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Becker vs. Stich 1991 – das historische Finale

Das Wimbledon-Finale 1991 – es ist vor allem aus deutscher Sicht historisch und unvergessen. Im Endspiel lautete das Duell Becker vs. Stich. Am Ende siegte der Außenseiter und beeinflusste damit nicht nur sein Leben entscheidend. Ein Rückblick.

Es ist unfassbar heiß an diesem 7. Juli 1991 – an jenem Tag, an dem sich nicht nur das Leben von Michael Stich verändern sollte, sondern auch das des Autors dieser Zeilen. Während die Freunde draußen im Sandkasten buddeln, hockt er als Fünfjähriger fasziniert vor dem Fernseher und beobachtet zwischen all den aufgeregten Erwachsenen, wie sich zwei Männer auf einem Rasenplatz die Bälle um die Ohre hauen. Dass die beiden Boris Becker und Michael Stich heißen, spielt zunächst keine Rolle. Am Ende der Partie allerdings wird der Außenseiter, dem niemand  den Triumph im All England Club zugetraut hatte, das große Idol seiner Kindheit. tennis MAGAZIN gibt’s ab sofort und bis zu Beginn der eigenen journalistischen Laufbahn im Abo. Die Hefte werden archiviert wie in einer Bibliothek. Weltranglisten werden auswendig gelernt, Resultate auf Jahrzehnte im Gedächtnis gespeichert. Das Tennis-Fieber eines kleinen Jungen, das nicht mehr sinken wird, ausgelöst durch ein einziges Match.

Quote auf Stich-Sieg: 80:1

7 JUL 1991:  MICHAEL STICH OF GERMANY HOLDS THE MEN's SINGLES TROPHY UP TO THE CROWD AT THE 1991 WIMBLEDON CHAMPIONSHIPS.

Glücksmoment: Michael Stich nach der Siegerehrung auf dem Centre Court. Für seinen Triumph kassierte er rund 240.000 Pfund.

Es gibt so viele Anekdoten, die man über dieses historische Endspiel aus dem Jahr 1991 erzählen kann. Zum Beispiel die von Stich, der sich für das Champions-Dinner, bei dem sich Herren- und Damensieger nach dem Endspiel am Abend traditionell in feinem Zwirn präsentieren, extra ein Smoking leihen musste. Er hatte es offenbar selbst nicht für möglich gehalten, dieses Turnier tatsächlich zu gewinnen. Gegner Becker half nicht aus. „Meiner hätte dir sowieso nicht gepasst“, hatte er Stich damals nach dem verlorenen Finale grinsend zugerufen.

Gerade einmal einen Titel hatte Stich vor seinem großen Coup in Wimbledon gewonnen – den von Memphis im Jahr zuvor, 1990. Wer den damals 22-Jährigen als Champion im All England Club auf dem Zettel hatte, konnte reich werden. Bei 80:1 lag die Quote der britischen Wettanbieter vor dem Turnier auf einen Triumph von Stich – obwohl er immerhin schon die Nummer sieben der Welt war. Es waren die Beckers, Edbergs, Couriers, mit denen man rechnete – all jene Grand Slam-Sieger, die Stich ab dem Viertelfinale nacheinander aus dem Wettbewerb kegelte.

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