Australian Open 2008 – Day 1

Der mit der Rückhand tanzt

„Wow“, dachte ich nur, als ich Philipp zum ersten Mal spielen sah und er seine unwiderstehliche Rückhand die Linie runterspielte. Diese flüssige, geschmeidige Bewegung imponierte mir. Was mir sofort auffiel: Sein Bewegungsablauf war natürlich und nicht antrainiert. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Es gibt nur wenige Spieler, die so eine natürliche einhändige Rückhand wie Philipp spielen. Sie ist nicht nur hübsch anzusehen. Sie ist auch äußerst effektiv und gefährlich, weil er mit ihr alles machen kann auf dem Platz.
In dem beeindruckenden Match bei den Australian Open gegen Andy Roddick, das Philipp 8:6 im fünften Satz gewann, konnte man gut sehen, wie stark seine Rückhand ist. In den knapp vier Stunden gelangen ihm über 30 Rückhand-Winner. Roddick sagte nach der Partie: Seine Rückhand war schon imposant.Und Philipp musste  auf seiner  Pressekonferenz  vor allem Fragen zur Rückhand beantworten. Was für Roddick der Aufschlag ist, ist für mich die Rückhand, antwortete er. Besser lässt sich kaum beschreiben, wie wohl er sich bei seinem Lieblingsschlag fühlt.       



Volles Vertrauen

Philipp hat in seine Rückhand volles Vertrauen, weil sie technisch einwandfrei ist und er durch seine erstklassige Beinarbeit während eines Matches fast immer in der Lage ist, eine gute Schlagposition einzunehmen selbst wenn er extrem unter Druck gesetzt wird.

Die Beinarbeit ist die Grundvoraussetzung für seine ausgeprägte Rückhandstärke. Philipp ist ständig in Bewegung, er geht extrem tief in die Knie, um aus seinen Beinen noch zusätzliche Power für die Schläge zu holen. Wer ihn genau beobachtet, wird feststellen, dass er sehr viele kleine Trippelschritte macht. Das ist so genau richtig, um ständig für schnelle Richtungswechsel bereit zu sein. Er läuft nicht über den Platz, er tänzelt leichtfüßig über ihn hinweg. Im Training bauen wir oft Übungen ein, die dieses Tänzeln über den Court unterstützen sollen. Philipp muss zum Beispiel im Höchsttempo zwei Hütchen im Form einer Acht umkurven. Dabei wechselt er immer zwi-schen kurzen Vorwärtsschritten und schnellen Side-Steps hin und her.

Die gesamte Analyse von Michael Geserer und eine Selbsteinschätzung von Philipp Kohlschreiber lesen Sie in Heft 3/2008.

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