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Texas is calling: Per Flugzeug zum Wichita-Spiel

Leon Hein (18) und Juri Reckow (18), zwei tennisbegeisterte Jungs aus Hamburg, flogen zum Jahreswechsel in die USA, um an der „University Texas San Antonio“ (UTSA) ihr Tennis-Stipendium zu beginnen. Leon wird über seine Erlebnisse auf tennismagazin.de in der Kolumne „Texas is calling“ regelmäßig berichten.



Bei Euch in Deutschland geht es jetzt langsam aber sicher Richtung Punktspielsaison, die Plätze sind eröffnet und die ersten legendären Turniere auf Sand haben stattgefunden, wie ich mich auch noch sehr gut erinnern kann unter den widrigsten Bedingungen. Meine drei Geschwister nahmen am Osterwochenende am tennis MAGAZIN-Cup, der auf der Witthöft-Anlage in Hamburg ausgetragen wurde, teil. Es hagelte, regnete, stürmte bei gefühlten fünf Grad! Sonne? Fehlanzeige! Aber es war erfolgreich: Theresa (13) und Louis (11) erreichten beide das Halbfinale und Luci (11) musste sich erst im Finale seinem Gegner aus Hannover beugen.

Texas is calling

REGEN IN TEXAS: Auch das kommt vor.

Im neuen Outfit zum letzten Spiel

Während also meine Geschwister in Hamburg ihr erstes Turnier draußen bestritten und jetzt erkältet sind, flogen wir zu unserem letzten offiziellen Punktspiel in dieser Saison nach Wichita/Kansas. Für die Flugreise bekamen wir ein extra Reise-Poloshirt, um auch nach außen hin als Collegemannschaft wahrgenommen zu werden. Wir mussten einmal umsteigen, noch nie bin ich in so einer kleinen Maschine geflogen, das war schon recht wackelig und ein sehr direktes Flugerlebnis. Ich nehme das Ergebnis vorweg: Wir waren leider nicht so erfolgreich wie meine Geschwister im kalten Hamburg – wir verloren die Partie mit 4:0. Und Ostern gab es bei uns auch nicht.

Der Zählmodus im Collegetennis

Ich versuche Euch jetzt einmal die genaue Zählweise des Collegetennis zu erklären:

  • Vor den sechs Einzeln werden immer drei Doppel gespielt, allerdings jeweils nur ein Satz. Das Team, welches zwei Doppel für sich entscheiden kann, nimmt einen Punkt mit.
  • Im direkten Anschluss und ohne nennenswerte Pause stehen die Einzel an.

Texas is calling

WARTEN AUF DEN RÜCKFLUG: Leon am Flughafen.

Hier läuft es dann gnadenlos wie folgt: Das Team, welches zuerst vier Punkte erreicht hat, hat die Partie gewonnen. So lief es dann auch in Wichita ab: Leider verloren wir zwei Doppel, somit hatten die Gegner schon mal einen Punkt sicher, sobald dann drei Einzel verloren sind, wird die gesamte Partie abgebrochen und ist verloren. Etwas bedröppelt traten wir dann die Rückreise mit dem Flugzeug noch am selben Tag an.

Verabschiedung beim „Seniors Day“

Unser letztes Heimspiel hatten wir zehn Tage zuvor. Dies war der so genannte Seniors Day. Das bedeutet, dass die Spieler, die ihr letztes Semester zu fassen haben, an diesem Tag offiziell verabschiedet werden. Wir haben nur einen Senior im Team. Er bekam gerahmte Fotos vom Team und von den Coaches überreicht und abends sind wir alle zusammen essen gegangen. Das war schon bewegend, denn irgendwann sind ja auch Juri und ich Seniors und spielen unser letztes offizielles Heimspiel. Kleine Nebenbemerkung: Dieses Spiel konnten wir klar für uns entscheiden.

Jetzt folgen die US Conferences

Tja, das letzte offizielle Punktspiel ist also bestritten und nun geht es am nächsten Wochenende in die sogenannten US Conferences. Das ist ein Mannschaftsturnier, durch welches man sich für die Nationals qualifizieren kann. Die Nationals sind dann das Turnier, in denen sich alle US Collegemannschaften gegenüberstehen. Die Nationals zu erreichen, ist das große Saisonziel einer jeden Division1 Collegemannschaft. Daumen drücken für uns ist mal wieder angesagt. Die Gegner haben es in sich.

Uni und Trainingsalltag

Neben all diesen aufregenden Punktspielen und Reisen erleben wir hier aber natürlich weiterhin den ganz normalen Uni- und Trainingsalltag. Man hat sich wunderbar daran gewöhnt und kann sich schon gar nichts anderes mehr vorstellen. In der letzten Woche standen ja noch Klausuren an, die ich alle gut bewältigen konnte. Jetzt kommt nur noch eine Klausurphase vor den Semesterferien und dann ist das erste Semester erfolgreich bestanden und abgeschlossen.

Ach übrigens, der Abreißkalender meiner Schwester zählt jetzt noch genau 43 Tage… aber wir lesen uns ja schon nächste Woche wieder, wenn es wieder heißt: Texas is calling mit Eurem Leon.

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