US_Tennis_2025

Public Courts im Central Park von New York: Herzstück des US-Tennis. Bild: Datenbank

Tennis in den USA wächst weiter: Mehr als 27 Millionen Aktive

Tennis ist in den USA so angesagt wie schon lange nicht mehr: Seit 2019 wuchs der Sport um mehr als zehn Millionen Spieler und Spielerinnen.

Der bedeutendste Tennismarkt der Welt wird größer: In den USA spielten 2025 27,3 Millionen Menschen Tennis – das sind so viele wie seit 2012 nicht mehr. Damals waren es knapp 28 Millionen Aktive. Der US-Tennisverband, die USTA, teilte am Mittwoch mit, dass die Tennisbeteiligung in den USA seit 2019 um 54 Prozent gestiegen sei. In den letzten sechs Jahren sollen knapp zehn Millionen neue Spieler und Spielerinnen hinzugekommen sein.

Laut den Ergebnissen einer unabhängigen Erhebung wurde das Wachstum des US-Tennis durch mehr Spielgelegenheiten, mehr Aktive, die mit dem Sport begannen und dabei blieben, sowie durch starke Impulse von Frauen und Gemeinschaften mit unterschiedlichem ethnischen Hintergründen vorangetrieben. „Dieses anhaltende Wachstum spiegelt die starke Nachfrage nach unserem Sport in einer Vielzahl von Gemeinschaften im ganzen Land wider“, sagte Ex-Profi Brian Vahaly, der inzwischen Präsident der USTA ist.

10 Millionen Dollar für das US-Tennis

Im Vergleich zum Vorjahr konnte die USTA ein Wachstum von 1,6 Millionen Aktiven verzeichnen (+6%). Ein entscheidender Grund für die guten USTA-Zahlen sind – neben dem allgemein gestiegenen Tennis-Interesse – massive Investitionen in die Tennisinfrastruktur der USA. Allein 2025 bewilligte die USTA zehn Millionen US-Dollar, um den Bau, die Sanierung und die Verlängerung der Spielzeiten auf Tennisplätzen (etwa durch Flutlicht) in den gesamten Vereinigten Staaten zu unterstützen. Das war eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahresbeitrag von 1,2 Millionen US-Dollar, mit dem der Verband mehr als 500 öffentlich zugängliche Tennisplätze instand setzen ließ. Die USTA kann es sich leisten: Die US Open, die dem Verband gehören, erwirtschafteten 2025 einen Rekordumsatz von 560 Millionen Dollar.

 

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Tennis wird in den USA vor allem auf öffentlich zugänglichen Plätzen gespielt, auf den sogenannten „Public Courts“. Die Zahlen für 2025 zeigen, dass fast 40 Prozent der US-Tennisspieler und -spielerinnen in erster Linie auf Public Courts aktiv sind – und nicht in Clubs. In der Regel sind dafür keine Mitgliedsbeiträge zu entrichten, sondern man kauft sich einen „Season-Pass“, der zur grundsätzlichen Nutzung der öffentlichen Courts in bestimmten Städten und Communities berechtigt. Pro Match wird dann noch eine Gebühr fällig. Diese Niedrigschwelligkeit ist ein großer Wachstumstreiber für das US-Tennis: Je mehr intakte Public Courts es gibt, desto mehr Menschen greifen zum Schläger.

2035 35 Millionen US-Tennisspieler?

Auch wichtig im US-Tennis sind die Angebote an Colleges und Schulen: 13 Prozent aller Tennisaktiven in den USA spielen nämlich vornehmlich dort. Erst danach folgen die klassischen Tennisclubs, in denen elf Prozent der US-Tennisbevölkerung ihre Matches hauptsächlich absolviert.

Die USTA hat sich schon vor Jahren ein hohes Ziel gesteckt: Bis 2035 soll es in den USA 35 Millionen Tennisspieler und -spielerinnen geben. Das wäre dann tatsächlich ein neues Allzeithoch. Zwar soll es Mitte der 70er-Jahre in den USA schätzungsweise 35 bis 40 Millionen Aktive gegeben haben, aber die USTA stuft diese Zahlen inzwischen als nicht wirklich zuverlässig ein. Die damalige Erhebungsmethode sei fragwürdig gewesen. Richtig ist: Damals gab es in den USA den ersten Tennis-Boom überhaupt, ausgelöst in erster Linie durch den „Battle of Sexes“ 1973 zwischen Billie Jean King und Bobby Riggs im Astrodome von Houston vor 30.000 Fans. Den Geschlechterkampf sollen damals 50 Millionen US-Amerikaner vor dem Fernseher verfolgt haben.

Mehr Vielspieler in den USA als zuvor

Angesichts der jüngsten Entwicklungen gibt sich die USTA zuversichtlich, dass bis 2035 eine neue Rekordbeteiligung an ihrem Sport zur Realität wird. „Wir werden weiterhin strategisch investieren, um sicherzustellen, dass diese Dynamik zu einer nachhaltigen Beteiligung und einem stärkeren Tennis-Ökosystem führt. Unser Ziel ist es, den Zugang zu erweitern, damit mehr Menschen in diesem Land den gesündesten Sport der Welt ausüben und die körperlichen, geistigen und sozialen Vorteile genießen können, die er zu bieten hat“, sagt USTA-Präsident Vahaly.

Weitere Ergebnisse der Erhebungen zur Tennis-Bevölkerung fasste die USTA so zusammen:

  • Die Menschen spielen häufiger: Die Zahl der „Vielspieler“, definiert als Personen, die im Laufe des Jahres zehnmal oder öfter gespielt haben, stieg 2025 um 1,5 Millionen auf 14,5 Millionen.
  • Frauen stehen häufiger auf dem Platz: 2025 spielten 1,1 Millionen mehr Frauen Tennis als 2024, was einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
  • Die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund verzeichnete einen deutlichen Anstieg: Die Zahl der schwarzen/afroamerikanischen Tennisspieler stieg um mehr als 450.000 (14%), die Zahl der hispanischen/lateinamerikanischen Spieler um mehr als 550.000 (12%) und die Zahl der asiatischen/pazifischen Spieler um mehr als 260.000 (10%).
  • Mehr Anfänger begannen mit dem Tennis: 4,9 Millionen Menschen griffen zum ersten Mal zum Schläger – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Großes Potenzial: Mehr als 25 Millionen Befragte, die derzeit kein Tennis spielen, sind sehr daran interessiert, diesen Sport auszuüben.

Die US-Zahlen spiegeln einen weltweiten Trend wider und entsprechen auch den jüngsten Daten im deutschen Tennis. Der Tennis-Weltverband verkündete bei seiner letzten Erhebung Ende 2024, dass nun erstmals mehr 100 Millionen Menschen weltweit Tennis spielen würden. Und der Deutsche Tennis Bund (DTB) freute sich im Sommer 2025 über so viele DTB-Mitglieder wie seit 13 Jahren nicht mehr.