Tennis: French Open Jun 7, 2024; Paris, France; Alexander Zverev of Germany returns a shot during his match against Casp Bild: Imago/Susan Mullane

Alexander Zverev

Land
Deutschland
Geburtsdatum
20.04.1997
Körpergröße
198 cm
Körpergewicht
90 kg
Schlaghand
Rechts, beidhändige Rückhand
Profi seit
2013
Trainer
Alexander Zverev Senior
Website

Biografie

Alexander Zverev, der von allen Sascha genannt wird, wurde in Hamburg geboren. Er wuchs in einer reinen Tennisfamilie auf. Sein Vater, Alexander Zverev Senior sowie seine Mutter Irina sind ehemalige, russische Tennisprofis und arbeiteten als Trainer. Sein Bruder Mischa war ebenfalls als Profi-Spieler auf der ATP-Tour aktiv. Im Alter von fünf Jahren entdeckte Zverev Junior seine Liebe für den Tennissport. Nach Beendigung der zehnten Schulklasse verließ der Halbrusse die Schule um seinen Fokus vollständig auf seine Karriere zu setzen.

Karrierebeginn

Im Jahr 2013 erreichte er das Einzel-Finale der French Open der Junioren, unterlag allerdings Cristian Garin mit 4:6, 1:6. Später im gleichen Jahr bestritt der 16-Jährige, dank einer Wildcard, sein erstes Match auf ATP-Ebene am Hamburger Rothenbaum, wo er gegen den Spanier Roberto Bautista Agut in der ersten Runde verlor.

Alexander Zverev im Finale der Junioren- French Open 2013.

Erste Erfolge

Das folgende Jahr startete für „Sascha“ gleich mit einem Sieg der Australian Open in der Juniorenkonkurrenz. Im Finale bezwang er Stefan Kozlow deutlich mit 6:3 und 6:0. Für die Sparkassen Open in Braunschweig erhielt der nun 17-Jährige eine Wildcard. Als Ranglisten-665. gewann er seinen ersten Challenger-Titel und stieg auf Rang 285 im ATP-Ranking. Wie auch im Jahr zuvor konnte Zverev durch eine Wildcard an der Hauptkonkurrenz der Hamburg Open teilnehmen. Diesmal kämpfte er sich nach einem Erstrundensieg über Robin Haase (6:0, 6:2) ins Halbfinale vor, wo er gegen David Ferrer mit 0:6 und 1:6 klar der Schwächere war.

Top 100

2015 folgte der zweite Challenger-Titel in Heilbronn. Durch seinen Sieg zog der 1,98-Meter-Hühne erstmals in die Top 100 ein (Rang 85). Nachdem er sich zuvor für kein Grand Slam qualifizieren konnte, stand Zverev 2015 erstmals im Hauptfeld von Wimbledon. Nach einem Sieg in der ersten Runde über Teymuraz Gabashvili, war er in Runde zwei Denis Kudla unterlegen. Ende des Jahres wurde er mit dem „Newcomer of the year“ – Award ausgezeichnet.

Die ersten Erfolge

Montpellier 2016 – Hier kämpfte sich Zverev ins Halbfinale im Einzel sowie ins Finale der Doppelkonkurrenz an der Seite seines Bruders Mischa. Bei den BMW-Open in München erreichte er ebenfalls das Halbfinale. Sein erstes Finale auf ATP-Niveau bestritt der Deutsche 2016 in Nizza. Hier musste er sich allerdings gegen seinen Freund und Spielerkollegen Dominic Thiem geschlagen geben. Im Juni des gleichen Jahres schlug er bei den Gerry Weber Open in Halle mit Roger Federer erstmals einen Top 10-Spieler und zog ins Finale ein. Jedoch war sein Landsmann Florian Mayer am Ende der Woche der stärkere Spieler.

Zverev

In St. Petersburg gewann „Sascha“ seinen ersten ATP-Titel.

Durch seinen Aufstieg an Weltranglisten-Platz 28 ging Zverev als gesetzter Spieler in den dritten Grand Slam des Jahres. In Wimbledon drang er bis in die dritte Runde vor. Seinen ersten ATP-Titel gewann Zverev 2016 in St.Petersburg. Nachdem er im Halbfinale Tomas Berdych besiegte, war er im Finale auch Stanislas Wawrinka überlegen.

Die Erfolge halten an

Ebenso erfolgreich startete das Jahr 2017 für Zverev. In Montpellier sicherte er sich seinen zweiten Titel im Einzel sowie seinen ersten Doppeltitel an der Seite seines Bruders. Im Mai folgte der nächste Titel in München sowie sein erster Masters 1000-Sieg in Rom. Hier bezwang er Finale Novak Djokovic. Dadurch zählte Zverev im Mai erstmals zu den besten zehn Spielern der Welt. Im August gewann der Rechtshänder das ATP 500-Turnier in Washington. Seine Siegesserie setzte er in der folgenden Woche in Montreal mit einem Finalsieg über Roger Federer fort. Seitdem platzierte sich Zverev fest in den Top 10 und verließ diese bis heute nicht mehr (Stand 16.04.2020). Seine erfolgreiches Auftreten 2017 qualifizierte ihn für die Teilnahme an den ATP-Finals am Ende des Jahres.

Das Jahr 2018

Zu Beginn des nächsten Jahres waren die Spekulationen groß, ob der junge Deutsche die Erfolge des Vorjahres halten könne. Aber er enttäuschte die Fans nicht. Beim Masters 1000 in Miami spielte er sich bis ins Finale. Sowohl in München als auch später im Jahr in Washington konnte Zverev seine Titel verteidigen. In Madrid feierte er seinen nächsten Turniertriumph, wo er ohne Satzverlust blieb. Sein erstes Grand Slam-Viertelfinale erreichte er bei den French Open, wo er dem späteren Finalisten Dominic Thiem unterlegen war.

ATP-Weltmeisterschaft

Am Ende des Jahres krönte er seine Saison mit einer erneuten Teilnahme bei den ATP Finals in London. Nach einer Niederlage in der Gruppenphase gegen Novak Djokovic, setzte er sich gegen John Isner und Marin Cilic durch und stand somit im Halbfinale, wo er in zwei Sätzen gegen Roger Federer gewann. Trotz der Niederlage in der Gruppenphase, setzte sich Zverev schließlich im Finale gegen Djokovic deutlich in zwei Sätzen durch und erkämpfte sich so die ATP-Weltmeisterschaft.

Der bisher größte Erfolg seiner Karriere: die ATP-Weltmeisterschaft.

Die Krise 2019

Im Jahr 2019 stand Zverev häufig verzweifelt auf dem Court.

Das Jahr 2019 war mit vielen Herausforderungen für Zverev verbunden. Nicht nur, dass er viele Titel verteidigen musste, sondern auch private Probleme belasteten den 21-Jährigen auf und neben dem Platz. Nach einem frühen Ausscheiden in Miami, München, Madrid und Rom konnte er sich erst bei dem 250er-Turnier in Genf erneut als Sieger hervorbringen. Geplagt von dem Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey, der ihn seit seinem 15. Lebensjahr betreute, der Beziehungspause mit Freundin Olga Sharypova und weiteren Problemen, scheiterte Zverev auch in Stuttgart und Wimbledon nach seinem ersten Match. Lediglich in bei den French Open (Viertelfinale) und in Hamburg (Halbfinale) fand er zeitweise zu seiner Form zurück. Mit seiner nun passiven Spielweise weit hinter der Grundlinie und geschwächten Aufschlägen zeigt er trotzdem Kampfgeist. Schließlich erreichte er bei den US Open erstmals das Achtelfinale. Trotz einer eher unbefriedigenden Saison qualifizierte Zverev erneut für die ATP Finals in London und kämpfte sich ins Halbfinale. Seinen Titel konnte er jedoch nicht verteidigen.

Neustart 2020

Eigentlich sah es zu Beginn des neuen Jahres noch so aus, als würde Zverev an seine Krise aus 2019 anknüpfen. Während er beim ATP Cup alle Spiele verlor, bewies er bei den Australian Open, dass seine Krise der Vergangenheit angehört. Gestärkt mit frischem Selbstbewusstsein, einer guten Aufschlagquote und der neuen Freundin Brenda Patea an seiner Seite, erreichte der Deutsche erstmals ein Halbfinale bei einem Grand Slam-Turnier. Nach Siegen über Marco Cecchinato, Egor Gerasimov, Fernando Verdasco, Andrej Rublev und Stan Wawrinka war am Ende nur sein guter Freund Dominic Thiem eine Nummer zu stark.

Goldenes Jahr 2021

Das bislang beste Jahr in Zverevs Karriere nahm nicht das gewünschte Ende. Nach einer knappen Niederlage im Halbfinale der French Open gegen Stefanos Tsitsipas, standen die olympischen Spiele 2021 an. Im Halbfinale schlug er den Top-Favoriten Novak Djokovic und im Finale setzte er sich gegen den Russen Karen Khachanov durch. Der Gewinn der Goldmedaille ist der wahrscheinlich größte Karriereerfolg Zverevs. Die Saison endete tragisch für den gebürtigen Hamburger, denn im US-Open Finale musste er sich im entscheidenen Satz im Tie-Break gegen den angeschlagenen Österreicher Dominic Thiem geschlagen geben.

Ein Promi-Paar findet sich

Nach der Trennung von Brenda Patea und einer gemeinsamen Tochter, fand Zverev im Oktober 2021 eine neue Partnerin. Bei der Freundin handelt es sich um die Schauspielerin und Moderatorin Sophia Thomalla.

2022: Verletzung wirft Zverev zurück

Nach anfänglicher Schwächephase fand Zverev gerade wieder zur alten Form zurück. Bei den French Open erreichte er das Halbfinale, wo Rafael Nadal auf ihn wartete. Zverev hätte bei einem Sieg des Turniers erstmals die Nummer 1 der Weltrangliste sein können.

Der zweite Satz war noch nicht einmal beendet und schon fast drei Stunden waren gespielt. Nadal gewann den ersten Satz 7:6 und im zweiten Satz hatte er gerade den Spielball zum 6:6 da knickte Zverev bei einem Vorhandschlag aus. Der Schrei war laut und die Tränen groß, Zverev wurde in einem Rollstuhl vom Court gefahren und kehrte auf Krücken zurück. Die Diagnose: Alle drei seitlichen Bänder im Sprunggelenk waren gerissen. Zverev ließ sich am Sprunggelenk operieren. Sein erstes Spiel bestritt erst am 08. Dezember in Saudi Arabien, nachdem ihn ein Knöchelödem zurückwarf.

Startschwierigkeiten zum Beginn der Saison 2023

Die ersten Turniere des Jahres verliefen nicht nach Plan. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren war Zverev nicht mehr der beste Deutsche in der Weltrangliste. Die besten Ergebnisse waren ein Halbfinale in Dubai und Genf. Zu den French Open kam er aber wieder in Form. Mit etwas Glück bei der Auslosung und verbessertem Niveau erreichte er das Halbfinale. Dort musste er sich dann Casper Ruud in drei Sätzen geschlagen geben. Wenige Wochen später gewann er erstmals das Turnier in seiner Heimat: die Hamburg European Open. Im September folgte in Chengdu Karriere-Titel Nummer 21.

Zverev hatte in der zweiten Jahreshälfte 2023 keine Punkte mehr zu verteidigen, deshalb war jede Sieg ein enormer Punktgewinn für den Deutschen. Er qualifizierte sich Ende des Jahres für die ATP Finals in Turin. Trotz zweier Gruppensiege schaffte er nicht die Qualifikation für das Halbfinale. Dennoch beendete Zverev das Jahr unter den Top Ten.

Alexander Zverev: Zurück zur gewohnten Form 2024

Das Jahr 2024 startete vielversprechend für den Deutschen. Gemeinsam mit Angelique Kerber, Laura Siegemund & Co. gewann er den Titel beim United Cup. An seine gute Form knüpfte er bei den Australian Open an. Zwar musste er mehrere Kraftakte absolvieren, aber dennoch sicherte sich der Deutsche mit Siegen u.a. über Cameron Norrie und den Weltranglistenzweiten Carlos Alcaraz einen Platz im Halbfinale. Dort traf er auf Angstgegner Daniil Medvedev, dem er knapp in fünf Sätzen unterlag. Lediglich zwei Punkte fehlten Zverev zum Einzug ins Endspiel.

Im Anschluss lief der erste Teil der Saison 2024 für Zverev eher durchschnittlich. Er spielte sich ins Halbfinale von Los Cabos sowie in Miami. In Indian Wells scheiterte er im Viertelfinale und auch in Monte Carlo schied er früh aus. Dort kämpfte der Hamburger sich aber immerhin mit Kumpel Marcelo Melo ins Doppel-Endspiel. Kurz vor dem Start der French Open in Paris kam Zverev dann aber in Fahrt. Mit seinem zweiten Turniersieg beim Masters-Event in Rom platzierte er sich nicht nur erneut auf Rang vier der Weltrangliste, sondern ging auch als Titel-Favorit in Roland Garros ins Rennen. Dort kämpfte er sich bis in sein zweites Major-Endspiel wo Carlos Alcaraz wartete. Der Spanier war am Ende zu stark und machte Zverevs Traum vom ersten Grand Slam-Titel in fünf spannenden Sätzen zunichte.

Privates

Im Jahr 2022 machte Alexander Zverev seine Diabetes-Erkrankung öffentlich. Als er vier Jahre alt war, erhielt er die Diagnose „Diabetes Typ 1“. Zudem gründete der Deutsche die „Alexander Zverev Foundation“, die diabeteskranke Kinder und ihre Eltern deutschlandweit, aber auch international unterstützen soll. (Im Interview mit tennis MAGAZIN sprach Zverev über seine Diagnose und den Umgang mit der Krankheit.)

Grand Slam-Bilanz:
Australian OpenHalbfinale2020 & 2024
French OpenFinale2024
WimbledonAchtelfinale2017, 2021 & 2024
US OpenFinale2020

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