2016 US Open – Day 2

„Der Typ, der Bambi erschoss“: Benjamin Becker beendet Karriere

Der frühere Davis-Cup-Spieler Benjamin Becker (36) hat seine Karriere als Tennisprofi beendet. „Das war keine kurzfristige Entscheidung, sondern eher ein schleichender Prozess“, sagte Becker im Interview mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB): „Die Verletzungen haben sich zuletzt gehäuft, ich bin in der Rangliste abgerutscht und konnte einfach nicht mehr so trainieren, wie es notwendig wäre, um auf der Tour gut mitzuhalten.“



Benjamin Becker

STÜTZE IM TEAM: Benjamin Becker (2.v.li.) gehörte fünfmal zur deutschen Davis Cup-Mannschaft.

Den größten Erfolg seiner Laufbahn feierte der gebürtige Saarländer, der seit seiner College-Zeit in den USA lebt, beim Turniersieg 2009 im niederländischen ’s-Hertogenbosch auf Rasen. „Ich habe mich damals über die Qualifikation zum Titel gespielt, das kann mir keiner mehr nehmen“, sagte Becker, der im Oktober 2014 mit Rang 35 seine höchste Weltranglistenplatzierung erreichte. 2014 erreichte er noch einmal das Finale von ’s-Hertogenbosch, das er aber in drei Sätzen gegen den Spanier Roberto Bautista-Agut verlor.

Ein Punkt für Deutschland

Zwischen 2007 und 2015 war Becker insgesamt fünfmal für das deutsche Davis Cup-Team nominiert. Er holte allerdings nur einen Punkt für Deutschland: 2015 bei der Relegation in der Dominikanischen Republik gewann er das bedeutungslose vierte Einzel gegen Roberto Cid 6:4, 7:5. Insgesamt kommt er auf eine Davis Cup-Bilanz (Einzel und Doppel) von sechs Niederlagen bei nur einem Sieg.

Benjamin Becker

BYE, BYE, ANDRE: Agassi bestritt bei den US Open 2006 sein letztes Karrierematch gegen Benjamin Becker.

Internationale Bekanntheit erlangte er durch den Sieg über Andre Agassi bei den US Open 2006, mit dem er die Karriere des Publikumslieblings aus den USA beendete. Für Agassis Landsmann Andy Roddick war Becker „der Typ, der Bambi erschoss“. Für ein letztes Ausrufezeichen sorgte er bei den Australian Open 2015: Erstmals in seiner Karriere bog ein Match nach einem 0:2-Satzrückstand noch um und besiegte den Lokalmatador Lleyton Hewitt mit 2:6, 1:6, 6:3, 6:4, 6:2. Damit war er der einzige deutsche Starter bei den Herren, der die dritte Runde in Melbourne erreichte.

Mehr Zeit für die Familie

In Zukunft will sich der Vater zweier Söhne seiner Familie widmen, mit der er in Dallas wohnt. Zudem steht er vor dem Abschluss seines Management-Studiums und will danach die Tennis-Mannschaft der Universität als sogenannter „Volunteer Assistant Coach“ unterstützen. Während seiner Profizeit verdiente Becker insgesamt 4,4 Millionen US-Dollar Preisgeld.

(SID/Red)

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