Tolles Erlebnis zu Thanksgiving

Texas is calling: Im Supermarkt nachts um halb drei …

Leon Hein (19) und Juri Reckow (19), zwei tennisbegeisterte Jungs aus Hamburg, flogen zum Jahreswechsel 2016/17 in die USA, um an der „University Texas San Antonio“ (UTSA) ihr Tennis-Stipendium zu beginnen. Leon wird über seine Erlebnisse auf tennismagazin.de in der Kolumne „Texas is calling“ regelmäßig berichten.



Nachdem ich das letzte Mal über Halloween berichtete, stand jetzt schon wieder ein, wenn nicht sogar das größte, amerikanische Fest an: der Thanksgiving Day. In Amerika hat dieser Tag sogar eine höhere Bedeutung als Weihnachten. Am Thanksgiving Day treffen sich traditionell die ganze Familie und enge Freunde, die teilweise aus allen Ecken des Kontinentes anreisen, um gemeinsam diesen Tag zu verbringen.

Thanksgiving auf der Farm

Texas is calling

LANDLEBEN: Leon (li.) mit Tenniskumpel Patrick auf dem Anwesen dessen Großeltern in Texas.

„Coming home for Christmas“ könnte man also fast umdichten in „Coming home for Thanksgiving“. Auch bei uns in der Mannschaft und in den anderen uns bekannten Sportmannschaften machten sich die amerikanischen Jungs und Mädels auf, um ihre Familie zu besuchen und den traditionellen Truthahn zu verspeisen. Ich hatte großes Glück und durfte mit Patrick, meinem Teamkollegen und Kumpel sowie dessen Freundin Gabby, ihre Großeltern zu Thanksgiving besuchen. Was für ein  wunderbares Erlebnis. Die Großeltern wohnten ca. eine Autostunde von San Antonio entfernt auf einer wunderbaren Farm,  genauso wie man es sich vorstellt. Auf der Farm leben Tiere aller Art, die dann der Opa mit uns gemeinsam fütterte. Es war herrlich!

Wir wurden mit weit ausgebreiteten Armen in Empfang genommen und kamen in den Genuss, einen traditionell amerikanisch zubereiteten Truthahn essen zu dürfen. Es schmeckte ganz fantastisch, sogar das Süßkartoffelmus mit Marshmallows oben drauf war mega-lecker. Hier in Deutschland würde man nicht im Traum darauf kommen, das zu essen – mit Ausnahme meines Bruders Louis, für den das ein Festschmaus wäre, am besten noch mit Nutella zusätzlich über den Marshmallows. Ich werde das mal für unser diesjähriges Weihnachtsfest zu Hause anregen. Wir verlebten gemeinsam ganz intensive Stunden und ich sog all diese Eindrücke in mich auf. Die Landschaft war einfach klasse und wir alle wären am liebsten länger geblieben, aber das nächste Großereignis stand schon vor der Tür – der BLACK FRIDAY!

Latenight Shopping

Texas is calling

IM KAUFRAUSCH: Am „Black Friday“ ging Leon nachts einkaufen.

Also ich weiß ja nicht wie es Euch so geht, aber ich gehe normalerweise, wenn überhaupt, tagsüber shoppen. Nicht so hier in Texas am Black Friday. Der Wecker klingelte um ein Uhr nachts, damit wir so gegen zwei in der Shopping Mal aufschlagen konnten. Was für ein kompletter Wahnsinn! Die Leute schlugen sich im wahrsten Sinne des Wortes um die geilsten Angebote. Und auch ich bin fündig geworden: Boxen, Klamotten und eine Winterjacke für meine Sommersemesterferien in Hamburg. Außerdem natürlich auch so manch Weihnachtsgeschenk für meine Family und Freunde. Meine Schwester Theresa hat mir sogar eine Einkaufsliste geschickt.

Wie im Rausch

Texas is calling

GEMEINSCHAFTSERLEBNIS: Leon mit Freunden beim Football.

Die Sachen waren teilweise bis zu 70 Prozent reduziert. Man verfiel in einen leichten Kaufrausch. Nachdem die Ekstase dann verflogen war, haben wir uns dann erst einmal drei Stunden hingelegt, um unser Schlafdefizit zu minimieren. Danach ging es, nachdem wir allen Tieren und den umwerfend herzlichen und netten Großeltern tschüss gesagt hatten, zurück nach San Antonio. Dort erwartete uns dann am Wochenende noch ein Highlight: Das Footballspiel unserer Roadrunners, welches wir gemeinsam besuchten und gewannen.

Also ein wirklich rundum gelungenes erstes Thanksgiving-Fest mit anschließendem „Black Friday Happening“.

Mein erstes USA-Jahr geht zu Ende

Die Zeit verfliegt hier wie im Fluge und es ist jetzt wirklich nicht mehr lange hin, bis wir alle für die Weihnachtsferien nach Hause fliegen, „Coming home for christmas“, wie gesagt. Davor stehen allerdings noch die großen Semesterabschlussarbeiten auf dem Programm, das bedeutet lernen, lernen, lernen. Da wir zur Zeit aber nicht ganz so viel Training haben wie noch vor zwei bis drei Wochen, haben sich tatsächlich auch Zeitfenster dafür geöffnet. Und wenn das dann alles geschafft ist, geht tatsächlich mein erstes Jahr Amerika schon zu Ende. Ich kann es selbst kaum glauben.

In diesem Sinne wünscht Euch allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

Euer Leon.

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