Andre Agassi v Thomas Muster – Berenberg Classics

Thomas Muster: „Ich fühlte mich unschlagbar“

Vor 20 Jahren gewann Thomas Muster die French Open. Ein Gespräch mit der Sandplatz-Legende über die Ruhe nach dem Titel, Nadal, Stich, Becker, Doping, zu langsame Bälle und eigenen Wein.

Ein Anruf in Noosa Head, Australien. Dort, 140 Kilometer nördlich von Brisbane, lebt Thomas Muster sechs Monate im Jahr. Sein früheres Haus mit Tenniscourt und Hubschrauberlandeplatz hat er verkauft. Ganz  in der Nähe liegt sein neues Domizil, wo er mit seiner Frau Caroline und Tochter Maxime wohnt, wenn er nicht gerade in Österreich ist. „Sollen wir Ihnen das Interview zur Freigabe zuschicken?“, fragen wir am Ende des Gesprächs – das Gegenlesen ist in der Branche so üblich. „Wieso?“, fragt Muster, „bei mir gibt es keine Geheimnisse. Ich rede immer offen!“ Dann los…

GRÖßTER TRIUMPH: Muster 1995 mit dem Coupe des Mousquetaires.

GRÖßTER TRIUMPH: Muster 1995 mit dem Coupe des Mousquetaires.

Herr Muster, 1995 gewannen Sie die French Open – ein Grund für eine Jubiläumsfeier?

Nein, das ist abgehakt. Ich freue mich ja nicht jeden Tag, Paris gewonnen zu haben. Für die Geschichtsbücher mag das interessant sein, für mich weniger.

Sie galten damals als der beste Sandplatzspieler der Welt. Fühlten Sie sich unbesiegbar?

Diese Momente gab es definitiv. Wahrscheinlich war ich eine Zeitlang der beste, aber nicht der erfolgreichste Spieler. Ich fuhr jahrelang als Favorit zu den French Open. Am Ende sprang allerdings nur ein Titel raus. Es hätten schon ein oder zwei mehr sein dürfen. Jim Courier und Sergi Bruguera, die beide zweimal Paris gewannen, schlug ich regelmäßig. Gustavo Kuerten holte drei Titel. An solchen Zahlen wird alles gemessen.

Was machte Sie so gut?

Ich habe es verstanden, die Bälle gut zu verteilen. Ich war sicherlich nicht der beste Aufschläger oder Volleyspieler. Aber ich nutzte die Schwächen der Gegner konsequent aus und spielte extreme Winkel.

Sie haben Sandplatztennis revolutioniert.

Ich habe etwas Neues hereingebracht. Vorher spielte man nicht mit so viel Tempo und Seitschnitt. Meine Vorbilder hießen Guillermo Vilas und Henri Leconte. Ich habe eine Mischung zwischen den beiden gefunden. Aber es gab auch Spieler, an denen ich komplett scheiterte. Stefan Edberg schlug mich auf allen Belägen. Heute würde er mit seinem Spiel ins offene Messer laufen.

Was Thomas Muster über sein gescheitertes Comeback 2010 sagt, wie er über Rafael Nadal denkt und wer seine Top 5 auf Sand sind, können Sie im großen Interview im neuen tennis MAGAZIN lesen! Ausgabe 6/2015 – jetzt am Kiosk!

 

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