Angelique Kerber scheitert an Kristina Mladenovic

Stuttgart: Titelverteidigerin Kerber verabschiedet sich zum Auftakt

Titelverteidigerin Angelique Kerber ist  schon im Achtelfinale des WTA-Turniers in Stuttgart ausgeschieden und hat ihre Chance auf das Triple beim Heimspiel gleich zu Beginn verspielt. Die topgesetzte Kielerin musste sich in ihrer Auftaktpartie der Französin Kristina Mladenovic (WTA-Nr. 19) mit 2:6, 5:7 geschlagen geben. Nach 1:36 Stunden verwandelte Mladenovic ihren ersten Matchball. Die Favoritin verließ mit hängendem Kopf die Halle.



Dritte Auftaktniederlage 2017

Kerber hatte das Sandplatzturnier in den vergangenen beiden Jahren gewonnen. Es ist ihr frühstes Ausscheiden in Stuttgart seit 2014 und die dritte Auftaktniederlage in dieser Spielzeit. In der Schwabenmetropole wollte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin nach einer bislang durchwachsenen Saison ihren ersten Titel des Jahres perfekt machen. Vor rund drei Wochen hatte sie das Endspiel von Monterrey verloren.

Vor 4.500 Besuchern in der ausverkauften Arena agierte Kerber besonders im ersten Satz zu zaghaft und überließ Mladenovic die Initiative. Von einem 0:3-Rückstand erholte sich die 29-Jährige nicht mehr. Symptomatisch, dass die Französin gleich ihren ersten Satzball nach 37 Minuten mit einem direkten Gewinnschlag nutzte. Danach ließ Kerber ihren Coach Torben Beltz kommen.

Großeltern aus Polen in der Halle

Die Zuschauer versuchten danach, Kerber mit Sprechchören aufzubauen. Doch gleich im ersten Aufschlagspiel von Mladenovic vergab die US-Open-Siegerin von 2016 vier Breakchancen. Als Kerber unmittelbar danach erneut ihren Aufschlag abgeben musste, schaute sie ratlos in ihre Box, in der unter anderem ihre eigens aus Polen angereisten Großeltern saßen.

Zwar konnte die Weltranglistenzweite nach einem 0:3 drei Spiele in Folge holen, doch St. Petersburg-Siegerin Mladenovic gelang das entscheidende Break zum Matchgewinn.

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  1. Bonhomme Richard

    Damit hat sich’s dann auch mit der Möglichkeit, kurzfristig wieder auf Platz 1 der WTA-Rangliste zurückzukehren. In ihrer diesjährigen Form sehe ich keine Chance, dass Kerber sich die dazu nötigen Punkte bei den nun folgenden großen Turnieren (Madrid, Rom, Paris, Wimbledon) holt. Ihre Durststrecke wird so weitergehen. Frühestens nach dem Sommer, wenn die Hartplatzsaison auf der WTA-Tour wieder beginnt, könnte die Kurve in Flushing Meadows (US Open) ansteigen. Zu evident sind einfach ihre derzeitigen Defizite: Aufschlag und die Vernachlässigung der Longline-Schläge (beides Trainersache!). Nahezu genauso wichtig: ihre Körpersprache auf dem Platz ist eine Katastrophe! Die Mimik seltsam distanziert und in sich gekehrt, irgendwie teilnahmslos, mitunter wirkt sie wie abwesend. Feuer und Leidenschaft höchstens mal dann, wenn sie nach gelungenen Schlägen die Beckerfaust macht. Ansonsten Verunsicherung bis hin zur Ratlosigkeit! Sobald sie unter Druck gerät lässt sie die Schultern hängen und es ist keine Dynamik mehr in ihrem Bewegungsablauf erkennbar, sondern nur noch zunehmende Verkrampfung. Ich verstehe nicht, warum sie sich für diesen Bereich nicht längst professionelle Hilfe geholt hat! All das zu beheben bzw. zu optimieren wird Zeit beanspruchen. Bis auf weiteres sollte man deshalb keine allzu hohen Erwartungen an sie haben. Ich denke, sie wird für den Rest des Jahres in den Top Ten mitschwimmen – ist ja auch nichts Schlechtes – aber die Nr. 1 wird sie jedenfalls in 2017 nicht mehr zurückerobern. Gelingt ihr die Aufarbeitung ihrer Schwachpunkte nicht, wird das auch auf Dauer nicht mehr klappen, schließlich wird sie nicht jünger. Zuviele Talente teilweise noch im Teenie-Alter drängen von unten nach.

    • Stefan Höfel

      Da Serena Williams in Rom 900 Punkte nicht verteidigen kann/wird, fällt sie wieder hinter Kerber zurück. Ob Kerber dann auch wieder die Nr.1 ist, hängt nicht nur von ihren eigenen Resultaten ab, sondern auch von denen der Konkurrentinnen, wie z. B. Pliskova, die ja punktemäßig die erfolgreichste Spielerin in 2017 ist. Sollte Kerber weder Madrid noch Rom gewinnen, aber nach Rom die Nr. 1 sein, wäre sie wohl die erste Spielerin, die mit nur einem Titel in den letzten 12 Monaten diese Position eingenommen hätte. Oder gab es so etwas schon einmal?

  2. cuesco

    Ihr psychologisches Problem könnte darin bestehen, dass sie mit der automatischen Favoritenrolle einer Weltranglistenersten nicht klarkommt. Vielleicht hilft es ihr, wenn sie nicht nicht nur behauptet, nicht an die Weltranglistenposition zu denken, sondern einfach einen Haken dran macht. In dem Sinne: das war eine tolle Erfahrung, die aber für die Gegenwart keine Rolle mehr spielt; jetzt beginnt ein neues Spiel, dessen erste Herausforderung darin besteht, eine TOP-20-Spielerin zu besiegen

  3. Dirk Schwamborn

    Offener Brief: Titelverteidigerin Kerber verabschiedet sich zum Auftakt aus dem Porsche Cup. Liebe Angie, nun solltest Du Dich mal für ein paar Tage von dem ganzen Rummel um Deine Person verabschieden und eine sehr persönliche Auszeit nehmen, denn Du bist nicht mehr Angelique Kerber. Dir macht Tennis keine Freude mehr, Deine Leidenschaft ist nur noch Leistungsbereichschaft und das in anstrengend, wenn man auch noch verliert oder seine Ziele nicht erreicht, dann schmerzt das noch mehr. Immer wieder von allen Seiten zu hören, warum, was ist passiert oder wie komme sie aus dem Tief raus. Dazu diese schlagzeilenrelevanten Kommentare aus der Sportpresse oder berühmte männliche Tennisspieler halten Dich für eine Nr. 1 zu schwach. NA UND !! Besserwisser gibt es überall oder wie ich immer wieder sage: Alle Menschen sind klug, einige vorher und viele nachher! Las los!! Deine Erfolge in der Vergangenheit kann Dir keiner mehr nehmen. Was haben wir uns gefreut über Deinen Grand Slam Sieg in Australien und was haben wir mit Dir gelitten beim Finale in Rio. Das war schön und wirklich beeindruckend gewesen. Aber seien wir doch mal ehrlich, das geht doch nicht so weiter. Genieße doch Dein Tennisleben, und bleib Dir treu! Dann verlierst Du eben Matches, das ist doch ganz normal und es werden auch wieder Siege kommen, das gehört im Sport dazu. Also las los, andere Mädels treffen die Tenniskugel auch ganz gut und rechtfertige Dich nicht immer und überall über alles und jenen.

    Beachte damit man durchschnittlich gut ist, bedeutet das heute eine große Anstrengung. Möchtest Du aber etwas besonderes leisten, dann musst Du dich dafür Entscheiden.
    Konzentriere Dich als Tennisspielerin nur auf Deine Matches und auf die Vor/-Nachbereitung. Trainiere noch härter. Politik, Kommentare zu anderen Tennisspielerinnen sind tabu, Du kannst eine eingene Meinung haben, aber behalte diese bitte für Dich. Der Fokus ist nur auf das wesentliche in Deinem Job als Tennisprofi zu richten, denn das ist das Tennis spielen um zu gewinnen. Beherrsche Deine Gefühle, die guten wie die schlechten auf und auch neben dem Tennisplatz, den die Gefühle sollen nicht dich steuern, denn du musst diese für dein Spiel und Auftreten nutzen. So und wenn Du mal an einem Gespräch interessiert bis, dann melde Dich einfach. Spiele und lebe Tennis „Einfach“! Gruß aus dem Rheinland


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