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Texas is calling: Wir können nicht nur Tennis …

Leon Hein (18) und Juri Reckow (18), zwei tennisbegeisterte Jungs aus Hamburg, flogen zum Jahreswechsel in die USA, um an der „University Texas San Antonio“ (UTSA) ihr Tennis-Stipendium zu beginnen. Leon wird über seine Erlebnisse auf tennismagazin.de in der Kolumne „Texas is calling“ regelmäßig berichten.

So, da bin ich wieder, etwas verschnupft, aber bestens gelaunt. Auch abseits des Courts erleben wir hier in San Antonio eine Menge. Deshalb diesmal mein Motto: Wir können nicht nur Tennis, sondern seit neuestem auch Boxen.

Training am Sandsack

Da haben wir alle ordentlich gestaunt, als unser Konditionstrainer uns eröffnete, dass wir nun zweimal in der Woche zum Boxen fahren werden. Das Boxgym liegt ca. zehn Autominuten von der Uni entfernt. Wir hatten alle tierisch Lust und waren hochmotiviert. Wir droschen wie verrückt auf den Sandsack ein. Allerdings nur kurz. Leute, das ist so was von anstrengend, das glaubt ihr gar nicht. Uns fielen allen fast die Arme ab. Schnell haben wir gecheckt, dass man sich die Kraft einteilen sollte und gemäßigt und intelligent Schläge verteilt und seine Beinarbeit einsetzt. Also ein geniales Zusatztraining für jeden Tennisspieler – sehr zu empfehlen. Ich erinnere mich auch noch sehr gut daran, wie mein jahrelanger Heimtrainer Christian Geyer mir empfahl zum Boxen zu gehen. Allerdings auf die Hamburger Reeperbahn in ein einschlägiges Etablissement namens „Ritze“. Ich tat es nicht. Vielleicht später mal.

Erste Klausuren

So, die ersten beiden Klausuren standen an. Ich muss sagen, ich war aufgeregt und tatsächlich etwas unsicher, wie ich mich so schlage. An dieser Stelle gebe ich zu, dass ich für die Klausurvorbereitung im Fach Soziologie so viel gelesen habe, wie mein ganzes Leben davor nicht. Und das auf Englisch. Und es hat sich ausgezahlt, ich habe 80 Prozent erreicht und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Von der Geologie-Arbeit habe ich noch kein Ergebnis, wird nachgereicht.

Fanwerbung

Um für unser Tennisteam zu werben und Zuschauer für uns und unseren Sport zu begeistern, gab es mal wieder eine ganz besondere Aktion: Unser Team hat interessierten Mitstudenten Training erteilt und damit Werbung gemacht für das Collegetennis und für unsere Mannschaft. Es hat wahnsinnig viel Spaß gebracht, man hat viele Menschen kennengelernt, kam schnell ins Gespräch und schwuppdiwupp haben wir wieder mehr Fans und Zuschauer bei unseren Heimspielen – hoffentlich.

Damentennis

Texas is calling

STARKE MÄDELS: Das erfolgreiche Damen-Team von der Uni in San Antonio (hinten 2.v.l. Denisa Ibrahimovic vom Club an der Alster in Hamburg).

Auch von unserem Damenteam gibt es nur gute Nachrichten. Die Mädels lassen sich nicht lumpen. Mit dabei übrigens auch ein Mädel aus Hamburg: Denisa Ibrahimovic vom Club an der Alster. Wir feuerten sie an und sie gewannen 7:0! Welche gute Teamarbeit, also wir als Motivator, die Mädels als Vollstreckerinnen. Das Damen- und das Herrenteam sind eine eingeschworene Gemeinschaft, wir unternehmen viel zusammen, machen Filmabende und haben jetzt auch zusammen das Super Bowl Finale im Fernsehen geguckt. Was für eine gigantische Show und was für ein unfassbares Match. Und alles nur ca. drei Autostunden von uns entfernt in Houston.

Basketball – der pure Wahnsinn

Jetzt haben wir es endlich mal geschafft, uns ein Collegebasketball-Spiel anzusehen. Das ist der pure Wahnsinn, da geht es wirklich zu wie bei den Profis, die Ränge sind gefüllt und die Jungs liefern eine wirklich saubere Arbeit ab. Respekt!

 Nur der HSV…

Auch hier in Texas schlägt mein Herz für die Raute, den HSV. Und ich verfolge voller Spannung die Begegnungen. Bisher hatte ich ja nicht viel Grund zum jubeln. Aber jetzt war es endlich soweit, 1:0-Sieg über Leverkusen. Vamos! Überragend! Und vom 2:0-Pokalsieg über den 1. FC Köln habe ich zwischen Training und Uni auch noch von der 15. bis 60 Spielminute alles live mitbekommen.

Beschwingt ging es mit der guten Nachricht in einen mega-großen Supermarkt deluxe. Ihr könnt es Euch nicht vorstellen: ganze Regalreihen nur mit Toast oder Kaffee, eine riesengroße Non-Food-Abteilung soweit das Auge reicht. Man bräuchte Stunden, um alles zu entdecken. Wir sind jedes mal wieder komplett geflasht von diesem amerikanischen Gigantismus. In Hamburg war ich immer schon von der Metro sehr beeindruckt.

 

Texas is calling

UNSER KOLUMNIST: Leon Hein (18) schreibt in „Texas is calling“ über sein Tennis-Stipendium in San Antonio.

Mit vollen Tüten mit Arizona-Eistee, Eiweißriegeln, Chips und anderen Leckereien geht es gut gelaunt zurück ins Apartment, um mit meiner Familie zu telefonieren. Ich freue mich,  etwas von der Heimatfront zu hören, meine Mum gut gelaunt wie immer, meine Schwester mit einer Feuchtigkeitsmaske im Gesicht, einer meiner Brüder um die Uhrzeit wie es sich gehört im Bett und Lucas, da hat sich nichts geändert, wach geworden, nur um noch einmal ins Skype-Bild zu hüpfen. Mein Dad winkte einmal fröhlich ins Bild und das war rd. Herrlich, gut zu wissen, dass sich genau nichts geändert hat.

So, das war es von dieser Woche, nächste Woche gibt es neue Breakingnews und es heißt wie gewohnt und hoffentlich dann nicht mehr verschnupft und weiterhin gut gelaunt Texas is Calling.

Bye, bye, Euer Leon

 

Texas is calling – ältere Kolumnen:

Der Weg zum Tennis-Stipendium

Zwischen Trump und Tanzwettbewerb

Krasse Klatsche in Austin

Das Tennis-Abenteuer zweier Hamburger Jungs

 

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