French Open: Darum wird nur auf Französisch gezählt
Die French Open haben ein Alleinstellungsmerkmal. Das Grand Slam-Turnier in Paris ist das einzige Tennisturnier, bei dem der Spielstand ausschließlich auf Französisch durchgegeben wird.
Auch wenn der Ursprung des Tennissports in Frankreich liegt, ist die Fachsprache Englisch. Der jeweilige Spielstand wird weltweit immer auf Englisch bekannt gegeben. Bei deutschen Profiturnieren wird der Spielstand zunächst auf Deutsch und dann auf Englisch vom Schiedsrichter durchgegeben.
Spielen zwei deutsche Spieler bei einem deutschen Turnier gegeneinander, wurde der Spielstand früher nur auf Deutsch angesagt. Da mittlerweile alle Turniere, auch kleine Profiturniere, im Livestream in die gesamte Welt übertragen werden, ist die Bekanntgabe des Spielstands auf Englisch verpflichtend.
French Open heißen offiziell Roland-Garros
Eine Ausnahme bilden die French Open. Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Sprache und vermeiden es in der Regel, auf Englisch zu sprechen. Beim Grand Slam-Turnier in Paris, anders als bei anderen Profiturnieren in Frankreich, wird der Spielstand vom Schiedsrichter nur auf Französisch durchgesagt. Die Veranstalter bei den French Open haben dies so festgelegt und wollen dieses Alleinstellungsmerkmal beibehalten.
Wenn es in den Tiebreak geht, sagt der Schiedsrichter demnach: „Jeu décisif.“ Und es gibt noch eine weitere Besonderheit bei den French Open. Steht es erstmals 40:40, wird der Spielstand als „Quarante à“ ausgerufen. Erst beim zweiten Einstand klingt ein „Égalité“ vom Schiedsrichterstuhl.
Übrigens: Das Grand-Slam-Turnier in Paris ist zwar allgemein als French Open bekannt, doch offiziell heißt das Turnier Roland Garros. Aber warum Roland Garros? Das Turnier wurde nach einem französischen Kampfflieger im Ersten Weltkrieg benannt, der Roland Garros hieß.
Auszug aus dem Buch „100 spannende Fragen aus der Welt des Tennis”

