BNP Paribas WTA Finals Singapore presented by SC Global – Previews

WTA-Finals in Singapur: Die große Gala-Nacht

Am morgigen Sonntag beginnen die WTA-Finals in Singapur. Wir berichten täglich vom letzten Saison-Höhepunkt auf der Damentour.



Text: JA/Allmedia

An den Dinner-Tischen im „Marina Bay Sans Conference Center“ war gerade der Hauptgang bei der WTA-Gala-Nacht aufgetragen worden – gegrillte Hühnerbrust mit Pilzfüllung, Pomme Puree und Gemüsemedley -, da tauchte doch noch einmal der Name von Angelique Kerber auf. Die Frau, die vor einem Jahr im südostasiatischen Stadtstaat als Nummer 1 der Welt in das WM-Turnier gegangen und auch als Spielerin des Jahres ausgezeichnet worden war, erhielt nun eine leicht bescheidenere Auszeichnung – den Jerry Diamond Aces Award für die „stete Promotion“ des Damentennis im vergangenen Jahr. Kurz tauchte ein Foto von Kerber auf den Leinwänden auf, dann sagte der Zeremonienmeister des Abends noch genau dies als Gruß an die abwesende Deutsche: „We wish her the best.“ Alles Gute also nach diesem Trostpreis, Angelique Kerber.

Halep gewinnt das „Porsche Race to Singapore“

Vor zwölf Monaten hatte Kerber auf dieser Bühne, im Konferenzzentrum neben dem Sechs-Sterne-Palast „Marina Bay Sands“, auch als „Spielerin des Jahres“ gestanden. Uneingeschränkt, eindeutig. Zwei Grand Slam-Titel, Finale in Wimbledon, Finale bei den Olympischen Spielen, dazu weitere Turniersiege. Dann kam das schwierige Jahr für die Kielerin, aber auch ein Jahr, in dem die Machtverhältnisse insgesamt in der Branche etwas unübersichtlich und komplex waren.

WTA-Finals in Singapur

SPIELERIN DES JAHRES: Die Spanierin Garbine Muguruza erhielt von der WTA die wichtigste Auszeichnung des Jahres.

Das war dann auch bei dieser Gala-Nacht zu erkennen, denn es passierte etwas Seltenes: Die Spielerin, die das „Porsche Race to Singapore“, also die Jahreswertung, gewonnen hatte – Rumäniens Simona Halep – wurde nicht zur „Spielerin des Jahres“ gewählt. Bei dem Votum der internationalen Fachjournalisten landete schließlich die Spanierin Garbine Muguruza auf Platz eins. Muguruza, derzeit in der Weltrangliste ganze 40 Zähler hinter Halep auf Platz 2 eingestuft, hatte Mitte Juli das zweite Grand Slam-Turnier ihrer Karriere in Wimbledon gewonnen. „Ein Meilenstein, ein unbeschreibliches Erlebnis“, wie die 24-jährige auf der Bühne verriet.

Halep und Muguruza werden vermutlich auch bei diesem Finalturnier zentrale Rollen einnehmen. Als Porsche Race-Gewinnerin bekam die Rumänin bereits einen Porsche 911 Carrera GTS überreicht (s. Beitragsbild oben), doch was wird für die drahtige Kämpferin jetzt bei den Ausscheidungsspielen herauskommen – in der Gruppenphase und darüberhinaus? „Ich bin hochmotiviert. Ich will hier das Jahr mit einem Titel beschließen“, sagte Halep an diesem Gala-Abend, bei dem sie sichtlich ein großes Problem hatte: „Es ist ungewohnt, sich mit diesen hochhackigen Schuhen zu bewegen. Das ist schwerer als jedes Tennismatch.“ Halep trifft in der Roten Gruppe auf Spielerinnen mit ähnlichem Profil – auf typische Konterkünstlerinnen wie Elina Switolina und Caroline Wozniacki. Komplettiert wird die Gruppe von Spätzünderin Caroline Garcia aus Frankreich, die sich auf den allerletzten Drücker mit Turniersiegen in Wuhan und Peking noch ihr Ticket nach Singapur gesichert hatte.

Neuauflage des Wimbledon-Endspiels

„MOST IMPROVED PLAYER“: French Open-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland.

Die Weiße Gruppe bietet ein gegensätzliches Bild. Alles, was in der Elitegruppe des Damentennis für Power steht, ist hier versammelt: Muguruza, dazu die Tschechin Karolina Pliskowa, Altmeisterin Venus Williams und schließlich die Überraschungssiegerin von Paris, die Lettin Jelena Ostapenko. „Eine Hammergruppe“, befand da nicht allein Ehrengast Lindsay Davenport (USA), die im Verlauf des Abends die „Player of the Year“-Trophäe an Halep übergeben hatte. Gleich am Eröffnungstag kommt es zu Duellen harter Draufschlägerinnen in dieser Gruppe.

Zuerst spielen am Sonntag Pliskova und Williams gegeneinander (11 Uhr deutsche Zeit), dann folgt der Zweikampf zwischen Muguruza und Ostapenko. Am Montag folgen die Spiele von Halep gegen Garcia und Svitolina gegen Wozniacki. „Ich denke, einer der Höhepunkte der Gruppenspiele wird sicher die Neuauflage des Wimbledon-Endspiels zwischen Garbine und Venus sein“, erklärte WTA-Chef Steve Simon, der sich gemeinsam mit rund 500 Gästen auch am Showteil der Gala-Nacht begeisterte, an einer Modenschau von lokalen Designerlabels (Peter Kor, Max Tan, Ong Shunmugam, Thomas Wee, Marilyn Tan) und Auftritten von Singapurs Popgrößen Shigga Shay, Natalie Ong und Aishyah Aziz.

Als gegen zehn Uhr abends das Dessert serviert wurde, Schokoladenmousse mit Waldbeerenkompott und Himbeereis, waren die Hauptdarstellerinnen der Gala schon gegangen – zurück auf ihren Zimmer im „Marina Bay Sands“-Palast. „Es war ein langer, anstrengender Tag. Auch ohne Match“, hatte Halep vorher gesagt, die Nummer 1, „die ganzen Vorbereitungen für die Gala. Das professionelle Make-Up, die vielen Fotosessions, ich bin froh, wenn es dann endlich auf den Platz geht am Montag.“ Davor stehen noch weitere Marketing- und Promotionauftritte. Und noch viele Gespräche mit dem internationalen Pressekorps am Samstag, am Media Day.

Die weiteren WTA-Awards 2017:

Newcomer of the year: C.C. Bellis (USA)

Comeback player of the year: Sloane Stephens (USA)

WTA Doubles team of the year: Martina Hingis/Chan-Yung Chan (Schweiz/China)

Most improved player of the year: Jelena Ostapenko (Lettland)

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