2017 US Open Tennis Championships – Day 3

US Open: Maria & „Kohli“ weiter, Struff und „Petko“ raus

Andrea Petkovic befand sich im Gefühlschaos. Die Enttäuschung war der Darmstädterin nach dem Erstrunden-Aus bei den US Open anzusehen, doch sie ließ im Bauch des Arthur-Ashe-Stadiums keinen Zweifel an ihrem Durchhaltevermögen. Ein Karriereende? Kein Thema.



Petkovic: „Glaube noch an mich“

„Es sind jetzt ein paar Jahre, in denen es nicht so läuft, aber ich glaube noch an mich“, betonte die Weltranglisten-93., die 2011 im Viertelfinale von New York gestanden hatte und meinte: „Da muss ich durch. Und ich habe noch Lust, da durchzugehen.“

Das 4:6, 6:3, 1:6 gegen die um zwei Plätze höher eingestufte Jennifer Brady (USA) war erneut eine vergebene Chance, in die Erfolgsspur zurückzukehren. „Ich werde aber positiv bleiben. Das ist der einzige Weg, wie ich nochmal bestehen kann“, erklärte Publikumsliebling Petkovic – und wirkte ebenso überzeugend wie mental gefestigt.

Doch die Anfang September 30 Jahre alt werdende Hessin, einst die Nummer neun im Ranking, weiß auch: „Es besteht die Möglichkeit, dass ich es nicht mehr schaffe.“ Erfolge wie ihre Halbfinalteilnahme in Washington vor ein paar Wochen geben „Petko“ das Gefühl, dass es „nochmal klappen“ kann.

Maria siegt und trifft nun auf Keys

Erfolgreicher war am dritten Turniertag Tajana Maria (Bad Saulgau), die ihr wegen Regens um einen Tag verschobenes Auftaktmatch mit 6:1, 6:1 gegen Ashley Kratzer (USA) gewann. In der nächsten Runde wartet auf die Weltranglisten-61. Maria nun in Madison Keys (USA/Nr. 15) aber eine große Herausforderung.

Zu diesem Zeitpunkt hatten fünf deutsche Profis die zweite Runde beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres erreicht. Acht der 17 im Hauptfeld gestarteten DTB-Akteure waren bereits gescheitert – darunter auch Titelverteidigerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 6).

Marterer und Struff verlieren

Am Mittwoch schied neben Maximilian Marterer (Nürnberg) und Jan-Lennard Struff (Warstein) aus. Qualifikant Marterer, der auf der ATP-Tour noch kein Match gewonnnen hat, verkaufte sich beim 3:6, 6:1, 1:6, 4:6 gegen Donald Young (USA) teuer. Struff gingen beim 6:3, 3:6, 2:6, 6:1, 3:6 gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolov am Ende die Kräfte aus.

Der Augsburger Philipp Kohlschreiber zog als sechster deutscher Profi in die zweite Runde der US Open ein. Bei seiner insgesamt 15. New-York-Teilnahme seit 2003 gewann der 33-Jährige seine Auftaktpartie in 1:44 Stunden mit 6:1, 6:4, 6:4 gegen den Qualifikanten Tim Smyczek (USA).

Der Weltranglisten-37. Kohlschreiber war in Flushing Meadows erst durch die verletzungsbedingte Absage von Andy Murray (Großbritannien) auf die Setzliste gekommen.

In der nächsten Runde trifft Kohlschreiber entweder auf Santiago Giraldo (Kolumbien) oder Vincent Millot (Frankreich). Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres hatte Kohlschreiner dreimal im Achtelfinale gestanden (2012-2014).

Aufgrund der Verschiebungen wegen der Wetterkapriolen sollten am Mittwoch insgesamt zwölf deutsche Profis zum Einsatz kommen. Dabei waren für Alexander Zverev (Nr. 4), Mischa Zverev (beide Hamburg/Nr. 23), Florian Mayer (Bayreuth) und Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) schon ihre Zweitrundenpartien angesetzt.

Nadal ist es zu laut

Der topgesetzte Rafael Nadal und Roger Federer (Nr. 3) indes haben den ersten Schritt zum Traum-Halbfinale von New York getan. Doch in der Diskussion über die geeignete Lautstärke im größten Tennis-Stadion der Welt waren sich die beiden Tennis-Superstars nicht einig. Wegen des Regens war das Dach geschlossen.

„Das war eine coole Erfahrung. Ich empfinde es als Privileg, unter diesen Bedingungen spielen zu dürfen“, sagte der Schweizer Federer nach dem 4:6, 6:2, 6:1, 1:6, 6:4 gegen den 19-jährigen Frances Tiafoe (USA) über die besondere Stimmung im überdachten Stadion.

Nadal sah das anders. „Durch das geschlossene Dach hört man eine Menge Krach. Um ehrlich zu sein, ist es ein bisschen zu viel. Ich habe noch nicht einmal gehört, wenn ich den Ball geschlagen habe“, meinte der Spanier über das „Tollhaus“.

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