German Open Hamburg

ATP verbietet Tennis-EM am Rothenbaum

Er sollte das Aushängeschild mit Wiedererkennungswert werden. Der neue Name des ATP-Turniers am Rothenbaum: Hamburg Open European Tennis Championship. Doch aus der Europameisterschaft wird nun nichts.

Nach einer zweistündigen Unterredung vergangene Woche in Monte Carlo zwischen den neuen Turnierveranstaltern Peter-Michael Reichel, Tochter Sandra Reichel, Sportstaatsrat Christoph Holstein für die Stadt Hamburg (SPD) sowie ATP-Präsident Chris Kermode und weiteren Funktionären der Tour stand fest: Das Turnier am Rothenbaum darf sich nicht, wie am 25. Februar im Rathaus von den Reichels mit Vertretern des europäischen Verbandes Tennis Europe (TE) verkündet, Hamburg Open European Tennis Championships nennen. Der neue Titel lautet jetzt: Hamburg European Open. Das Hamburger Abendblatt hatte bereits am Wochenende darüber berichtet.

Die Spielerorganisation ATP untersagte damit, dass beim 500er-Turnier in Hamburg vom 20. bis 28. Juli erstmals überhaupt ein Europameister ausgespielt wird und strich das Wort „Championships“.

Die einfache Begründung dahinter: Mit den Masters-Turnieren in Monte Carlo, Madrid und Rom gibt es drei größere Sandplatzevents der ATP. Dass ein kleineres Event den Europameister ausspielen soll, würde niemand verstehen. Laut  Abendblatt hatten mehrere aktuelle und ehemalige Turnierveranstalter bei der Spielerorganisation nachgefragt, wie es zu der Vergabe gekommen war.

Die Reichels zeigten sich überrascht. Sie gaben an, dass die Regularien der ATP die Austragung ausdrücklich erlaubt hätten. Den Europaverband „Tennis Europe“ hatten die neuen Verantwortlichen extra mit ins Boot geholt und das neue Konzept auf einer großen Pressekonferenz im Hamburger Rathaus im Februar vorgestellt. Das neue Logo hatte die ATP zu dem Zeitpunkt abgesegnet .

Beim Treffen in Monte Carlo wurde klar: Zu den jüngsten Verstimmungen kam es nun, weil die Absicht, in Hamburg eine EM auszuspielen, bei der ATP zwar bekannt war – nicht aber in den höchsten Führungskreisen.

„Das waren konstruktive Gespräche, die ATP hat verstanden, dass wir den Rothenbaum aufwerten wollen und uns ihre Unterstützung versprochen. Mit der neuen Lösung können wir gut leben“, sagte Peter-Michael Reichel dem Abendblatt. Wie die Hilfen der ATP kurz- oder mittelfristig aussehen könnten, muss demnach aber noch erörtert werden.