Andy Murray folgt Milos Raonic ins Wimbledon-Finale

Wimbledon-Finale ohne Federer: Raonic trifft auf Murray

Lokalmatador Andy Murray und Final-Debütant Milos Raonic spielen am Sonntag (15.00 Uhr MESZ/Sky) um den Wimbledon-Titel. Der Brite Murray gewann sein Halbfinale gegen Tomas Berdych (Tschechien) 6:3, 6:3, 6:3. Der Kanadier Raonic bezwang den siebenmaligen Champion Roger Federer (Schweiz) nach einem Krimi über 3:25 Stunden mit 6:3, 6:7 (3:7), 4:6, 7:5, 6:3. Ein Wimbledon-Finale ohne Federer – das gab es zuletzt 2013, als er gegen Sergiy Stakhovsky in der zweiten Runde verlor.

Murray (29) greift nach seinem zweiten Wimbledonsieg nach 2013. Damals hatte er die 77-jährige Wartezeit der Gastgeber auf einen Triumph im All England Club beendet. Raonic (25) steht als erster Kanadier überhaupt im Finale eines Grand Slam-Turniers – und dann gleich in Wimbledon.

Das letzte Duell zwischen Murray und Raonic liegt erst drei Wochen zurück. Im Endspiel des Vorbereitungsturniers im Londoner Queen’s Club auf Rasen siegte Murray in drei Sätzen – 6:7, 6:4, 6:4. Insgesamt liegt der Schotte auch im direkten Vergleich vorne. Von bisher neun Partien gegen Raonic gewann Murray sechs.

Federer war auf dem Weg zum Sieg

Federer war im Match gegen Raonic eigentlich auf dem Weg sein elftes Wimbledon-Finale. Er führte mit 2:1 Sätzen und auch im vierten Durchgang war er größtenteils tonangebend, er vergab allerdings drei Breakchancen. Bei 5:6 und eigenem Aufschlag verspielte er dann leichtfertig einen 40:0-Vorsprung. In der Phase des Matches unterliefen im gleich zwei Doppelfehler hintereinander. Später sagte Federer: „Unerklärlich. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Zwei Doppelfehler dürfen mir nicht passieren. Ich bin wütend auf mich, das darf nicht vorkommen.“ Raonic nutzte die kurze Schwächephase von Federer: Ihm gelang das Break zum 7:5 – der fünfte Durchgang musste die Entscheidung bringen.

Der Kanadier startete besser in den finalen Satz. Nach einem spektakulären Ballwechsel breakte er Federer zur 3:1-Führung. Den Vorsprung transportierte er schließlich ins Ziel.

Für Federer (34) war es die erste Niederlage in einem Halbfinale von Wimbledon überhaupt. Zuvor hatte der Grand-Slam-Rekordchampion bei zehn Anläufen zehnmal das Endspiel erreicht. Nach der Niederlage sagte der Schweizer: „Ich fühle eine große Traurigkeit, dass ich hier nicht um den Titel spielen kann. Leider Gottes überwiegt die Frustration, obwohl ich auch stolz sein kann. Ich hätte vorher niemals gedacht, dass ich soweit kommen würde.“

Federers letzter Grand-Slam-Titel und gleichzeitig sein siebter Triumph in Wimbledon liegt nun vier Jahre zurück. In den vergangenen beiden Jahren hatte er das Finale gegen Novak Djokovic verloren, der Serbe schied in diesem Jahr bereits in der dritten Runde überraschend aus.

Berdych (30) verpasste indes sein zweites Wimbledonfinale nach 2010. In der dritten Runde hatte der langjährige Top-Ten-Spieler die deutsche Tennishoffnung Alexander Zverev (Hamburg) aus dem Turnier geworfen.

(SID/timboe)

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