ATP Qatar Exxonmobil Open 2026 Tennis Tournament In Doha – 20 Feb 2026

Endlich raus aus dem Krisengebiet: Harri Heliovaara konnte mit Familie und Doppelpartner Dubai wieder verlassen.

Harri Heliovaara: Wie der finnische Doppelspezialist aus Dubai wegkam

Erst Oman-Odyssee, dann der ersehnte Rückflug nach Europa: Harri Heliovaara beschreibt in seinem lesenswerten Blog die Anstrengungen, um Dubai verlassen zu können.  

Inzwischen dürfte Harri Heliovaara mitsamt seiner Gattin und den zwei Kindern wieder in Helsinki angekommen sein. Der finnische Doppelspezialist saß nach dem Triumph beim ATP-Turnier in Dubai an der Seite seines Dauerpartners Henry Patten mehrere Tage in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest. Der Eskalation des Nahost-Konfliktes und die Sperrung des Luftraums zwangen ihn dazu, einige Tage in Dubai zu verbringen. Damit ging es ihm genauso wie einigen anderen Tennisprofis. Zusammen mit ATP-Mitarbeitern, Physios, Journalisten und Schiedsrichtern waren sie zum Warten verurteilt – bis wieder Flüge möglich wurden.

Harri Heliovaara schrieb in seinem Blog über die vergangenen Tage und gab dabei Einblicke in die Tennis-Bubble von Dubai. Seine Einträge lesen sich erstaunlich sachlich und unaufgeregt – alles andere wäre bei ihm auch eine Überraschung gewesen. Wer Harri Heliovaara einmal kennenlernen durfte, weiß, dass er ein tiefenentspannter Typ ist, der höchstens mal auf dem Tennisplatz die Emotionen rauslässt. Zusammen mit Henry Patten hat er 2026 schon drei Turniere gewonnen. Ihre Matchbilanz beläuft sich auf 13 Siege bei einer Niederlage (ausgerechnet bei den Australian Open).

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Harri Heliövaara (@harriheliovaara)

Weil er seinen Blog auf finnisch verfasst, haben wir seinen jüngsten Eintrag einmal ins Deutsche übersetzt und veröffentlichen ihn hier, weil es wirklich eine spannende Lektüre ist. Harri Heliovaara schrieb die nachfolgenden Zeilen am Dienstagabend (3. März). Am Ende gibt es noch ein paar frische Updates. Wie oben bereits erwähnt: Inzwischen müsste er mit seiner Familie in der Heimat angekommen sein.

Hier nun der Blog von Harri Heliovaara:

Grüße aus Dubai. Wir sind immer noch hier, obwohl wir intensiv versucht haben, einen Weg hinaus zu finden. Heute waren wir sogar sieben Stunden unterwegs, nur um schließlich wieder am Ausgangspunkt zu landen. Die Lage hier in unserem Hotel ist jedoch unter Kontrolle, es besteht also keine unmittelbare Gefahr. Wir bleiben daher weiterhin hier untergebracht und versuchen später auf anderem Weg auszureisen.

Ich schrieb das letzte Update am Sonntagabend, vor zwei Tagen, und damals war die Stimmung so, als würden wir jeden Moment abreisen. Die Leute von der ATP haben tägliche Briefings für uns abgehalten, aber ehrlich gesagt hatten sie kaum etwas Neues zu berichten. Die Empfehlung lautete lediglich, im Hotel zu bleiben und die Entwicklung abzuwarten. Man durfte zwar auf eigene Faust abreisen, aber große Unterstützung gab es dabei nicht. Insgesamt befanden sich nach dem Turnier fast 50 Personen in Dubai – Schiedsrichter, Physios, Daten- und Medienleute sowie deren Familien, außerdem natürlich Spieler mit ihren Teams und Angehörigen. ATP und Veranstalter wollten diese Gruppe möglichst gemeinsam betreuen.

Im Luftraum der VAE waren seit gestern vereinzelt Starts und Landungen zu sehen, doch es gab keine Möglichkeit, auf diese Flüge zu gelangen. Auch unsere Buchungen bei Emirates für Montag und Dienstag wurden wertlos. Die Nachbarländer Oman und Saudi-Arabien flogen normaler, und zufällig fand ich Tickets ab Maskat für heute Abend. Unsere Route wäre: Dubai–Maskat mit dem Auto, dann Maskat–Jeddah–London–Helsinki mit dem Flugzeug, insgesamt etwa 36 Stunden Reisezeit. Neben mir und meiner Familie kam auch Henry mit.

Statt des großen SUV kam ein BMW. Mit einer Stunde Verspätung fuhren wir los. 

Schon beim Start lief es nicht rund: Statt des bestätigten großen SUVs kam zunächst eine BMW-Limousine, in die wir mit Gepäck nicht passten. Erst später kam ein zweites Auto. Mit einer Stunde Verspätung fuhren wir los.

Nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir die Grenze zum Oman, doch schon am ersten Kontrollpunkt gab es Probleme mit den Papieren des Autos. Schließlich wurde ein Minivan aus Oman organisiert, der uns abholen sollte. Wir packten alles extrem eng zusammen – mit Kindersitzen, vier Koffern und Tennistaschen.

Doch an der Ausreisekontrolle der VAE ging es wieder nicht weiter. Es folgten lange Gespräche, Telefonate und sogar der Transport unserer Pässe im Polizeiauto zwischen Kontrollstellen. Angeblich durfte jemand von uns das Land nicht verlassen – wer oder warum, blieb unklar. Schließlich hieß es doch, die Ausreise wäre möglich. Aber inzwischen waren fast drei Stunden vergangen, und wir hätten unseren Flug in Maskat unmöglich erreicht. Fast alle anderen Flüge waren zudem ausgebucht. Wir standen vor der Wahl: Grenze überqueren und auf eigenes Risiko weiterreisen – oder zurück nach Dubai ins sichere Hotel mit Unterstützung der ATP. Wir entschieden uns für Letzteres.

Sieben Stunden in vollgepackten Autos, die Kinder hielten erstaunlich gut durch. 

Am Ende saßen wir sieben Stunden in vollgepackten Autos, mit mehrfacher Gepäck-Umladung und Kindersitz-Montage. Die Kinder hielten erstaunlich gut durch. Rückblickend fragt man sich natürlich, ob wir nicht doch hätten weiterfahren sollen. Aber Sicherheit und Verlässlichkeit wogen schwerer.

Jetzt sind wir wieder im Turnierhotel in Dubai. Es starten und landen weiterhin vereinzelt Flugzeuge, doch es gibt auch viele Umleitungen wegen Drohnen oder Raketen in der Region. Emirates und Etihad haben alle Flüge bis Donnerstag gestrichen, einige Evakuierungsflüge finden jedoch statt. ATP und Veranstalter versuchen weiterhin, Plätze für uns zu bekommen. Auch private Jets wurden überlegt, doch die Preise liegen bei Zehntausenden Euro pro Sitz – das kommt für uns nicht infrage.

Wir warten daher ruhig auf neue Möglichkeiten – entweder ein regulärer Flug aus den VAE oder eventuell am Donnerstag ein halbprivater größerer Flug aus Oman nach Europa. Bis dahin heißt es abwarten und die Koffer gepackt halten.

Uns geht es in Dubai gut. Im Hotel läuft alles normal, Vollverpflegung funktioniert, und auch der Poolbereich ist geöffnet, damit die Kinder etwas Abwechslung haben. Natürlich wollen wir trotzdem weg. Das Turnier in Indian Wells ist inzwischen zweitrangig – wichtiger ist, sicher zu bleiben und irgendwann nach Hause zu kommen. Das wird früher oder später sicher gelingen.

EDIT: Direkt nach dem Blogbeitrag haben wir Tickets für einen Flug in den frühen Morgenstunden nach Mailand bekommen und sind jetzt am Flughafen in Dubai – mit gedrückten Daumen, dass wir nach Hause kommen.

EDIT 2: Wir sind im Flieger nach Mailand und befinden uns beim Schreiben dieser Zeilen im italienischen Luftraum. Nach Finnland sollten wir voraussichtlich am Mittwochabend kommen.