Jakob Schnaitter (umgedrehte Kappe), Mark Wallner jubelt nach dem Sieg, Jubel, Freude, Emotion, Herren Doppel, Men’s Doubles, Endspiel, FinalTennis – BMW Open 2026 – Muenchen –  ATP 500 –  MTTC Iphitos  – Deutschland – 2026

Heimsieg in München: Mark Wallner (li.) und Jakob Schnaitter holen sich ihren ersten ATP-Titel bei den BMW Open 2026. Bild: IMAGO / Hasenkopf

Münchener Märchen: Bayern-Doppel Schnaitter/Wallner gewinnt BMW Open

Wunderbare Story: Die gebürtigen Bayern Jakob Schnaitter und Mark Wallner gewinnen ihren ersten ATP-Titel – ausgerechnet in ihrer Heimat München.

Es ist die große Geschichte aus deutscher Sicht bei den BMW Open 2026: Die bayerischen Lokalmatadoren Jakob Schnaitter und Mark Wallner gewinnen ihren ersten ATP-Titel bei ihrem Heimturnier in München. Im Finale bezwangen sie die französische Top-Paarung Arribage/Olivetti – aktuell auf Platz sieben in der Doppel-Jahreswertung – mit 6:4, 6:7, 12:10 und wehrten dabei einen Matchball ab. „Wir können es noch gar nicht glauben. Für uns geht heute ein Traum in Erfüllung, es ist eine unglaubliche Story“, sagten die beiden völlig überwältigt nach ihrem Triumph.

Schnaitter/Wallner spielen seit 2024 als festes Doppel auf der Tour, erreichten vorher schon zwei ATP-Endspiele, die sie allerdings beide verloren. In München mussten sie zunächst in die Qualifikation, spielten sich dann ins Hauptfeld und gewannen in Summe sechs Matches. Viermal setzten sie sich dabei im entscheidenden Match-Tiebreak durch. Im Finale gegen Arribage/Olivetti gaben sie kein Aufschlagspiel ab.


Nur ein Break im ganzen Match

Das einzige Break der Partie gelang ihnen zum 4:3 im ersten Satz. Es war Jakob Schnaitter, der mit einem wunderbaren Lob aus dem Halbfeld den „deceiding point“ bei Einstand für das deutsche Duo entschied. Insgesamt präsentierten sich Schnaitter/Wallner extrem stabil, gerade in den etwas längeren Ballwechseln. Leichte Fehler unterliefen den beiden so gut wie gar nicht.

Nach dem 6:4 im ersten Satz mussten die Deutschen beim Zwischenstand von 0:1 und eigenem Aufschlag eine knifflige Situation überstehen: Arribage/Olivetti drückten nun auf das Break, ließen aber einige vergleichsweise leichte Volleys liegen. Danach gab es bis zum Tiebreak relativ glatte Aufschlagspiele. Schnaitter/Wallner gingen dort mit 3:1 in Führung, weil Arribage ein Doppelfehler durch einen Fußfehler unterlief. Aber es waren die Franzosen, die sich den Tiebreak holten.

Mit lauten „Auf geht’s SchnaWall, auf geht’s“-Rufen ging es in den Match-Tiebreak. „SchnaWall“ ist der Spitzname der deutschen Paarung. Die Franzosen erwischten den besseren Start, führten 6:4. Dann ein Returngeschoss von Mark Wallner auf den Netzmann und zwei weitere Punkte für „SchnaWall“: Mit 7:6 führten nun die Deutschen erstmals in diesem finalen Shoot-Out. Bei 9:8 dann der erste Matchball für Schnaitter/Wallner – abgewehrt. Bei 10:9 Matchball für die Franzosen – auch abgewehrt. Dann der zweite Matchball bei 11:10 für die Deutschen: Arribage serviert, Schnaitter trifft den Return mit dem Rahmen, aber der Ball senkt sich über den Netzspieler Olivetti ins Feld – das war der Sieg für Schnaitter/Wallner.

„Brutal viel Glück beim Matchball“

„Wir hatten beim Matchball brutal viel Glück“, gab Schnaitter später bei Sky zu. Aber: In diesem schnellen Doppelformat mit „deceiding point“ bei Einstand und Match-Tiebreak braucht man davon auch ein wenig, um am Ende das Turnier zu gewinnen. „In der ganzen Woche haben wir einige enge Situationen überstanden. Es hat sich alles zu unserem Besten gefügt“, ergänzte Wallner.

Der erste Titel – auch noch bei einem 500er-Turnier – wird ihre Doppelkarriere nun richtig befeuern. Der Siegerscheck über 157.320 Euro ist natürlich das mit Abstand dickste Preisgeld für die Beiden. In der Doppel-Weltrangliste werden sie ab Montag erstmals in den Top 40 geführt werden, wodurch sie direkte Startplätze bei den lukrativen Masters-1000er-Events sicher haben. Und in der Doppel-Jahreswertung schoben sie sich auf Platz 13 vor. Die besten acht Teams qualifizieren sich über dieses Ranking für die ATP-Finals am Ende der Saison.

Zurück nach München: Bei der Siegerehrung wurde es schließlich emotional. Schnaitter/Wallner spielten vor etlichen Freunden und Familienmitgliedern, die am Ende größtenteils mit feuchten Augen in den Rängen standen. Sich bei allen zu bedanken, hätte zu weit geführt. Schnaitter hob vor allem die Rolle seiner Eltern und die des Coaching-Duos Marc Meigel/Marco Kirschner hervor.

„Vor 20 Jahren bin ich mit meinen Eltern zum ersten Mal zum Aumeister gegangen, jetzt stehe ich hier mit einem Pokal in der Hand“, sagte Schnaitter, 30 Jahre alt. Und an die Coaches gewandt: „Ohne euch würde ich heute nicht hier stehen!“ Dann übergab er das Mikrofon an seinen Doppelpartner: „Mark, mach du weiter. Wir haben gerade die BWM Open gewonnen, krank oder?“

Wallner, 26 Jahre alt, bedankte sich bei den 6.500 Fans im Stadion: „Eure Unterstützung hat uns über die Zielgerade getragen.“ Später hob er noch hervor, wie sehr ihm die „mega-gute Freundschaft“ mit seinem Doppelpartner für sein eigenes Tennis hilft. Danach kündigte er an, dass es noch ein „richtig geiler Tag“ werden würde. Es wären schon entsprechende Reservierungen für eine Siegesfeier am Abend getätigt worden.

Vorher allerdings geht Wallner noch in die Allianz-Arena: „Um die Meisterschaft der Bayern zu feiern!“ Er ist eben ein echter Bayern-Bub, genauso wie sein Partner Schnaitter. Ein besseres Sieger-Doppel für die BMW Open ist doch kaum vorstellbar.