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Texas is calling: Die Sehnsucht nach Schnee

Leon Hein (18) und Juri Reckow (18), zwei tennisbegeisterte Jungs aus Hamburg, flogen zum Jahreswechsel in die USA, um an der „University Texas San Antonio“ (UTSA) ihr Tennis-Stipendium zu beginnen. Leon wird über seine Erlebnisse auf tennismagazin.de in der Kolumne „Texas is calling“ regelmäßig berichten.

Sport am College

 Wie verzweifelt muss man sein, wenn man sich Frauenfußball freiwillig anschaut… Hätte ich noch in Hamburg gesagt. Sorry Mädels, das kostet… Aber hier auf dem College bin ich ganz ohne Verzweiflung und höchst freiwillig zum College-Frauenfußball gegangen – und was soll ich Euch sagen? Es war klasse!

Außerdem waren wir beim Kricket, was auch Riesenspaß gemacht hat, allerdings waren wir alle ziemlich überrascht, dass die Spieler den Ball doch relativ selten getroffen hatten… Vielleicht haben wir Tennisspieler auf dem Gebiet einfach zu hochgesteckte Erwartungen. Mein persönliches Highlight ist aber Basketball, da kocht die Luft und es ist wahnsinnig spannend. Aber am allerliebsten gucken wir natürlich bei unseren Tennismädels zu, ist doch wohl klar.

Texas is calling

Keine Sorge, verhungern wird Leon auf dem Collegegelände nicht.

Essen so weit das Auge reicht

Durch die doch sehr hohe körperliche Beanspruchung und Belastung müssen wir sehr auf unsere Ernährung achten. Zum Glück haben wir den großen Luxus, dass wir überall auf dem Campus mit unser Identity Card umsonst essen dürfen und zwar so oft und so viel wir mögen. Das Angebot ist weit gefächert zwischen Burgerbuden, Chinesen und der ganz normalen Uni Cafeteria, die sehr gehaltvolles Essen anbieten. Außerdem steht uns der immer voll gefüllte Kühlschrank mit den von mir schon einmal erwähnten „leckersten Eiweißshakes der Welt“ Tag und Nacht zur Verfügung. Davon trinken wir bestimmt zwei bis drei Flaschen am Tag.

Texas is calling

Prall gefüllter Kühlschrank: Darin befinden sich die „leckersten Eiweißshakes der Welt“.

Erstes 5-Satz-Match in meinem Leben

Der Coach gab uns die Aufgabe, untereinander 5-Satz-Matches auszutragen. Ich glaube, keiner von uns hat das vorher schon einmal getan. Alter Schwede… Das ist noch einmal eine ganz andere Belastung als die Matches die nach zwei Gewinnsätzen entschieden sind.

Diese Woche stand wieder sehr unter dem Fokus von Klausuren. Ich musste sogar meinen ersten Vortrag auf Englisch halten. Und, was soll ich sagen, es war gar nicht so schlimm wie ich befürchtete und ich glaube, dass ich es wirklich vernünftig hinbekommen habe.

So langsam freuen wir uns alle auf unseren „spring break“, die erste Pause seitdem wir hier angekommen sind. Allerdings stehen in dieser vorlesungsfreien Zeit sehr viele Punktspiele an. Trotzdem entlastet es, wenn man nicht noch zusätzlich Uni und Klausuren hat. Ich denke mal, die haben sich bei der Verteilung genau das gedacht.

Zu viele Impulse

Wir hatte in den letzten zwei Wochen einen kleinen Knick beim Tennis erlebt: Der Coach hat mich so wahnsinnig gepuscht und gelobt und war so überzeugt von meinem Spiel, dass er mir sehr viele Anreize gegeben hat für noch weitere Verbesserungen und Veränderungen rund um mein Spiel und meinen Spielaufbau. All diese richtigen und wichtigen Informationen wollte ich aufnehmen und vor allen Dingen auch umsetzten. Dann waren es auf einmal zu viele Impulse und ich verlor mein Spiel. Das war eine sehr seltsame und schwierige Erfahrung für mich. Aber ich habe mich durchgebissen und bin jetzt wieder mit meinem Spiel auf Du und Du und jetzt auch in der Lage, Stück für Stück das Mosaik der neuen Impulse zusammenzusetzten.

Die Sehnsucht nach Schnee

Bei uns in Hamburg beginnen jetzt die Frühjahrsferien. Das waren immer meine Lieblingsferien, weil ich leidenschaftlich gerne Ski laufe. Das ist jetzt das erste Mal seit ich hier in Texas angekommen bin, dass ich ein wenig neidisch auf meine Familie bin. Meine Schwester Theresa drohte mir schon viele Fotos im Pulverschnee an… Ich werde dann mit Fotos auf dem Tennisplatz oder im Boxgym kontern. In diesem Sinne rufe ich allen Skifahrern ein leicht neidisches „Ski Heil“ entgegen und sage bye, bye.

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