Philipp Petzschner, der zuletzt zweimal im Halbfinale bei ATP-Turnieren stand, wäre ebenfalls ein wichtiger Mann gewesen, zumal er auch gut Doppel spielt.
Natürlich. Philipp hat durch seine Erfolge auf sich aufmerksam gemacht, er hatte einen super Einstand beim Halbfinale 2007 in Russland. Aber er möchte sich auf seine Turnierplanung konzentrieren. Er hat mir mitgeteilt, dass er dem deutschen Team 2010 nicht zur Verfügung steht. Auch Michael Berrer hat klasse gespielt, hat seit November rund 650 Punkte gesammelt und sein Ranking enorm gesteigert. Er hatte ebenfalls seine Planung so abgestimmt, dass er zumindest für das Match gegen Frankreich nicht zur Verfügung steht.
Wie haben Sie sich eigentlich gefühlt, als eine Absage nach der anderen kam?
Ich musste erst einmal durchatmen. Das ist eine Situation, die so noch nicht da war. Aber aus anderen Ländern kennt man das auch, dass Spieler ihre persönliche Karriere vorantreiben wollen. Ich habe immer darauf hingewiesen, dass es nicht selbstverständlich ist, wenn Tommy Haas Davis Cup spielt. Ich muss mit der Situation umgehen und es akzeptieren. Den Umständen entsprechend haben wir jetzt das beste Team.
Ist Benjamin Becker, der wohl als zweiter Einzelspieler zum Einsatz kommt, der Situation gewachsen?
Ich glaube ja. Er hat 2007 in Krefeld schon die besondere Atmosphäre beim Davis Cup kennengelernt. Benni weiß, was auf ihn zukommt. Er kann sich besser darauf einstellen als vor drei Jahren. Und er ist als Spieler gereift, hat eine Durststrecke durchstehen müssen, ist stark zurückgekommen und steht heute auf Platz 39, fast wieder dort, wo er damals rangierte.
Wo sehen Sie die Stärken von Simon Greul?
Er ist ein erfahrener, kampfstarker Spieler. Er ist unser Neuling, aber er ist auch schon fast 29 Jahre alt, hat viele Höhen und Tiefen weggesteckt. Ich kann nicht sagen, ob er zum Einsatz kommt, aber er ist in der Lage, Einzel und Doppel zu spielen. Zuletzt stand er in Südamerika in einem Doppelfinale.