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Tamara Korpatsch – Die vergessene Aufsteigerin

Tamara Korpatsch, 21, steht im Hauptfeld des Porsche Tennis Grand Prix von Stuttgart. Doch wer ist sie  und wie verlief ihre Karriere bisher? tennis MAGAZIN traf die junge Hamburgerin im März 2017 nach dem Training bei ihrem neuen Verein, dem Club an der Alster, zum Gespräch.

Sie ist im gleichen Jahr (1995) wie Carina Witthöft geboren, beide stammen aus Hamburg und sie spielen 2017 in der Damen-Bundesligamannschaft des Club an der Alster. Doch ihre Karrierewege hätten kaum unterschiedlicher verlaufen können: Ohne Rampenlicht und DTB-Förderung hat Tamara Korpatsch sich mittlerweile bis auf Platz 140 im WTA-Ranking gespielt. Mit Darmstadt, Horb und Bad Saulgau gewann sie im letzten Jahr drei ITF-Turniere direkt hintereinander. Sie war dabei immer mit ihrer Familie unterwegs.

Nichts geht bei ihr ohne die Familie. Sie ist ihr verlässlicher Rückhalt und gleichzeitig ihr größter Förderer. Vater Thomas trainiert sie, die Brüder Tom und Richie sind ihre Sparringspartner. Die Familie hat das Geld zusammengekratzt, damit die Tochter ihren Traum vom Tennisprofi verwirklichen konnte. Durch Prämien aus Spielen im Verein sammelte sie Geld, um Turnierreisen finanzieren zu können. Der DTB hatte sie lange nicht auf dem Radar. Sie wurde schlichtweg vergessen.

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Korpatsch bei ihrem ersten WTA Turnier in Gstaad (Schweiz) 2016.

Grand Slam-Debüt in New York

Das große Highlight ihrer Karriere waren für Tamara Korpatsch bisher die US Open 2016. Einen Tag vor Beginn des Quali-Turniers landete Familie Korpatsch in New York. Es war der erste Flug überhaupt im Leben der 21-jährigen Hamburgerin. Vorher hatte sie Europa noch nie verlassen. Als sie bei den US Open ankam, wusste sie nicht, wie es dort zugeht. „Die US Open sind ganz anders als ein normales WTA-Turnier. Es war alles so groß und komplett neu für mich“, erinnert sie sich. Sie saß am Nebentisch von Stan Wawrinka im Restaurant und beobachtete Rafael Nadal beim Training. „Mein Vater hat ihn zuerst gar nicht erkannt, da meinte ich, ein Linkshänder, der dauernd an seiner Hose herumzupft, das kann nur er sein.“

Bei ihrem ersten Grand Slam spielte sie in der Quali gegen die Tschechin Kristyna Pliskova – die Zwillingsschwester der Weltranglistendritten, Karolina Pliskova. Korpatsch verlor 2:6, 4:6. „Im Training war ich richtig gut drauf. Beim Einspielen habe ich jedoch viele Fehler gemacht und konnte mich nicht richtig bewegen. Ich war wohl zu aufgeregt.“ Für sie soll es nicht der letzte Auftritt auf der großen Tennisbühne gewesen sein. „Es war schön bei einem großen Turnier mitgespielt zu haben. Ich möchte das unbedingt nochmal erleben.“

Aufgrund einer Operation konnte Tamara Korpatsch nicht an der Qualifikation für die Australian Open teilnehmen. „Kurz vor Jahresende wurden mir alle vier Weißheitszähne gezogen. Ich habe im letzten Jahr viele Turniere gespielt und hatte keine Zeit für den Eingriff“, erzählt sie. Ihr fehlte die nötige Vorbereitung für das Grand Slam-Turnier. Der Fokus liegt bei der Norddeutschen auf dem nächsten Grand Slam: „Die French Open sind mein Lieblingsturnier.“

Familie Korpatsch im Big Apple: Tom, Richie, Tamara, Vater Thomas und Mutter Birgit (von links nach rechts)

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