Barclays ATP World Tour Finals – Previews

Boris Becker: „Ich könnte jedem Spieler der Welt helfen“

Das deutsche Idol Boris Becker sieht sich unabhängig von den Erfolgen seines Schützlings Novak Djokovic als vollwertiger Tennis-Trainer. „Ich glaube, ich könnte jedem Spieler der Welt helfen, wenn er offen dafür ist“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Djokovics Dominanz insbesondere in der abgelaufenen Saison mit drei Grand-Slam-Titel, dem Erfolg beim ATP-Saisonfinale und sieben weiteren Turniersiegen führt Becker außer auf Kritikfähigkeit auch auf die Bereitschaft zur Annahme seiner Ratschläge zurück: „Ich wurde zwar gehört, aber noch nicht richtig verstanden“, berichtete der 48-Jährige über die Anfänge seiner Zusammenarbeit mit dem serbischen Weltranglistenersten, „dann wurde er eingeholt und auch überholt. Es gab halt doch einige Schwächen. Ich habe sie angesprochen, und wir haben dann an diesen Schwächen gearbeitet.“

Man könne es Djokovic „gar nicht hoch genug anrechnen, dass er so offen mit meiner Kritik umgegangen ist, dass er mir und uns die Zeit gegeben hat, etwas zu verändern“, so Becker: „Ich finde, das war seine größte Tat: Er war offen für neue Einflüsse.“

Ein Ergebnis seiner Arbeit mit Djokovic sei nicht zuletzt eine veränderte Wahrnehmung seiner Person insbesondere auch im Establishment seines Sports. „Mein Trainer-Job eröffnet mir viele neue Optionen. Ich bekomme Anfragen, als Trainer, Mentor oder Tennis-Experte andere Aufgaben zu übernehmen. Da hat sich einiges geändert, das stelle ich fest. Bis vor kurzem wurde ich als ehemaliger Wimbledonsieger gehört, jetzt auch als Trainer des Weltranglistenbesten“, meinte Becker.

In der Zusammenarbeit mit dem „Djoker“ stellen für den Wahl-Londoner neben den sportlichen Aspekten vor allem die unmittelbare Nähe zum Geschehen und die Zugehörigkeit zur Szene die entscheidenden Reizpunkte dar: „Wenn Novak gewinnt, fühlt es sich an, als wenn ich das Spiel selber gewonnen hätte. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Jetzt wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen, in der Umkleidekabine zu sein und meinen Spieler auf ein großes Finales vorbreiten zu können, das macht mir sehr viel Spaß. Und das kann ich vermutlich auch am besten. Jetzt bin ich wieder so tief drin, wie man es sonst nur als Spieler ist.“ (SID)

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