Viktor Troicki: „Du bist so ein schlechter Schiedsrichter“

Im Video: Viktor Troicki rastet komplett aus

Viktor Troicki hat sich während seiner Zweitrundenpartie gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas einen Ausraster geleistet, den man so in Wimbledon lange nicht mehr gesehen hat. Bereits im dritten Satz gab es die erste Auseinandersetzung zwischen dem Serben und dem italienischen Unparteiischen Damiano Torella. Beim Stand von 30:30 und 3:5 aus der Sicht von Troicki gab der Schiedsrichter einen Passierball von Ramos-Vinolas gut. Troicki konnte die Entscheidung des Schiedsrichters nicht nachvollziehen. Er konnte auch nicht das Linienüberwachungssystem „Hawkeye“ bemühen, weil es das auf Nebenplatz 17 nicht gibt.

Keine Kreide am Filz

Stattdessen ließ sich Troicki den Ball geben, um dem Schiedsrichter zu zeigen: Siehst du, keine Spuren von Kreide am Filz; der Ball hat also nicht die Linie berührt. Für Troicki Beweis genug dafür, dass der Ball aus gewesen ist. Torella ließ sich von seiner Entscheidung jedoch nicht mehr abringen und sprach dem Spanier den Punkt und damit Satzball zu. Mit einem Vorhand-Winner brachte sich Ramos-Vinolas dann auch mit 2:1-Sätzen in Führung.

Viktor Troicki war mit der Schiedsrichterleistung in seinem Zweitrundenspiel gegen Albert Ramos-Vinolas alles andere als zufrieden.

Viktor Troicki war mit der Schiedsrichterleistung in seinem Zweitrundenspiel gegen Albert Ramos-Vinolas alles andere als zufrieden.

Im entscheidenden fünften Durchgang, den Troicki mit einem 6:2 im vierten Satz erzwungen hatte, eskalierte die Situation dann völlig: Als Ramos-Vinolas zum Matchgewinn servierte, korrigierte der Schiedsrichter beim Stand von 30:30 eine Entscheidung des Linienrichters, der ein Ass des Spaniers ausgegeben hatte und sprach Ramos-Vinolas den Matchball zu.

Diese Entscheidung war für Troicki dann endgültig zu viel. Erneut ließ er sich den Ball geben und forderte den Schiedsrichter vehement auf, sich den Ball anzuschauen und daraufhin zu erkennnen, dass der Ball im Aus war. Aber der Schiedsrichter ließ keinerlei Diskussion aufkommen. Dieses aus Troicki unverständliche Verhalten quittierte der Serbe mit den Worten: „Du bist der schlechteste Schiedsrichter der Welt! Was machst du hier? Du hast den Ball doch gar nicht gesehen! Du bist so schlecht!“ Den Ball drosch Troicki daraufhin vom Platz.

„Weißt du, was du hier getan hast?“

Auch nach dem Match konnte sich die Nummer 27 der Welt nicht beruhigen. „Weißt du, was du hier getan hast? Du bist schrecklich! Was machst du hier? Du bist der schlechteste überhaupt! Tut mir leid, du bist ein Idiot! Du hast 30 Fehler gemacht, nicht nur bei mir, auch bei ihm! Sorry, das musste dir mal jemand sagen! Du hast gar nichts gesehen heute, weißt du das?“

Als Troicki den Platz verließ, ging es gleich zu Supervisor Andrew Jarret. Danach stellte Troicki die Situation so dar: „Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht verstehen kann, wie man so einen Schiedsrichter ansetzen kann. Er hat null Erfahrung für solche Matches. Ich denke, der Schiedsrichter müsste genauso bestraft werden wie ich jetzt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Troicki mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden ist. 2013 in Rom gab der Franzose Cedric Mourier im Spiel gegen den Letten Ernests Gulbis einen Schlag von Troicki aus, woraufhin Troicki den Abdruck sogar fotografierte und einen Kameramann auf den Platz holte:

Inzwischen ist auch Troickis Strafe offiziell. Er muss, genau wie übrigens auch Serena Williams für ihr Schlägerzerstören (hier im Video),  knapp 9.000 Euro zahlen.

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  1. Josef

    Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern breitet sich immer mehr aus.

    Schiedsrichter können Fehler machen, ebenso wie Spieler und Spielerinnen. – Niemand ist perfekt.
    Troicki sollte m.E. für sein respektloses und unsportliches Verhalten für mehrere Turniere gesperrt werden. – Und zwar solange bis er kapiert hat und sich entschuldigt.

    Null Toleranz für Rüpel!


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