Olympics Day 3 – Tennis

Kerber (l.) mit Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner

„Persönlich enttäuscht“

Frau Rittner, Herr Kühnen, im Einzel und Doppel sind die Deutschen ausgeschieden. Wie lautet ihr Fazit?
Rittner: Wir haben ja mit dem Mixed noch ein Eisen im Feuer. Ich bin insgesamt zufrieden. Natürlich ist man enttäuscht, wenn man im Einzel keine Medaille gewinnt. Das war unser Ziel. Aber ich kann keiner einen Vorwurf machen. Angie hat das Viertelfinale erreicht, Sabine und Julia waren unter den besten 16. Alle haben hier beeindruckende Leistungen gezeigt und alles gegeben. Unsere Mädels haben sich insgesamt glänzend verkauft und ich bin stolz auf das Team.

Die, die nicht gespielt haben, feuerten die anderen von der Tribüne an. Wächst da etwas zusammen?
Kühnen: Ganz klar: Wir sind ein Team, das Tennisteam der deutschen Olympiamannschaft! Wir treten gemeinsam auf, unterstützen uns gegenseitig. Dieser Spirit ist spürbar. Jeder merkt: Das hier sind die Olympischen Spiele. Das ist etwas ganz Besonderes. Die Atmosphäre im Olympischen Dorf ist einzigartig. Das ist Inspiration pur. Da fließt so viel Energie, wenn man die anderen Athleten in der Mensa oder im Fitnessraum trifft. So etwas erleben die Spieler sonst nie.
Rittner: Es wäre eine noch stärkere Gemeinschaft gewesen, wenn alle gespielt hätten. Dass Tommy Haas nicht nominiert wurde, tut mir sehr leid. Persönlich enttäuscht bin ich aber über das Fehlen von Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer. Auch wenn ich vor ihren sportlichen Leistungen den Hut ziehe, ihr Verhalten entspricht nicht meinem Verständnis von Olympia und dem olympischen Teamgeist.

Herr Kühnen, sehen Sie das auch so?
Kühnen: Für das Bild des deutschen Herrentennis in der Öffentlichkeit waren die Absagen von Philipp und Florian leider alles andere als gut. Beide haben zuletzt sehr gut gespielt, tolle Ergebnisse erzielt und hätten in London weit kommen können. Dass Philipp verletzt abgesagt hat, ist bedauerlich. Und wenn Florian sich entscheidet, Olympia nicht zu spielen, respektiere ich das, auch wenn ich mich sicherlich anders entschieden hätte. Grundsätzlich sollte es eine Ehre sein, für Deutschland zu spielen. Dafür würden sich viele zerreißen. Und wenn man sieht, wie die Topspieler hier auftreten, wird der Stellenwert Olympias deutlich. Das hier ist der 5. Grand Slam und der findet nur alle vier Jahre statt.

Hat das Fehlen von Mayer und Kohlschreiber Konsequenzen für den Davis Cup?
Kühnen: An den Davis Cup denke ich jetzt noch nicht.

Interview: Andrej Antic, London

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