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US Open Stories: Warten auf die Stars

Im riesigen Nike-Store von New York City an der 57. Strasse wurde die Tennisabteilung von einem der Obergeschosse ausnahmsweise in den Eingangsbereich verlegt, durch den alle Besucher strömen. Dort, inmitten von neuen Kollektionen und stylischen Tennisschuhen, hängt ein großes Werbeplakat: Roger Federer, „Magier mit perfekter Kontrolle“, gegen Rafael Nadal, „Matador des Spins“ – das Duell der US Open 2008. Soll es werden. Ein echter Showdown eben. Wie im Wimbledon-Finale 2008.



John, ein Mitarbeiter, interessiert sich trotz der protzigen Aufmachung nicht für die anstehenden US Open in seiner Stadt. „Mann, die Football-Saison beginnt bald. Das ist viel wichtiger“, sagt er und macht eine abfällige Handbewegung in Richtung Tennisabteilung. Als wolle er sagen: „Das ist doch eh nur ein Sport für Weicheier!“

Die US Open hatten es in New York schon immer schwer. Es ist vor allem ein Turnier für Touristen und Fans aus aller Welt – nicht unbedingt für die Bevölkerung aus Manhattan. Selbst die New York Times, wichtigste Tageszeitung am Ort, widmet dem Turnier in seiner üppigen Sonntagsausgabe nur ein paar mickrige Zeilen. 24 Seiten umfasst der Sportteil heute. Und Tennis kommt auf der allerletzten Seite vor. Es gibt ein Agentur-Stück über das Vorbereitungsturnier in New Haven, eher langweilig also. Immerhin: Am Monatg soll es eine Extra-Beilage zum letzten Grand Slam-Turnier des Jahres geben.

Mit der Subway nach Queens

Enthusiasmus kommt es erst auf, wenn man Manhattan mit der Subway in Richtung Queens verlässt. Sie führt zum National Tennis Center. Und schon heute, am Sonntag vor Turnierbeginn, tummeln sich auf der Anlage in Flushing Meadows etliche Tennisfans, um den Profis beim Training zuzusehen. Die Veranstalter informieren nicht ohne Stolz: Schon jetzt seien mehr als 600 000 Tickets verkauft worden. Man geht davon aus, den Vorjahresrekord von mehr als 715 000 Zuschauern in zwei Wochen zu übertreffen.

Dabei sollen natürlich die Stars der Tennisszene helfen: Ivanovic, Roddick, Federer, Nadal, die Williams-Sisters. Sie blicken gemeinsam mit provozierenden Gesten von ganzseitigen Anzeigen in der Tagespresse, grüßen zusammen von vorbeifahrenden Bussen und schmücken ganze Häuserfassaden. „It‘ s Showtime“ verkünden sie.

Für John aus dem Nike-Store noch lange kein Grund raus nach Queens zu fahren. Aber dann überlegt er kurz: „Hey, diese Sharapova könnte ich da doch auch sehen, oder? Die ist verdammt hot!“ Schade nur, dass sie 2008 nicht bei den US Open mitspielt. Sie ist verletzt.

Tim Böseler, Redakteur, berichtet täglich in seinem Blog „US Open Stories“ aus New York City

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