Graf and Becker

Wimbledon – das Turnier der Deutschen

So gut wie hier spielen die deutschen Profis bei keinem anderen Grand Slam-Event. Wimbledon ist das Turnier der Deutschen. Ein Streifzug durch die Historie.



Der 9. Juli 1989 war der Tag, nach dem im deutschen Tennis nichts mehr so war wie zuvor: Steffi Graf und Boris Becker gewinnen an diesem Sonntag innerhalb von drei Stunden in Wimbledon. Normalerweise findet in Wimbledon das Finale der Damen am Samstag und das der Herren am Sonntag statt. Durch häufige Regenfälle während der letzten Turniertage musste man das Damenfinale aber auch auf Sonntag verlegen. So spielte erst Steffi Graf gegen Martina Navratilova, gleich im Anschluss Boris Becker gegen Dauerrivale Stefan Edberg. Bis zu 15 Millionen deutsche Fans verfolgten diesen Festtag zu Hause vor dem Fernseher. Auch wenn es im gleichen Jahr bei den US Open (wieder Graf und Becker) und 1991 in Wimbledon (dieses Mal Graf und Stich) noch zwei weitere „deutsche Doubles“ bei Grand Slam-Turnieren gab: 1989 ging als Sternstunde in die Historie ein.

Wimbledon

STERNSTUNDE: 1989 gewannen Steffi Graf und Boris Becker am gleichen Tag in Wimbledon. (Foto: Getty Images)

Wimbledon und die Deutschen – das ist eine lange Geschichte, voll mit Anekdoten, Highlights und Namen, die vielleicht längst in Vergessenheit geraten sind. Es ist aber vor allem eine Erfolgsgeschichte. Denn: Bei keinem anderen großen Turnier spielten deutsche Profis so gut wie in Wimbledon. Das lässt sich nicht nur anhand der gewonnenen Titel im Einzel (insgesamt 12) nachweisen, sondern auch an der Bilanz von Spielern, die sonst nicht im Vordergrund standen. In Wimbledon kamen „Durchschnittsprofis“ wie Alexander Popp, Alex Radulescu oder Christian Sacenau plötzlich groß raus, weil sie das Turnier ihres Lebens spielten. In Wimbledon holten deutsche Spieler in allen Konkurrenzen (Einzel, Doppel, Mixed) insgesamt 17 Titel. Hinzukommen noch 20 Endspielteilnahmen. Von den anderen Grand-Slam-Turnieren können nur die French Open  (14 Siege/21 Finals) noch mithalten. Bei den Australian Open (7/8) und den US Open (9/6) ist die Bilanz wesentlich schlechter.

Die Zahlen spiegeln die glorreiche Vergangenheit in Wimbledon (und Paris) wider. Aber auch in der „Neuzeit“ ist Wimbledon das Majorturnier mit der höchsten Chance auf deutsche Erfolge: tennis MAGAZIN hat die Gesamtbilanz der deutschen Profis  (Damen und Herren!) ab 2004  bei allen vier Grand Slam-Turnieren (s. Tabelle unten) nach einem bestimmten Punkteschlüssel berechnet. Ergebnis: In Wimbledon erzielten sie ihre besten Ergebnisse.

TOPTURNIER WIMBLEDON: Nirgends spielen die Deutschen besser

Australian Open1.539 Punkte
French Open1.061 Punkte
Wimbledon2.058 Punkte
US Open1.460 Punkte

Gesamtpunktzahl aller deutschen Teilnehmer in den Einzelkonkurrenzen der vier Grand Slam-Turniere ab 2004. Jeder deutsche Starter erhält für sein Abschneiden eine bestimmte Anzahl von Punkten. Alle Punkte wurden danach für das jeweilige Turnier aufaddiert. Der genaue Punkteschlüssel: 1. Runde = 1 Punkt; 2. Runde = 5 Punkte; 3. Runde = 10 Punkte; Achtelfinale = 20 Punkte; Viertelfinale = 35 Punkte; Halbfinale = 70 Punkte; Finale = 120 Punkte; Sieg = 200 Punkte.


Aber schon in den 30er Jahren waren deutsche Tennisspieler in Wimbledon tonangebend. Dort beginnt auch unser Online-Streifzug durch die Geschichte des wichtigsten Tennisturniers der Welt.

Links zu den einzelnen Kapiteln:

30er Jahre: Ein Titel und viele Endspiele

50er/60er Jahre: Familie Buding und ein Herr Bungert

70er Jahre: Masthoffs Aufregung, Faßbenders Glück

80er Jahre: Der Durchbruch der Deutschen

90er Jahre: Attacken aus der zweiten Reihe

2000er: Ein Popp-Star, ein Grashüpfer und Bum Bum Bine

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