Michael Stich

Michael Stich: Zehn denkwürdige Matches

Vom Wimbledonsieg gegen Boris Becker, über das gemeinsame Olympiagold mit Becker, bis hin zum tragischen Matchball-Drama im Davis Cup: Michael Stich, der heute seinen 50. Geburtstag feiert, spielte zahlreiche denkwürdige Matches in seiner Karriere. 

(SID)

7. Juli 1991, Wimbledonfinale:

Michael Stich – Boris Becker 6:4, 7:6 (7:4), 6:4

Auf dem Höhepunkt eines legendären Wimbledonturniers brachte Stich den haushohen Favoriten und Publikumsliebling Becker zur Verzweiflung. Der Triumph im Wohnzimmer seines ewigen Rivalen sollte trotz des immensen Talents Stichs einziger Grand-Slam-Sieg bleiben.

8. Mai 1992, Halbfinale ATP-Masters in Hamburg:

Michael Stich – Boris Becker 6:1, 6:1

Bei seinem Heimturnier am Rothenbaum deklassierte Stich im Halbfinale Becker so sehr, dass dieser auf Knien am Netz um Gnade bat. Für den Titel reichte es in diesem Jahr zwar nicht, doch schon 1993 gewann Stich in Hamburg – als bis heute letzter Deutscher.

8. August 1992, Doppelfinale Olympia in Barcelona:

Michael Stich/Boris Becker – Wayne Ferreira/Piet Norval 7:6 (7:5), 4:6, 7:6 (7:5), 6:3

Für den Traum von olympischem Gold hatten sich Stich und Becker zusammengerauft. Für Stich war es der zweite herausragende Doppelerfolg in wenigen Wochen, nachdem er zuvor mit John McEnroe in Wimbledon gewonnen hatte.

25. Juni 1993, Wimbledon-Viertelfinale:

Michael Stich – Boris Becker 5:7, 7:6 (7:5), 7:6 (7:5), 2:6, 4:6

Zwei Jahre nach dem denkwürdigen Endspiel trafen Stich und Becker im All England Club erneut aufeinander. Die Generalprobe auf dem Rasen des Queen’s Club hatte Stich gewonnen, die Revanche in Wimbledon ging an Becker. Es war das spannendste ihrer insgesamt zwölf Duelle.

21. November 1993, Finale ATP-WM in Frankfurt/Main:

Michael Stich – Pete Sampras 7:6 (7:3), 2:6, 7:6 (9:7), 6:2

Wimbledonchampion, Olympiasieger und nun auch Weltmeister: Der überragende Sampras lag Stich. Fünf von neun Duellen gewann der Deutsche. Sampras sagte voller Respekt: „Wenn alle ihr bestes Tennis spielen, ist Stich der Beste.“

11. September 1994, US-Open-Finale:

Michael Stich – Andre Agassi 1:6, 6:7 (5:7), 5:7

So stark Stich gegen Sampras auftrumpfte, so schwach waren seine Auftritte gegen dessen Landsmann Andre Agassi. Die starken Returns des Amerikaners stellten Stich vor unlösbare Aufgaben. In New York kassierte er eine von sechs Niederlagen gegen Agassi.

25. September 1995, Davis-Cup-Halbfinale in Moskau:

Michael Stich – Andrei Chesnokov 4:6, 6:1, 6:1, 3:6, 12:14

Das größte Drama in Stichs Karriere spielte sich in Moskau ab. Neun Matchbälle vergab er gegen Tschesnokow und damit den Einzug ins Traumfinale vor heimischem Publikum gegen die USA. Der Triumph 1993 blieb Stichs einziger Titel im Davis Cup.

20. Oktober 1995, Viertelfinale ATP-Turnier in Wien:

Michael Stich – Todd Woodbridge 2:2 Aufgabe Stich

Diese Verletzung schmerzte schon beim Zuschauen: Bei einem Spurt ans Netz knickte Stich mit dem linken Fuß um, schrie laut auf und krümmte sich vor Schmerzen. Die Bilder aus Wien haben sich ins kollektive Gedächtnis der Tennisfans eingebrannt.

9. Juni 1996, French-Open-Finale:

Michael Stich – Yevgeny Kafelnikov 6:7 (4:7), 5:7, 6:7 (4:7)

„Ich hatte alle Chancen, aber irgendwie habe ich nicht genug an mich geglaubt.“ Nach seinem dritten Grand-Slam-Endspiel haderte Stich mit sich selbst. Doch schon der Einzug ins Finale von Paris, als erster Deutscher überhaupt, war eine große Überraschung.

4. Juli 1997, Wimbledon-Halbfinale:

Michael Stich – Cedric Pioline 7:6 (7:2), 2:6, 1:6, 7:5, 4:6

Beinahe hätte es noch einmal für das Finale in Wimbledon gereicht, trotz Schulter- und Motivationsproblemen. Nach dem Aus beendete Stich seine Karriere im Alter von nur 28 Jahren.