ging das Theater weiter. Kein Wunder, dass Youngster Cedrik-Marcel Stebe in einem derart unruhigen Umfeld seiner Aufgabe gegen Bernard Tomic nicht gewachsen war und zum Auftakt 6:2, 3:6, 4:6, 6:7 (4:7) verlor. Nach der allenfalls drittklassigen Außendarstellung droht dem deutschen Herren-Tennis nun auch noch der Abstieg in die sportliche Zweitklassigkeit.

Dabei hatte Teamchef Patrik Kühnen vor der Begegnung unermüdlich versucht, Aufbruchstimmung zu erzeugen. Er hatte den formstarken Philipp Kohlschreiber als Stinkstiefel ausgemacht und ausgebootet, Gesellschaftsspiele sollten den lange vermissten Teamgeist zutage fördern. „Nur im geschlossenen Team werden Kräfte frei“, sagte Kühnen, und seine neue Nummer eins Florian Mayer (Bayreuth) ergänzte: „Alle Nebenkriegsschauplätze sind nun ausgeblendet.“

Mit der viel zitierten Ruhe und Konzentration auf die sportliche Aufgabe war es dann aber schon vor dem ersten Aufschlag wieder vorbei. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung meldete sich ausgerechnet Mayer am Spieltag zu Wort und kritisierte Verbandspräsident Karl Altenburg. Nach seiner Olympia-Absage sei er „sehr enttäuscht von den Aussagen von Herrn Altenburg“ gewesen, sagte Mayer: „Das war nicht schön zu lesen. Ich habe Herrn Altenburg jetzt noch nicht darauf ansprechen können, und hier in Hamburg habe ich ihn auch noch nicht getroffen.“ Altenburg hatte angeregt, nur noch Olympiastarter für den Davis Cup zu nominieren.

Ex-Profi Alexander Waske tat sein Übriges, um den trügerischen Frieden im deutschen Team nach Kräften zu stören. Im Gespräch mit der FAZ griff der frühere Doppelspezialist Kohlschreiber und Kühnen an und machte seinem Ärger über die Schieflage des deutschen Herren-Tennis Luft.

„Worüber reden wir? Wir reden über eine einzige Person: Philipp Kohlschreiber“, sagte Waske: „Philipp Kohlschreiber macht seit Jahren, was er will.“ Kapitän Kühnen, dessen Vertrag am Ende des Jahres ausläuft, warf er vor, nicht genug für den Teamgeist getan zu haben. „Du brauchst die Bereitschaft aller Spieler, immer zu spielen, und das musst du dir über Jahre erarbeiten“, sagte der 38-Jährige: „Es gibt keine Kultur bei uns, die das Miteinander pflegt.“

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