Aryna Sabalenka

Will in der Hartplatzsaison zu alter Stärke zurückkehren: Aryna Sabalenka.Bild: Imago

Aryna Sabalenka: die Social Media-Debatte

Aryna Sabalenka, die Anfang August nach einer kleinen Sommerpause auf die Tour zurückkehren wird, ist nicht nur auf dem Court die amtierende Nummer eins, auch in Sachen Social Media liegt die 28-Jährige weit vorn. User im Netz behaupten: Sabalenkas Präsenz in den Sozialen Medien sei der Grund für die verlorenen Matches der letzten Wochen. 

Aryna Sabalenka dokumentiert auf ihren Social Media-Accounts nicht nur ihre Tennis-Reise als Profi, sondern gibt ihren Zuschauern kleine Einblicke in ihr Leben außerhalb des Tennis-Courts. Auch in Magazinen und Videoformaten (beispielsweise Vogue) tritt die vierfache Grand Slam-Siegerin vermehrt auf.

Während Fans der 28-Jährigen begeistert von dem „Social Media-Entertainment“ sind, vertreten Kritiker die Meinung, sie fokussiere sich zu viel auf die Online-Welt. Ihre Leistungen auf dem Platz würden darunter leiden.

Zuletzt musste sich die amtierende Nummer eins der ehemaligen Weltranglistenersten, Naomi Osaka, auf dem Centre Court in Wimbledon bereits im Achtelfinale geschlagen geben.

Auszeit in Griechenland

Nach ihrem unverhofften Wimbledon-Aus teilte Sabalenka mit ihren 5,5 Millionen Instagram-Followern und ihren 1,8 Millionen TikTok-Fans Eindrücke aus Griechenland – Fotoshootings mit Hund Ash, Relaxen am Pool, Sprünge ins Meer. Wie viele andere der Top-Spielerinnen nutzte auch Sabalenka die Zeit nach Wimbledon für eine kleine Sommerpause.

 

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„Deshalb verliert sie“

Einige User in den Sozialen Medien meinen den Grund für das, für Sabalenka untypische, frühe Verlieren in Turnieren gefunden zu haben. Der Fokus liege zu sehr auf Instagram & Co. Unter ihren Urlaubsbildern stehen beispielsweise Kommentare wie: „Deshalb verliert sie.“

Die 28-Jährige selbst, reagiert mit einem TikTok-Video auf die Kommentare, die ihr vorwerfen, sie würde ihrer Position „Nummer eins im Damentennis“ nicht gerecht werden.

@aryna.sabalenkaThank you guys for the advice! 😂♬ oh – cy

Sabalenka nimmt es mit Humor. Ihr Lip-Sinc-Video (ein Video, in dem der Producer die Lippen zu einem Sound bewegt) beschriftet sie wie folgt: „Ich wache auf und lese Kommentare, in denen steht, dass mir TikTok wichtiger sei als Tennis, dass ich es nicht verdiene, die Nummer eins der Welt zu sein, und dass ich meine Einstellung ändern müsse“. Unter dem Video fügt sie sarkastisch hinzu: „Danke für die Tipps“.

Wenn Hass im Netz zu weit geht

Im Interview mit der Vogue im Mai hatte Sabalenka ebenfalls über Hass gesprochen, den sie in den Sozialen Medien erfährt. Klar: Aryna Sabalenka steht als Tennis-Star auf einer öffentlichen Bühne und ist somit einer Menge Meinungen ausgesetzt.

 

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„Wenn man viel Liebe, viel Aufmerksamkeit und viel Erfolg hat, wird es immer Leute geben, die einen beurteilen“, sagte Sabalenka gegenüber der Vogue. So würden ihr Aussehen, ihre Nationalität, ihr Privatleben und ihre Entscheidungen be- und verurteilt werden.

Im Vogue-Interview hatte sich die sonst selbstbewusst wirkende Sabalenka zum Teil von einer verletzlichen Seite gezeigt. Sie selbst „scrolle“ nicht viel in den Sozialen Medien. Doch manchmal frage sie sich, ob die Öffentlichkeit sie überhaupt möge: „Manchmal sehe ich zufällige Kommentare (…) und frage meinen Manager: ‚Hassen mich die Leute wirklich so sehr?‘ Dann gehe ich ins Stadion und spüre so viel Unterstützung, und mir wird klar, dass es im Internet nur ganz wenige Leute sind, die sich aber besonders laut zu Wort melden“, sagte die Nummer eins gegenüber der Modezeitschrift. Teilweise erhalte sie Nachrichten bei denen sie sich denke: „Mit diesem Planeten stimmt etwas nicht.“

Im Netz herrscht oft die Meinung: Wer sich als öffentliche Person im Netz präsentiere, müsse mit Hass rechnen und umgehen können – aber wahr ist auch: Hass sollte nicht normalisiert werden und ist klar von konstruktiver Kritik abzugrenzen.

Die kritischen Stimmen bezüglich Sabalenkas Medienpräsenz nahmen besonders nach ihrer durchwachsenen Sandplatz- und Rasensaison mit dem für ihre Verhältnisse frühen Aus in Wimbledon zu.

Caroline Wozniacki verteidigt Sabalenka

Caroline Wozniacki weiß, als ehemalige Nummer eins der Welt, dass es nicht immer einfach ist, an der Spitze zu stehen. Gegenüber der Online-Plattform Tennis365 sagte die Dänin nach Sabalenkas Niederlage in Wimbledon: „Wir erwarten von ihr, dass sie jede Woche mühelos ins Finale kommt und alles gewinnt, aber sie ist ja auch nur ein Mensch.“ Die 36-Jährige fügte hinzu: „Es gibt viele Spielerinnen da draußen, die jeden Tag hart trainieren, die ihr nacheifern und jede einzelne ihrer Bewegungen auf dem Platz genau beobachten. Das ist schwierig. Als Menschen erleben wir Höhen und Tiefen.“ Zudem habe ihre Gegnerin Naomi Osaka „extrem gut“ gespielt.

Die Australian Open-Siegerin von 2018 hoffe, dass Sabalenka die Zeit abseits des Courts genieße, um in der Hartplatz-Saison stärker zurückzukehren: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir sie auf der Hartplatz-Tour wieder erfolgreich sehen werden: kampfbereit und ganz auf den Sieg ausgerichtet.“

Sabalenkas nächste Chance: das WTA-Masters in Toronto im Vorfeld der US Open ab Anfang August. Nach Flushing Meadows kehrt sie dann Ende August als Titelverteidigerin zurück. Den Grand Slam im New Yorker Stadtteil Queens konnte die 28-Jährige bereits zweimal gewinnen, 2024 und 2025. Mal sehen wie es bis zum Hartplatz-Höhepunkt im Big Apple in Sachen Social Media weitergeht.

Text: Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.