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Zverev voll im Plan

Alexander Zverev hat sein volles Potenzial bislang bei keinem der Grand-Slam-Turniere ausgeschöpft. Das soll sich in Wimbledon ändern – wenn der Körper mitspielt.



Erstrundenmatch gegen Donskoy

Für einen Moment dachte Alexander Zverev an das Schlimmste. Die Hände vors Gesicht geschlagen, wälzte er sich über den Rasen, griff sich im nächsten Moment ans Knie. Zverevs Wimbledon-Traum drohte bereits im Training geplatzt zu sein, bis er Entwarnung gab.

„Es ist keine Verletzung, ich habe mir nur ein bisschen weh getan“, sagte der deutsche Hoffnungsträger bei Sky Sport News HD. „Für Dienstag werde ich schon wieder bereit sein.“ Am zweiten Turniertag im All England Club trifft „Sascha“ Zverev in seinem Erstrundenmatch auf den Russen Evgeni Donskoy (27).

Der Russe Evgeny Donskoy trifft in der ersten Runde auf deutschlands Topspieler Alexander Zverev.

Der Russe Evgeny Donskoy trifft in der ersten Runde auf deutschlands Topspieler Alexander Zverev.

Es soll sein erster Schritt in eine andere, bislang unbekannte Welt werden: Die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers, in der es um den Titel geht. Bislang war Zverev stets vorher ausgeschieden. Im Mai gewann Zverev in Rom sein erstes großes Turnier und zog dadurch in die Top 10 ein. Zuletzt bei den French Open in Paris in Runde eins.

Die vielen Turniere ergeben Sinn

„Ich denke, ich kann in Wimbledon viele Matches gewinnen. Ich kann weit kommen, weiter als ich es je bei einem Grand Slam geschafft habe“, sagte Zverev nach seinem Finaleinzug beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen. Dort bekam er jedoch eine Lehrstunde von Roger Federer. Das Achtelfinale am kommenden Montag ist das Etappenziel, bis dahin sollte Zverev als Nummer zehn der Setzliste in jedem Match favorisiert sein. Wenn sein Körper mitspielt.

Nach dem kraftraubenden Frühling auf den europäischen Sandplätzen, zwei Rasenturnieren mit den Endspielen im Einzel und Doppel bei den Gerry Weber Open schmerzten Knie und Achillessehne. 14 Turniere hat Zverev in dieser Saison bereits bestritten, achtmal schlug er zusätzlich im Doppel auf. Kaum ein anderer Spitzenspieler hat sich solch ein Programm zugemutet. Doch hinter den Strapazen steckt ein Plan.

„Dieser Plan begann, als er 16 Jahre alt war“, erzählt Zverevs chilenischer Manager Patricio Apey: „Wir haben gesagt, dass es fünf Jahre dauert, den Startpunkt zu erreichen, an dem Sascha bereit ist, sein Potenzial auszuschöpfen.“ Noch immer ist Zverev (20) ein Jahr vom Ende seiner Aufbauphase entfernt, noch immer arbeitet er mit Fitnesscoach Jez Green an seinem Muskelaufbau.

Zverev Plan

Die Zverev-Brüder gewannen in diesem Jahr in Montpellier ihren ersten gemeinsamen ATP-Titel.

Zusätzlich spielt er bis zu den US Open im Spätsommer so viele Turniere wie möglich, auch im Doppel mit seinem Bruder Mischa, um an seinen wenigen spielerischen Schwächen (Volley) zu feilen und Matchhärte zu erlangen. Bislang ging der Plan der Familie Zverev perfekt auf, weil den jüngsten Spross keine größere Verletzung aus der Bahn warf.

Aus den wenigen Rückschlägen und unerwarteten Niederlagen hat Zverev bislang stets die richtigen Schlüsse gezogen. Nach dem Erstrunden-Aus in Paris wird er im All England Club seinen Auftaktgegner Donskoi daher nicht unterschätzen, obwohl der Weltranglisten-98. noch nie ein Match in Wimbledon gewonnen hat. Immerhin gehört Donskoi zu den drei Spielern, die in diesem Jahr gegen den großen Roger Federer gewonnen haben. SID/Red

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