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Texas is calling: Das Tennis-Abenteuer zweier Hamburger Jungs

Leon Hein (18) und Juri Reckow (18), zwei tennisbegeisterte Jungs aus Hamburg, flogen zum Jahreswechsel in die USA, um an der „University Texas San Antonio“ (UTSA) ihr Tennis-Stipendium zu beginnen. Leon wird über seine Erlebnisse auf tennismagazin.de regelmäßig berichten.



Silvestermorgen 4.00 Uhr: An Schlaf ist nicht zu denken, jetzt ist es tatsächlich bald soweit, meine Abreise nach San Antonio in Texas, mein großes Abenteuer, steht kurz bevor. Ich habe mir in den letzten Tagen oft versucht vorzustellen, wie es wohl sein wird, wenn ich bald weg bin und mir der erste längere Abschied von meiner Familie bevorsteht. Jetzt merke ich, wie es ist: Ein mulmiges und gleichzeitig aufgeregtes Gefühl steigt in mir empor, mein Herz pocht wie wild.

5.00 Uhr, Abfahrt zum Flughafen: Meine Eltern, meine drei Geschwister und sogar meine Omi sind mit an Bord! Sie alle wollen mir „Tschüß“ sagen. Juri, mein bester Kumpel, erwartet mich mit seiner Familie bereits am Flughafen. Mit ihm werde ich zusammen den US-Trip wagen. Jetzt geht alles ganz schnell: meine kleine Schwester Theresa fängt an zu weinen, Omi und Mami auch. Mein Hals schnürt sich zu, nun schnell weg hier – Texas is calling, ich komme!

Nach 22 Stunden am Ziel

Erster Stopp ist Frankfurt. Dann geht es mit Verspätung weiter nach Houston. Dort verpassen wir unseren Anschlussflieger – egal, wir nehmen den nächsten. 22 Stunden sind wir unterwegs, als wir endlich in San Antonio ankommen. Unser Coach Rodrigo, ein lebensfroher Brasilianer, nimmt uns herzlich in Empfang. Wir halten kurz am Supermarkt und ziehen dann in unser Apartment ein. Glücklich und erschöpft fallen wir in einen tiefen Schlaf und träumen von unserem neuen Leben als College-Spieler.

Ein Test jagt den nächsten

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POOL VOR DER HAUSTÜR: Leons Blick aus seinem Zimmer auf dem „UTSA“-Campus.

Die erste Woche in San Antonio beginnt für uns mit einer „Orientation“. Wir lernen die Uni kennen, und ein Test jagt den nächsten. Abends plumpsen wir immer komplett erschöpft, aber happy und beeindruckt von all dem, was uns hier geboten wird, ins Bett. Gleich am ersten Tag wurden wir mit unserem Uni-Logo-Outfit ausgerüstet. Wir konnten es gar nicht glauben, wie viel wir bekamen – und alles ist von adidas. Wir durchliefen einige Medizinchecks und Fitnesstests und bevor die nicht ausgewertet waren, durften wir noch nicht mit dem Team und unserem Coach trainieren.

Am dritten Tag ist es dann endlich soweit, das erste Training mit unserem Team. Es ist ein tolles Gefühl, Mitglied einer so starken Truppe zu sein. Wir machen fast alles zusammen, der Teamspirit ist von Anfang an zu spüren. Wir essen immer gemeinsam und der Coach brachte einmal sogar seine Frau und seine beiden niedlichen kleinen Kinder mit zum Dinner. Ich genieße diese Zusammengehörigkeit sehr.

Team aus zwölf Spielern

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BLAUER HARDCOURT: Die Tennisplätze der „University Texas San Antonio.“

Unser Team besteht aus zwölf Spielern und jeder einzelne von ihnen ist nett. Außerdem habe ich ja meinen Kumpel Juri an meiner Seite. Wir sind gerade einmal vier Tage hier und schon steht unser erstes Einzelturnier auf dem Programm. Ich bin aufgeregt, freue mich aber riesig darauf. Jetzt können wir unserem Coach gleich zeigen, was wir drauf haben. Hoffentlich.

Der erste Sieg bei minus sechs Grad

Das Klima macht uns zu schaffen. Als wir ankamen waren es herrliche 26 Grad, heute schlage ich bei minus sechs Grad auf – krass! Meine Hände zittern vor Kälte. Mein erstes Match gewinne ich glatt 6:0, 6:0, das zweite ist ein kleiner Krimi mit einem Sieg von mir im Match-Tiebreak – 13:11. Puh, enge Kiste! Im dritten Match wartet ein ziemlich starker Spieler auf mich. Er heißt Jake Hansen und war bei den Junioren im Bundesstaat Texas die Nummer 2. Im US-Ranking (U18) stand er immerhin in den Top 20. Ich schlage mich wacker und verliere nur 3:6, 3:6. Mein Coach ist sehr zufrieden und ich auch.

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NEUER KOLUMNIST: Leon Hein (18) schreibt in „Texas is calling“ über sein Tennis-Stipendium in San Antonio.

Meine Hände haben mittlerweile diverse Blasen. Aber wir haben hier ja den Luxus eines privaten Physiotherapeuten, der mich blendend betreut. Jetzt steht schon unser erstes Teammatch in Austin an, ich werde bald wieder berichten.

Jetzt sage ich erstmal „bye, bye“ und bis nächste Woche, wenn es wieder heißt: Texas is calling!

Euer Leon

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