WIMBLEDON

Pete Sampras – „Pistol Pete“ der Serientäter

Dank seines Aufschlags wurde Pete Sampras in den 90er-Jahren zum Herrscher von Wimbledon. Für „Pistol Pete“ war das Turnier sein persönlicher Superbowl.

„Wimbledon“, hat Pete Sampras einmal gesagt, „ist mein Superbowl.“ Man kann das wahrscheinlich nur verstehen, wenn man Amerikaner ist. Für sie ist der Superbowl das größte Sportereignis der Welt. Für Sampras war Wimbledon das Nonplusultra. Siebenmal siegte der Mann aus Kalifornien im All England Club – genau so oft wie Roger Federer. Die Parallelen sind groß: beide Gentleman, beide ausgestattet mit einer krachenden Vorhand und einem pfeilschnellen Aufschlag. Wobei: Das Service von „Sweet Pete“, „Pete Perfect“ oder „Pistol Pete“ war noch beeindruckender als das des Schweizers. Einen gemeinsamen Schwachpunkt (wenn man bei diesem Niveau überhaupt von Schwäche sprechen kann) hatten auch beide: die einhändige Rückhand.

Sampras’ Geburtsdatum ist der 12. August 1971. Kurioserweise wurde Federer ziemlich genau zehn Jahre später geboren (8. August 1981). Wenn der 1,85 Meter große Sampras die Neunziger Jahre prägte, dann war der genauso große Federer der Überflieger im neuen Millenium. Jede Dekade wird ein Superstar im Tennis geboren, lautet eine Faustregel. Bei Sampras und Federer stimmte dies exakt. Kurios auch: Sampras gewann 1993 seinen ersten Titel an der Church Road, Federers Premiere als Wimbledon-Champion war 2003 – zehn Jahre später.

Pistol Pete hätte mit Glück acht Titel in Folge gewinnen können

9 JUL 1995:  PETE SAMPRAS OF THE UNITED STATES HOLDS UP THE TROPHY AFTER DEFEATING BORIS BECKE ROF GERMANY IN THE MENS FINAL AT WIMBLEDON. SAMPRS WON THE MATCH 6-7 (2-7), 6-2, 6-4, 6-2. Mandatory Credit: Clive Brunskill/ALLSPORT

SIEBENMAL WIMBLEDONSIEGER: „Pistol Pete“ Sampras. (Foto: Getty Images)

Mit etwas Glück hätte es Sampras sogar auf acht Wimbledon-Titel in Folge bringen können. Zwischen 1993 und 1995 siegte er dreimal, zwischen 1997 und 2000 sogar viermal. 1996 machte ihm Richard Krajicek einen Strich durch die Rechnung. Der Holländer besiegte Sampras bereits im Viertelfinale, weil er noch besser aufschlug – und holte anschließend seinen einzigen Grand Slam-Titel.

Bei Sampras waren es insgesamt 14 Major-Titel. Zu den sieben Streichen im Londoner Südwesten kamen zwei Siege in Melbourne und fünf bei den US Open. Bei den French Open konnte Sampras nie gewinnen. Den Paris-Fluch hat er mit vielen prominenten Tennisspielern gemeinsam: John McEnroe und Jimmy Connors, Boris Becker und Stefan Edberg. Aktuell fehlt der Titel von Roland Garros auch noch in der Sammlung von Novak Djokovic.

Seine bitterste Niederlage kassierte Sampras 2002

GIB HER! Boris Becker "klaut" Pete Sampras nach dem Finale 1995 die Trophäe. (Foto: Getty Images

GIB HER! Boris Becker „klaut“ Pete Sampras nach dem Finale 1995 die Trophäe. (Foto: Getty Images

Sampras bitterste Niederlage kassierte er 2002. Er unterlag dem Schweizer George Bastl bereits in Runde zwei. „Das war der Tiefpunkt, mein schlechtester Grand Slam-Auftritt“, sagte Sampras im letzten Jahr bei einem Termin mit tennis MAGAZIN. Im Jahr zuvor hatte er ebenfalls gegen einen Schweizer verloren – gegen Roger Federer. Die 6:7, 7:5, 4:6, 7:6, 5:7-Niederlage im Achtelfinale war so etwas wie die Wachablösung. Federer war damals 19 Jahre alt. Es war Sampras’ erste Niederlage nach zuvor 33 Siegen in Serie auf dem berühmtesten Centre Court der Welt. Die vergangenen zehn Jahre war er nie so früh ausgeschieden.

Anschließend sagte Sampras: „Wir wollen das nicht überbewerten. Ich plane, noch viele Jahre wiederzukommen.“ Tatsächlich gewann Sampras nur noch ein Match bei seinem Lieblingsturnier. Sein größter Sieg in Wimbledon? „Mein sechster Titel 1999 gegen Andre Agassi (6:3, 6:4, 7:5). Besser konnte ich nicht spielen. Das war nahe an der Perfektion.“ Zwei Amerikaner im Finale des bedeutendsten Turniers der Welt – besser als jede Superbowl!

Pete Sampras in Wimbledon

Teilnahmen: 14

Titel: 7 (1993, 1994, 1995, 1997, 1998, 1999, 2000)

Matchbilanz: 63:7

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