Tatjana Maria

Podcast aus Paris: Maria gegen Cornet – das „Crampgate“

Foto: Frank Molter

Während der French Open aus Paris werden die Kollegen von meinsportradio.de jeden Tag eine Zusammenfassung zum Nachhören liefern. Die Tennis-Experten Philipp Joubert und Andreas Thies, die gemeinsam auch das Tennis-Magazin „Chip & Charge“ produzieren, geben ihre Eindrücke vom Sandplatz-Highlight im Podcast aus Paris auch täglich bei uns preis.

Am Oberschenkel verletzt bezwang Alize Cornet in einem dramatischen Match Tatjana Maria aus Bad Saulgau bei den French Open 2016 in Paris / 2016 / Frankreich / Sandplatz / Grand Slam / Paris / Roland Garros / SPO / Tennis / Bois de Boulogne /

DRAMA-QUEEN: Cornet bei einer ihrer vielen Behandlungen im Match gegen Tatjana Maria (Foto: Frank Molter).

An Tag fünf der French Open überlagerte ein Match alle anderen – nicht weil es so gut war, nein, es war an Dramatik kaum zu übertrieben. Zwischen der Deutschen Tatjana Maria und der Lokalmatadorin Alize Cornet kam es zum „Crampgate“. Die Story in Kurzform: Cornet bekam zu Beginn des dritten Satzes Krämpfe, ließ sich immer wieder behandeln, brachte damit Maria aus dem Rhythmus und gewann am Ende mit 6:3, 6:7, 6:4. Viele – auch Maria selbst – monierten danach den fehlenden „Fair Play“-Gedanken von Cornet und beim Kurznachrichtendienst Twitter ließen die User ihren Frust über das „schauspielerische Talent“ der Französin ab.

Maria gegen Cornet

ZU SELTEN EINGESETZT: Die durchgezogene Rückhand sah man bei Tatjana Maria nicht oft (Foto: Frank Molter).

Joubert und Thies, die bekanntermaßen das Tennisgeschehen sachlich beurteilen, stuften die Ereignisse im Match Maria gegen Cornet nüchterner ein. Ihr Fazit: Klar, es war eher unsportlich, was Cornet abzog, aber so etwas kommt im Tennis immer wieder vor und letztlich hatte Maria alle Chancen, den Sieg einzufahren. „Cornet ist bekannt für ihre Dramen, sie hat einen Hang zu Übertreibung“, meint Joubert. Und liefert auch gleich die Erklärung dafür, warum sich Cornet so oft behandeln ließ, obwohl man wegen Krämpfen keinen Physio auf den Platz rufen darf: „Es gibt ein populäres Schlupfloch: Man lässt sich einfach aufgrund einer anderen Verletzung behandeln.“ Insofern war das Verhalten der Französin zumindest regelkonform.

Hier der Podcast aus Paris vom fünften Turniertag:

Bei allem Verständnis für die Ablenkungsmanöver ihrer Gegnerin: Maria hatte es selbst in der Hand, das Match zu ihren Gunsten zu beenden. „Sie hat einfach zu passiv gespielt, mit viel zu Slice“, analysiert Joubert. „Maria hat sich von der Show beeinflussen lassen“, beklagt Thies. Cornet indes hat es ausgenutzt, dass sie vor heimischen Publikum antrat. Die Fans bejubelten sie – natürlich – für ihre „Heldentat“, die aber in Wahrheit nur ein abgekartetes Spielchen war.

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