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Mamma Mia!

Man muss sie einfach mögen. Wenn sie mit Badelatschen ihren Kinderwagen über die Turnieranlagen schiebt. Wenn sie mit wildfremden Passanten plaudert. Wenn sie unter riesigem Applaus die Courts betritt und später in Pressekonferenzen freundlich lächelnd von ihrem neuen Leben erzählt. Lindsay Davenport ist zurück in der Tennisszene: mit Fläschchen, Windeln und Babynahrung. Mit dem acht Monate alten Filius Jonathan-Jagger, einer Nanny und gelegentlich auch ihrem Mann Jon Leach, einem Investmentbanker, der den Luxus genießt, nur dann arbeiten zu müssen, wenn er es möchte.
Elf Monate pausierte Davenport, und man hat sich nicht ausmalen können, dass die Amerikanerin noch einmal zurückkommen würde. Sie selbst auch nicht: Ich kann mir nicht vorstellen, noch einmal Tennis zu spielen, sagte Davenport kurz vor Weihnachten 2006. Es sprach nicht viel dafür weiterzumachen. Das Knie schmerzte. Die Babypause stand bevor, und beweisen musste sie nach Grand Slam-Siegen in New York (1998), Wimbledon (1999) und Melbourne (2000), nach 36 Wochen auf Platz 1 der Weltrangliste und 13 Jahren auf der Tour auch nichts mehr.



Zwar fehlte die Abschiedsgala, aber Blumen und bunte Luftballons interessierten Lindsay Davenport ohnehin nie. Nicht sie, die immer so normal war, die sich bei Siegerehrungen erst brav bei den Sponsoren und Veranstaltern bedankte und dann die Gegnerinnen tröstete. Sie war das Anti-Glamourgirl der Tour, das in den ersten Jahren wegen seiner Größe und seines Gewichts als Godzilla verspottet, aber im Laufe der Jahre mehr und mehr respektiert wurde. Vor allem als Athletin! Mit dem Schmelzen der Pfunde wuchs ihr Selbstbewusstsein und die Zahl der Titel. Martina Navratilova schwärmte vor ein paar Jahren fast poetisch: Sie trifft den Ball am saubersten. Ihr Schläger küsst den Ball.

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