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Vorhand von Rafael Nadal: Der Auf-Reisser

Rafael Nadal beeindruckt mit seiner extremen Topspin-Vorhand nicht nur die Zuschauer, sondern auch seine Gegner. Vor allem auf Sand. Er gibt den Bällen soviel Drall mit auf den Weg, dass sich ihre Geschwindigkeit beim Aufprall auf der roten Asche enorm erhöht und  dass selbst die Nummer 1 der Welt, Roger Federer, Schwierigkeiten hat, die Bälle druckvoll zurückzuspielen.



Eine Besonderheit bei der Ausführung dieses Schlages ist der Ausschwung, wie in Bild 5 deutlich zu erkennen ist. Der Spanier schwingt nicht mit dem Schläger vor dem Oberkörper herum nach hinten aus, sondern er zieht bei vielen seiner Vorhandschläge den Schlagarm über den Kopf hinweg. Doch bevor ich die Wirkung dieser Technik erkläre, möchte ich die erste Phase des Schlages analysieren.

Der Hauptgrund für die Explosivität von Nadals Vorhand ist die sehr gute Beinarbeit. In unserem Beispiel bewegt er sich nach vorn und steht deshalb seitlich und nicht in der offenen Stellung zum Ball. Zur Vorbereitung geht er tief in die Knie (das hintere berührt fast den Boden) und baut so die Spannung für den Schlag auf.

Schnell wie ein Katapult

Der Schlägerkopf ist weit unten der Treffpunkt sehr tief. Nadal zieht den Schlagarm katapultartig nach oben und wischt so von unten nach oben über den Ball. Je steiler diese Bewegung ist, umso mehr Effet kann er den Bällen verleihen. Somit geht die Energie seiner Vorhand (anders als bei vielen Spielern) mehr in die vertikale als in die horizontale Richtung.

Man kann auf dem dritten Bild sehr gut erkennen, wie steil der Schlägerkopf zum Ball geführt wird. Außerdem sieht man, wie die Griffhand vor dem Schläger bleibt. Erst im Treffmoment bilden Faust und Schlägerkopf eine Linie. So geht keine Energie verloren und der Ball fliegt mit maximaler Power übers Netz.

Das schnelle Hochziehen des Schlagarmes hat aber noch einen weiteren Effekt. Es sorgt dafür, dass der Schläger automatisch in Richtung des Kopfes gezogen und nicht vor den Oberkörper geführt wird. Noch eine Anmerkung: Durch das Ziehen des Rackets über den Kopf wird auf keinen Fall mehr Spin erzeugt. Der Drall wird in der sogenannten Hauptaktion (kurz vor dem Treffpunkt, im Treffpunkt, kurz nach dem Treffpunkt) erzeugt. Sie sehen auf Bild vier, dass der Ball den Schläger längst verlassen hat, wenn die Phase des Ausschwingens eingeleitet wird. Deswegen kann der Ausschwung gar keine Auswirkung auf den Topspin des Balles haben.

Natürlich ist die Ausführung dieser Vorhand Rafael Nadals ganz eigener Stil. Sie bietet ihm jedoch neben dem äußerst effektiven Topspin einen weiteren Vorteil: Er bleibt mit seinem Oberkörper fast immer im Gleichgewicht. Normalerweise macht jeder Spieler mit dem Oberkörper beim Ausschwung eine starke Verwringung. Das bedeutet, dass man am Ende des Ausschwingens wieder in die frontale Position zurückdrehen muss.

Der 20-Jährige bremst mit dem Hochziehen des Rackets in Richtung des Kopfes die Rotationsbewegung des Oberkörpers ab und bleibt dadurch stabil. In Bild fünf ist der Beweis: Die Brust zeigt im Moment, in dem der Schläger über den Kopf zum Rücken geführt wird, nach vorn. Die Schultern sind parallel zum Netz. Der Körper ist absolut im Gleichgewicht.

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