Coco Gauff

Toughes Match: Coco Gauff zieht in Wimbledon in Runde drei ein.Bild: Imago

Coco Gauff: „Ich habe mich daran erinnert, wer ich bin“

Coco Gauff kämpft sich in Wimbledon in Runde drei. Im Anschluss an ihr Match gegen Solana Sierra spricht Gauff darüber, trotz Erfolg manchmal ein Imposter-Syndrom zu haben.

Für den Einzug in Runde drei musste Coco Gauff im Match gegen die Argentinierin Solana Sierra vollen Einsatz zeigen. Die US-Amerikanerin gewann den ersten Satz, verlor den zweiten und lag schließlich im entscheidenden dritten Satz zurück. Wie sie den Turn-Around geschafft hat? Im anschließenden On-Court-Interview sagte Gauff, dass sie sich in dem Moment „daran erinnert habe, wer sie ist“. Mit 10:7 gewinnt sie schließlich den Match-Tiebreak (Endstand: 6:3, 3:6, 7:6) und zelebriert ihren Sieg mit einem großen Freudensprung.

Die Freude ist groß: Gegen Solana Sierra siegt Coco Gauff in drei engen Sätzen.Bild: Imago

Den Rat habe Gauff von ihrem Trainer bekommen. Sie erklärte: „Mein Coach sagt immer: Erinnere dich daran, wer du bist.“
So sei der 22-Jährigen im Match gegen Sierra klar geworden, dass sie sowohl eine gute Aufschlägerin als auch eine gute Returnspielerin sei. Außerdem habe sie versucht, „positiv zu bleiben“.

Imposter-Syndrom bei Coco Gauff

Gauff sagte in der anschließenden Pressekonferenz: „Ich habe das Gefühl, dass ich manchmal so etwas wie ein Imposter-Syndrom habe.“ Die US-Amerikanerin erklärte: Ich habe Erfolg, aber manchmal vergesse ich das, was ich erreicht habe, oder denke schon fast, dass ich es vielleicht nicht verdient habe.“

Doch dann erinnerte sich Gauff: „Aber wenn ich mir meine bisherige Karriere mit 22 ansehe, kann ich mich definitiv mit vielen anderen messen.“ Mit Anfang 20 gewann Gauff bereits zwei Grand Slam-Turniere: die US Open 2023 sowie Roland Garros 2025. Aktuell steht sie auf Rang sieben der Weltrangliste. Ihre beste Positionierung war Rang zwei. Gauff sagte: „Natürlich habe ich viel Ehrgeiz und möchte noch mehr erreichen.“

Deja vu: Coco auf Court eins

Ihr Zweitrunden-Match fiel auf den ersten Juli. Vor genau sieben Jahren, am 1. Juli 2019, gewann Gauff ebenfalls auf Court No. 1 gegen eines ihrer Idole, Venus Williams. Gauff sagte: „Es war so etwas wie mein Durchbruch – gegen eines meiner Vorbilder zu spielen, war unglaublich und jedes Mal, wenn ich diesen Flur entlanggehe, habe ich ein Deja vu.“ Sie erinnere sich daran, was sie im Alter von 15 Jahren geschafft habe. Ihr Mindset: „Ich bin seitdem definitiv eine besserer Spielerin geworden, also schaffe ich das jetzt auf jeden Fall.“

Auch, wenn Gras statistisch gesehen, der schwächste Belag der 22-Jährigen ist, ist Wimbledon ein besonderer Grand Slam für sie: Man habe das Gefühl, dieses Turnier schon oft gespielt zu haben, aber wenn man auf die Karrieren der meisten Spieler zurückblicke, seien es vielleicht nur zwölf Teilnahmen in einer Karriere, sagt Gauff. „Deshalb versuche ich wirklich jeden Moment zu genießen. Denn eines Tages werde ich diejenige sein, die jemandem in meinem Alter beim Spielen zusieht und dann werde ich es vermissen, hier draußen zu sein“, sagte Coco Gauff auf Court No. 1.

In Runde drei wird Gauff am Freitagnachmittag auf die 26-jährige Claire Liu treffen. Die US-Amerikanerin spielte sich über die Qualifikation ins Hauptfeld.