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Stefan Düll: der nächste Deutsche im Djokovic-Team

Neben Boris Becker wird mit Physiotherapeut Stefan Düll ein zweiter Deutscher den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic 2016 auf der Tour begleiten – zumindest zeitweise.

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat sein Team für die neue Saison 2016 leicht umgestellt. Neu hinzugekommen ist der deutsche Physiotherapeut Stefan Düll aus Würzburg. Der 38-Jährige erklärte im Gespräch mit tennismagazin.de, dass er sich den Job mit Miljan Amanovic teilen werde. Amanovic gehört seit 2007 als „Physio“ fest zum Djokovic-Team, keiner kennt den Körper der Nummer 1 so gut wie er. Allerdings ist Amanovic mittlerweile dreifacher Vater und will 2016 nicht mehr so viel reisen. Djokovic brauchte also einen zweiten Physiotherapeuten und engagierte Stefan Düll.

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Team-Mitglied: Stefan Düll (2. v.r., neben Djokovic) gehört seit 2012 als Physio zur serbischen Davis Cup-Mannschaft.

Warum gerade ihn? Düll genießt in der Szene einen erstklassigen Ruf und ist als selbstständiger Physiotherapeut seit fünf Jahren Vollzeit auf der Tour unterwegs. Seine hohe Flexibilität in Verbindung mit großer Erfahrung und hervorragendem Fachwissen zeichnen ihn aus. Erste Kontakte zum Profitennis kamen über Dirk Hordorff zustande, der nicht nur als Funktionär sondern vor allem als Trainer und Manager bestens im Welttennis vernetzt ist. Schon seit 2009 kümmert sich Düll um Hordorff-Spieler Yen-hsun Lu aus Taiwan. Später kamen Rainer Schüttler und der Serbe Janko Tipsarevic hinzu, der sich 2011 und 2012 für das ATP-Masters in London qualifizierte. 2012 betreute Düll auch das serbische Davis Cup-Team beim Erstrundenspiel gegen Schweden und machte den Doppelspezialisten Nenad Zimonjic wieder fit, der unter einem hartnäckigen Hexenschuss litt. Seitdem gehört Düll zum serbischen Team und ist auch mit Djokovic gut bekannt.

„Das ist natürlich eine Riesensache“

Nach den US Open 2015 fragte Djokovic offiziell bei Düll an, ob er ihn 20 bis 25 Wochen 2016 betreuen könnte. Der Deutsche musste nicht lange überlegen: „Für die Nummer 1 der Welt arbeiten zu dürfen, ist natürlich eine Riesensache.“ Schon seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag ist Düll in Sachen Djokovic unterwegs. Erster Einsatzort: Monte Carlo, wo Djokovic drei Tage lang trainiert. Kurz vor Sylvester geht es nach Doha. Düll kümmert sich dort während der Vorbereitung auf das ATP-Event (ab 4. Januar) um Djokovic und ist auch während des Turniers für den Serben verantwortlich.

Danach geht es weiter nach Australien, wo Düll von seinem Kollegen Amanovic abgelöst wird. Arbeitslos ist der Deutsche deswegen nicht. Er hat noch genügend andere Klienten auf der ATP-Tour. Neben Lu sind das Jürgen Melzer (erholt sich allerdings gerade von einer Schulter-OP) sowie viele weitere Profis, die ihn wochenweise für ein Turnier buchen.

„Becker zu treffen, ist ein Kindheitstraum“

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Montreal 2015: Düll (2.v.r., neben Djokovic) bereitete Janko Tipsarevic (3.v.l.) auf das gemeinsame Doppel vor.

Wichtigster Spieler für Düll ist aber natürlich Djokovic. Der Plan für 2016 sieht vor, dass er vor allem in der Vorbereitung auf die großen Turniere mit dem Serben arbeitet und nur bei vier ATP-Events. „Das ist praktisch, weil ich mich dann bei den Turnieren um meine anderen Spieler kümmern kann“, sagt Düll. Worauf sich er besonders freut, sind die Begegnungen mit Djokokic-Coach Boris Becker. „Ihn zu treffen, ist schon ein Kindheitstraum“, gesteht Düll. „Früher als Junior habe ich Beckers Aufschlagbewegung auf dem Platz imitiert.“

Der Umgang mit Tennislegenden ist für Düll aber mittlerweile normales „Business“. 2014 und 2015 wurde er als leitender Physio für die IPTL verpflichtet. In der asiatischen Städteliga spielen etliche Stars mit: Sampras, Moya, Ivanisevic, Safin – ihnen allen und noch vielen weiteren Tennisprofis hat Düll schon die Muskeln locker gemacht.

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