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Masters in Monte Carlo: Sonne, Meer und Stars

Monte Carlo im April. Es ist eigentlich genau so, wie man es sich vorstellt. Die Sonne scheint, es ist warm 18 Grad, aber es fühlt sich wie 25 an. Die bunten Fahnen am Centre Court wehen im Wind. Hinter der Kopftribüne glitzert das blaue Mittelmeer, als hätten sie zigtausende von Diamanten hineingekippt. Und vor der Küste ankert eine schneeweiße Yacht, die so groß ist, als gehöre sie Roman Abramovic. Wer weiß, vielleicht gehört sie auch ihm?

Es ist der dritte Tag des Masters 1000, wie die Turnierserie jetzt heißt. Die Veranstaltung hat bereits am Sonntag begonnen. Es ist jetzt kurz nach 12 Uhr. Unten auf der Clubterrasse wird es langsam voll. Die Franzosen schlafen gern lang. Aber sie essen auch gern lang, meistens so bis 15.30 Uhr. Weißeingedeckte Tische, Schampus-Kühler. Kellner mit weißen Jacketts und schwarzen Fliegen schwirren umher, servieren Scampis. Teller klappern, Gläser klirren. Die Atmosphäre oberhalb des Centre Courts, unter den weißen Sonnenschirmen, ist so gediegen, als würden gleich Grace Kelly und Marilyn Monroe um die Ecke biegen.

Das Turnier nimmt langsam Fahrt auf. Nach und nach treten die Stars der Szene auf. Dicht gedrängt schieben sich die Fans zwischen dem Central, dem Court des Princes und dem Court No. 2. Die Anlage ist nicht besonders groß. Zwischen den Ständen gibt es kleine Gassen mit Kopfsteinpflastern, die dem Ganzen das mediterrane Flair eines italienischen Urlaubsortes verleihen. Was nicht verwundert: Die Grenze ist nah, schlappe 16 Kilometer. Unterhalb des Country Clubs geht es treppauf, treppab Monte Carlo ist so hügelig, wie es der Name vermuten lässt.

Neuer Titelsponsor, TV-Übertragung rund um die Uhr

In diesem Jahr sind die Veranstalter besonders stolz auf ihr Turnier. Sie haben einen neuen Titelsponsor (Rolex, war 2008 nur Hauptsponsor), Fernsehübertragungen fast rund um die Uhr (Canal+Sport), der Centre Court wurde ausgebaut, so dass jetzt mehr als 10.000 Zuschauer Platz haben. Vor allem: Sie sind noch ein Masters 1000-Turnier. 2008 stand der Status stand wie bei Hamburg auf der Kippe. 2009 geht Monte Carlo gestärkt aus der Krise. Zwar ist das Turnier nicht mehr mandatory, wie es im Tour-Slang heißt. Es ist kein Pflichttermin für die Topspieler, doch davon merkt man nichts. Bis auf Roddick sind alle Stars am Ball, neun der Top Ten, 16 der Top 20 viel mehr geht nicht. Letztes Jahr hatte man die Top 4 im Halbfinale, historisch, nannte das Turnierdirektor Zeljko Franulovic. In diesem Jahr träumt der Kroate von der Wiederholung. Möglich ist das, weil Federer im letzten Moment eine Wildcard in Anspruch nahm. Ursprünglich sah die Saisonplaung des Schweizers, der letztes Jahr das Finale erreichte, anders aus.

Warum eigentlich? Dieses Turnier auszulassen, wäre ein Frevel. Viele Spieler wohnen hier, die Wege von den Appartements oder den Luxushotels an der Cote dAzur sind kurz, die Organisation perfekt. Und dann dieses Wetter! Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Darauf einen Champagner auf der Clubterrasse.

Andrej Antic

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