BNP Paribas Open – Day 8

Schlaganalyse: Serve-and-Volley von Mischa Zverev

Wie man mit Serve-and-Volley erfolgreich spielt, zeigte Mischa Zverev in Melbourne. Unser Experte Patrick ­Mouratoglou analysiert Zverevs Lieblingsspielzug. 



Serve-And-Volley Beginnt schon beim Ballwurf

160123_zverev_serie_01-21_previewEine Serve-and-Volley-Attacke beginnt schon beim Ballwurf zum Aufschlag. Offensivspieler wie Zverev treffen den Ball möglichst weit vor dem Körper, um schneller in die Vorwärtsbewegung Richtung Netz zu kommen. Kaum verlässt der Ball den Schläger, macht sich Zverev schon auf den Weg nach vorne. Das Racket hält er dabei mittig vor dem Oberkörper, den Ball lässt er nicht aus den Augen. Zverev muss nun so schnell es geht nach vorne kommen, jeder Meter zählt jetzt.

Im Split-Step Auf den Return reagieren

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Besonders weit kommt Zverev in dieser Bildsequenz nicht. Sein Gegner nimmt den Return extrem früh, sodass Zverev im ­Niemandsland zwischen Grund- und T-Linie die Drehscheiben-Position einnehmen muss. Dort den ersten Volley spielen zu müssen, ist schwierig, aber Zverev löst die Situation gut. Um auf den Return reagieren zu können, ist sein Split-Step lehrbuchmäßig. Wichtig ist, dass er schon jetzt tief in die Knie geht – als würde er sich auf einen imaginären Stuhl setzen wollen.

Beine Bilden Fundament für das Flugballspiel

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Der Linkshänder bringt sich in Position für einen tiefen Vorhand-Volley. Auffällig ist, wie klein sich Zverev macht und dabei die Balance hält. Er lässt keine Hektik aufkommen – trotz seiner eher unkomfortablen Situation. Er lässt die Schlagfläche leicht nach hinten klappen. Zverev arbeitet auch jetzt vor allem mit den Beinen, sie bilden das Fundament für sein exzellentes Flugballspiel. Das rechte Bein löst sich vom Boden und macht sich bereit für den Ausfallschritt hin zum Ball.

Mit dem Mittelgriff zum Vorhand-Volley

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Zverev muss den Schläger weit nach unten führen, um ihn auf Ballniveau zu bringen.  Dadurch ist er gezwungen, noch tiefer in die Knie zu gehen. Sein Schlagarm ist kurz vor dem Treffpunkt leicht gebeugt. Für den Vorhand-Volley nutzt Zverev den Mittelgriff (oder Semi-Continentalgriff). Für ihn ist diese Griffhaltung im Vergleich zu ­seinem normalen Vorhandschlag keine große Umstellung. Zverev spielt nämlich von der Grundlinie fast mit einer ähnlichen Griffhaltung – passend zu seinem „Retro-Stil“

Öffnen der Schlagfläche für den Unterschnitt

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Im Moment des Treffpunkts setzt Zverev  mit der Ferse seines rechten Beins auf, den Ball muss er mit dem Schläger fast vom Boden kratzen. Trotz ­extremer Schlagposition bleibt er erstaunlich kompakt und geschmeidig in seinem Bewegungsablauf. Er öffnet die Schlagfläche jetzt, um dem Ball Unterschnitt mitzugeben. Bei tiefen Volleys geht es nicht anders: Nur durch den Slice und der daraus resultierenden Flugkurve bekommt Zverev so den Ball überhaupt noch übers Netz.

Noch gut einen Meter hinter der T-Linie

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Am Ende seines ersten Volleys nach dem Aufschlag befindet sich Zverev noch gut einen Meter hinter der T-Linie. Dadurch ist er jetzt natürlich verwundbar. Umso wichtiger ist, dass sein Volley möglichst lang und gut platziert ist – sonst wird er beim nächsten Konter seines Gegners wenig Chancen haben. Der Vorteil von Zverevs Spielstil ist seine Einzigartigkeit. Seine Gegner sind es nicht mehr gewohnt, dass jemand ständig attackiert. Zudem ist er Linkshänder. Das macht sein Spiel noch gefährlicher.

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