Maria Scharapowa steht in Wuhan vor ihrem Comebach

Rätsel um Sharapova

Was ist los mit Maria Sharapova? Seit dem verlorenen Wimbledon-Halbfinale gegen Serena Williams hat sie kein offizielles Match beendet.



Am Morgen danach strahlte Maria Scharapowa schon wieder in die Kameras, als sei nichts gewesen. Auf ihrem Twitter-Account postete sie ein Foto, das sie beim fröhlichen Luftsprung auf einer Treppe vor dem Flughafen von Wuhan zeigt. „Ein angemessenes Bild vor dem Start“, schrieb sie dazu – der Sinn dieser Botschaft bleibt von außen betrachtet so nebulös wie die gesamte momentane Situation der russischen Tennis-Diva.

Seit ihrer deutlichen 2:6, 4:6-Niederlage gegen Serena Williams im Halbfinale von Wimbledon hat Maria Scharapowa kein offizielles Match mehr über die Zeit gebracht. Ihr groß angekündigtes Comeback beim WTA-Turnier in Wuhan war bereits in der ersten Runde im dritten Satz gegen die Slowakin Barbora Strycova beendet – dieses Mal streikte anscheinend das linke Handgelenk. „Ich hatte Schmerzen im ganzen Unterarm, sie wurden mit zunehmender Spieldauer immer schlimmer“, berichtete „La Schara“ anschließend.

Ihre Gegnerin bedauerte das abrupte Ende einer bis dahin durchaus ansehnlichen Partie, die Scharapowa beim Spielstand von 7:6 (7:1), 6:7 (4:7), 2:1 wegen ihrer körperlichen Probleme abbrach. „Es war ein richtig gutes Match“, sagte Strycova: „Maria hat so präzise und druckvoll wie immer gespielt, ich konnte keine Anzeichen von Schwäche bei ihr erkennen.“ Scharapowa selbst war untröstlich: „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt ein Match aufgegeben habe. Es ist ein schreckliches Gefühl.“

Enttäuschendes Tennisjahr

Bevor sie sich am nächsten Morgen aus Wuhan verabschiedete, ließ sie sich noch zu einem fröhlichen Gruppenfoto mit den vielen freiwilligen Turnierhelfern überreden. Dann verschwand sie mit unbekanntem Ziel und ließ eine Menge offener Fragen zurück. den Start  in der kommenden Woche bei den China Open in Peking hat sie bereits abgesagt, danach stehen der Kreml-Cup in Moskau (19. bis 25. Oktober) und das Saisonfinale in Singapur (26. Oktober bis 1. November) auf dem Tour-Programm.

Scharapowa hat ein für ihre Verhältnisse enttäuschendes Tennisjahr hinter sich. Sie holte nur zwei Turniersiege (Brisbane und Rom), aber die 28-Jährige verdient ja seit langem schon viel mehr in der Werbung als im Sport. Mit 30 Millionen Dollar ist sie laut Forbes-Liste die mit Abstand bestbezahlte Sportlerin der Welt.

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