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„Vier gewinnt“: DTB-Quartett auf dem Sprung

Vier deutsche Nachwuchshoffnungen treten in dieser Woche beim ITF-Future-Turnier in Hamburg presented by Tannenhof an. Marvin Möller reiste mit seinem ersten Profititel im Gepäck in die Hansestadt. Der 18-Jährige gewann letzte Woche das Future-Turnier in Bad Salzdetfurth – der größte Erfolg in seiner noch jungen Profikarriere. „Es ist etwas ganz Besonderes, einen Titel bei den Herren zu gewinnen. Ich habe es geschafft, eine Woche lang richtig gutes Tennis zu zeigen.”, sagte Möller. Vor Turnierbeginn stellten sich Daniel Altmaier (19), Rudi Molleker (16), Louis Weßels (19) und Marvin Möller (18) (im Bild v. l. n. r.) den Fragen der interessierten Journalisten.



Der Standpunkt der vier Talente zu den erstamls getesten Regeln (Shot Clock, Hawk Eye Live, keine Linienrichter, verkürzte Matches) in Mailand bei den Next Gen Finals:

Alle vier haben bei diesem Aspekt die gleiche Meinung: besser keine Regeländerungen. Der Tennissport, so wie er momentan ist, sei für Spieler und Zuschauer gut. Das Verkürzen des Spiels auf vier Gewinnspiele pro Satz könne bei den Zuschauern besser ankommen, allerdings sei das eine große Umstellung für die Profis, die es gewohnt sind, den Satz bis sechs zu spielen. „Es ist sehr schwierig, wenn man 0:2 zurückliegt, nochmal ein Comeback zu starten“, sagt Weßels.

Die Shot Clock (zeigt die verbleibende Zeit an, um aufzuschlagen) sei ein weiterer Stressfaktor. Man müsse immer die Uhr im Blick haben, um keine Verwarnung zu kassieren. „Die Spieler bekommen nur 20 Sekunden Zeit zwischen den Punkten. Die Shot Clock kam auch bei den Junior US Open zum Einsatz. „Ich habe das als unangenehm empfunden, weil man immer den Druck hat, auf die Sekunde genau aufzuschlagen. Das finde ich übertrieben“, berichtet Molleker.

Allerdings gibt es auch eine Sache, die den Youngsters gefällt: Es wird bei den Next Gen Finals keine Linienrichter mehr geben, sondern das sogenannte Hawk Eye Live tritt in Kraft. Dadurch weiß der Schiedsrichter sofort, ob der Ball im Feld oder daneben war.

„Ich bin ein Fan von den jetzigen Regeln, aber trotzdem gespannt, wie man das Ganze nach einer Turnierwoche betrachtet. Eventuell gibt es dann zwei oder drei Turniere pro Jahr mit manchen Neuerungen“, sagt Altmaier.

Auch das Familienleben gestaltet sich bei allen gleich – nämlich schwierig:

Wegen der vielen Turniere und dem intensiven Training müsse die Familie zurückstecken. Meine Eltern waren seit knapp eineinhalb Jahren nicht mehr bei einem meiner Turniere dabei. Vor einiger Zeit bin ich alleine nach Berlin gezogen und habe auch meinen Trainingsstandort dorthin verlegt“, erzählt Almaier über seine Situation. Alle vier sind ihren Eltern sehr dankbar, dass sie ihnen die Chance auf eine Profikarriere, gegeben haben. Aber mittlerweile hat es mehr Sinn, mit dem Coach zu reisen.

Weßels meint: „Man ist täglich in Kontakt und telefoniert zwei bis dreimal. Mama kann ja auch nicht loslassen.“

Der Sprung von der Future-Tour zu den Profis verlief/ verläuft unterschiedlich bei dem Quartett:

Während Molleker, Weßels und Möller auf ihren Sprung zu den Profis hinarbeiten, kratzte Altmaier schon an den Top 200. Er spielte beriets mit 15 Jahren sein erstes Profiturnier und gewann sein erstes mit 17. Er schlug eine andere Richtung ein als die anderen und merkte deshalb früh, wie Profitennis funktioniert. Alle vier halten die Juniorentour für eine gute Sache, da sie schon einen guten Einblick gäbe. Man trifft bei Grand Slam-Turnieren auf die Profis und kann sich bei ihnen viel abschauen. Allerdings bekam man da noch alles gestellt. Auf der Future-Tour muss man Hotel, Anreise etc. alles selbst organisieren.

Weßels über seine Entwicklung; „Jetzt muss ich langsam anfangen, Tennis als meinen Job zu betrachten. Es hat eine Weile gedauert, das richtig zu begreifen.“, stellt Wessels fest. „Bei den Profis schaut keiner mehr, wie hoch du bei den Junioren in der Weltrangliste standest. Dort beginnt es wieder von null“, meint Möller.

Die vier vielversprechenden DTB-Spieler im Kurzporträt:

Daniel Altmaier

  • Geburtsdatum/-ort: 12. September 1998/Kempen
  • Größe: 1,91 m
  • Aktuelles Ranking Einzel: 237
  • Bestes Ranking Einzel: 210
  • Größte Erfolge:

    • Fünf ITF-Titel
    • Viertelfinalteilnahme beim ATP-Turnier in Antalya

Marvin Möller

  • Geburtsdatum/-ort: 18.01.1999/Hamburg
  • Größe: 1,78 m
  • Aktuelles Ranking Einzel: 935
  • Bestes Ranking Einzel: 899
  • Größte Erfolge:

    • Fünf ITF-Junioren-Titel
    • ITF-Titel in Bad Salzdetfurth

Rudi Molleker

  • Geburtsdatum/-ort: 26.10.2000/Severodonezk, Ukraine
  • Größe: nicht bekannt
  • Aktuelles Ranking Einzel: 573
  • Bestes Ranking Einzel: 571
  • Größte Erfolge:

    • Fünf ITF-Junioren-Titel
    • Team Weltmeister Junioren U14
    • Viertelfinalteilnahme French Open Juniorenturnier
    • Hauptfeldteilnahme nach erfolgreicher Qualifikation am Hamburger Rothenbaum

Louis Weßels

  • Geburtsdatum/-ort: 27. August 1998/Bielefeld
  • Größe: 2,01 m
  • Aktuelles Ranking Einzel: 654
  • Bestes Ranking Einzel: 515
  • Größte Erfolge:

    • Sieben ITF-Junioren-Titel
    • Hauptrundensieg am Hamburger Rothenbaum

Text: Moritz von Blittersdorff

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