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Kuriose Begegnung: Mit Teodor Davidov (15, li.) und Ryan Haviland (45, re.) trafen der jüngste und der älteste Spieler der Herren-Weltrangliste in Florida aufeinander. Bild: X TennisPublisher / Randy Walker

30 Jahre Altersunterschied: Verrücktes Tennismatch auf Profilevel

Was für eine irre Tennispartie: Bei einem ITF-Event in Florida trafen mit Teodor Davidov der jüngste und mit Ryan Haviland der älteste Spieler der Herren-Weltrangliste aufeinander.

Auf dem untersten Profilevel im Tennissport, der ITF-Tour, kann es zu den ungewöhnlichsten Konstellationen kommen. So dürfte etwa der Name Gail Falkenberg echten Tennisnerds ein Begriff sein, weil die Dame tatsächlich im Alter von mehr als 70 Jahren noch auf der ITF-Tour mitspielte. Legendär: 2016, mit damals 69 Jahren, trat sie bei einem ITF-Event in Pelham, Alabama, gegen Taylor Townsend an, damals knapp 20 Jahre. Townsend, inzwischen Top 100-Spielerin und eine der besten Doppelspezialistinnen der Welt, gewann 6:0, 6:0.

Ebenfalls 2016 stellte Falkenberg den Weltrekord für das Profimatch mit dem größten Altersunterschied auf – so jedenfalls ist es im Guinness Buch der Rekorde vermerkt. In Naples, Florida, verlor sie gegen die damals erst 15-jährige Victoria Sanchez Bronzetti aus Spanien mit 3:6, 6:7. Falkenberg war also tatsächlich 54 Jahre älter als ihre Gegnerin.

Ein Match, das es so noch nie gab

Letzte Woche beim 15.000er-ITF-Turnier für Herren in Vero Beach, Florida, betrug der Altersunterschied in einem Quali-Match zwar nur 30 Jahre. Aber selbst diese Kluft ist im Herrentennis extrem ungewöhnlich. Was die Partie aber völlig verrückt machte: Mit Teodor Davidov, 15 Jahre alt und 1594. im ATP-Ranking, und Ryan Haviland, 45 und die Nummer 1954, trafen der jüngste und der älteste Spieler der Herren-Weltrangliste aufeinander. „Das“, so behauptete der US-Tennisexperte Randy Walker auf der Plattform X, „hat es noch nie zuvor gegeben.“

Während der Name Ryan Haviland selbst Hardcore-Fans nicht bekannt sein dürfte, sieht es bei Teodor Davidov womöglich anders aus. Denn: Der US-Teenager spielt keine Rückhand – nie! Wie er das macht? Er spielt mit beiden Händen, also mit rechts und mit links – und das nicht gleichzeitig, sondern unabhängig voneinander. Videos von ihm sorgen in der Tennis-Bubble immer wieder für Aufsehen.

Kommt der Ball des Gegners auf die rechte Seite, umfasst er den Schlägergriff mit rechts und spielt eine Vorhand. Landet der Ball links von ihm, hält er sein Racket plötzlich in der linken Hand und feuert damit ebenfalls eine Vorhand ab. Davidov treibt dieses Verwirrspiel auf die Spitze, weil er auch noch mit beiden Händen aufschlagen kann. Von der Einstandseite serviert er oft mit rechts, von der Vorteilsseite mit links. „Ambidextrie“ nennt man diese seltene Fähigkeit.

Veteran Ryan Haviland lobt US-Teenager Teodor Davidov

Am Ende aber war es der Veteran Haviland, der sich den Sieg holte – mit 6:7, 6:3, 10:6. Die ehemalige Nummer 516 im Ranking äußerte anfangs Vorbehalte zur Spielweise seines Gegners („Kann mir nicht vorstellen, dass er damit auf Profilevel Erfolg haben wird“), lobte nach dem knappen Triumph Davidov aber. „Er ist wirklich gut“, sagte Haviland. „Es besteht kein Zweifel daran, dass er mit rechts deutlich besser serviert als mit links. Ich denke, bei diesem Schlag wird er sich irgendwann entscheiden müssen. Aber alles andere hat mich ernsthaft beeindruckt.“

In der ersten Hauptfeld-Runde war für Haviland dann Schluss. Er verlor am nächsten Tag gegen Justin Roberts, Nummer 975 der Welt, mit 6:7, 6:7. Während der siebenstündigen Autofahrt zurück nach Greenville in South Carolina sagte er dem US-Portal The Athletic, die Niederlage habe genauso wehgetan wie jede andere in seiner Karriere: „Ich führte in einem Satz 5:4 und 40:0 — und habe ihn trotzdem verloren. Ich glaube nicht, dass mir das jemals zuvor passiert ist.“

Das Kuriose daran ist nun: Durch die Niederlage im Hauptfeld holte Haviland keinen Weltranglistenpunkt. „Er wird deswegen aus dem Ranking rutschen, weil seine letzten Weltranglistenpunkte am Montag verfallen“, erklärte Randy Walker auf X. Ab heute darf sich nun ein anderer Spieler als ältester Profi im ATP-Ranking bezeichnen: Es ist Aqeel Khan aus Pakistan, 46 Jahre und vier Monate alt. Was für eine verrückte Woche auf ITF-Level.