TEN-US OPEN-LISICKI

Sabine Lisicki bei den US Open: Bemüht um Leichtigkeit

Von Tim Böseler, New York

Als Sabine Lisicki nach ihrem Erstrundensieg gegen Vera Dushevina in einem der kleineren Interviewräume der US Open Platz nimmt und in die Runde der Journalisten blickt, ist es wieder da, wie auf Knopfdruck: ihr Lächeln. Man kennt das ja inzwischen. In Wimbledon, wo die Deutsche vor sechs Wochen erst im Finale verlor, verliebte sich ganz England in die „Bine“, die immer so freundlich dreinblickt. Ginge es nach ihr, soll es jetzt in New York genauso kommen. Lächelnd zum Erfolg sozusagen. Ob ihre zur Schau gestellte Leichtigkeit allerdings echt oder nur gespielt ist, wird sie wohl für sich behalten.

„Druck? Ganz ehrlich: den spüre ich überhaupt nicht“, antwortet sie etwa auf die Frage, wie sie mit dem Erwartungsdruck in Deutschland klarkommen würde. Nach einem Endspiel in Wimbledon wünschen sich Fans, Medien und Sponsoren vergleichbare Erfolge. Der „Mini-Boom“, den einige Experten für möglich hielten, muss neu befeuert werden, sonst verpufft er endgültig. Schlimm genug, dass Lisicki nach ihrem Triumphzug erstmal von der Bildfläche verschwand, Turnierstarts strich, kleinere Verletzungen auskurierte und sich in ihrer zweiten Heimat Florida ganz in Ruhe auf die Hartplatzsaison vorbereitete. Jetzt muss sie also in New York nachlegen. Das alles dringt nicht bis zu ihr durch? Schwer vorstellbar.

Ein Eichhörnchen unterbrach das Match

„Mein Gefühl auf dem Platz wird besser“, sagt Lisicki, betont relaxed. Nach dem Motto: Die Turniere in Cincinnati und New Haven, wo sie von drei Matches nur eins gewann, soll man nicht überbewerten. „Die Form wird kommen“, versichert sie. Gegen die Qualifikation Dushevina sah es bis zur 6:2, 4:1-Führung auch ordentlich aus. Dann sprang ein Eichhörnchen auf den Platz, das Match musste unterbrochen werden. Bis der kleine Nager wieder vom Platz verschwand. Danach hatte Lisicki den Faden verloren. „Ich wurde zu passiv und Vera hat einige gute Schläge getroffen“, erklärt sie die kleine Schwächephase. „Aber ich konnte mein Spiel ja zum Glück wiederfinden“, schiebt sie noch hinterher natürlich mit einem reizenden Lächeln.

Nicht mehr ganz so freundlich ist Lisicki, als sie zu ihren Vorlieben in New York befragt wird. Klar, ist erstmal alles spannend, „und ziemlich verrückt, was hier so los ist“, sagt Lisicki. „Ich werde überall erkannt. Auf dem Flughafen, in der City, überall“, staunt sie und liefert auch gleich die Erklärung mit: „Das muss an dem Sieg gegen Serena in Wimbledon liegen.“ So schön diese Erfahrungen auch sein mögen: „New York ist schon ziemlich chaotisch“, sagt Lisicki schließlich und ihr Tonfall klingt plötzlich etwas gereizter. „Ich musste hier schon das Hotelzimmer wechseln, weil über mir renoviert wurde, bis abends um 23.30 da war an Schlaf nicht zu denken“, erzählt sie. „Aber jetzt ist alles gut und ich kann mich wieder voll aufs Tennis konzentrieren“, flötet sie, natürlich wieder lächelnd.

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